Di September 16th, 2008
Damien Hirst – Erfolge wohin man schaut
Dass das Leben doch mehr ist als Aktienkurse und Bankencrash zeigen die heutigen (Kunst-)Schlagzeilen wieder.
Das altehrwürdige britische Auktionshaus Sotheby´s hat die mit Spannung erwartete Auktion von Werken des britischen Künstlers Damien Hirst gestern, Montag, den 15. September 2008 gestartet.
Am ersten Tag meldet das Auktionshaus und die Nachrichtenagenturen, dass einen Rekord gebrochen wurde. Insgesamt wechselten am Montagabend bei Sotheby’s in London 54 Werke von Hirst für 70,5 Millionen Pfund (gut 90 Millionen Euro) den Besitzer. Die Erlöse übertrafen damit das bisher größte Auktionergebnis, dass mit Werken des verstorbenen Spaniers Pablo Picasso bei einer Auktion von 88 Werken im Jahr 1993 erreicht wurde.
Die Arbeiten von Hirst, vorallem eingelegte Tiere oder ähnlich morbides, gehören seit seinem ersten Auftreten auf der Kunstbühne vor gut 20 Jahre zu den britischen Exportschlagern. Die Ausstellung “Sensations” der Young British Artists waren damals ein großer Skandal aber auch sehr populär. Interessant an der Nachricht ist nicht nur das Wahnsinnsergebnis, sondern dass es anscheinend immer noch Sammler gibt, die hoffen das Hirst das Einlegen der Tiere so beherrscht, dass sie den neuen Besitzern nicht im Glas weggammeln, wie einst mit dem Haifisch passiert. Der bekannte Hai wurde ja zwischenzeitlich durch einen neuen ersetzt, sondern dass Hirst seine eigenen Rekordmarken auch halten kann.
Es schien eine Weile so, als ob Hirst zwischenzeitlich seinen Preiszenit überschritten hätte. Schön nachzulesen im Buch von Piroska Dossi “Hype“. Man mukelte, er stütze durch verdecktes mitbieten, dass seine Preise nicht in den Keller rauschten. Aber das scheint ja nicht der Fall zu sein.
Vielleicht ist der Kunsthype wirklich nicht zu Ende, wie die internationale Banken- und Immobilienkrise ja nahelegt, sondern es ist immer noch unglaublich viel Geld im Markt, dass auch ausgegeben werden will. Dass das für Arbeiten von Hirst direkt per Auktion passiert, zeigt auch das der internationale Kunstmarkt im Umbruch ist und das die großen Gewinner die Auktionshäuser sind.
Wer mehr lesen möchte, der kann hier schauen:
Piroschka Dossi Hype
Ähnliche Artikel:
- Runde Kugeln wohin man schaut – Künstler sehen Golf – Great Shot
- Hype – Piroschka Dossi – Kunst und Kommerz gut lesbar – Lesetipp
- art cologne – Theaterdonner und grosse Geste
- Der Preis der Kunst – Skulptur im Aufwind – Wie Wirtschaft und Kunst zusammen kommen
- Wohin in Klagenfurt, wenn man nicht zur UEFA Euro 2008 will?
Christiane Hoffmann, ist Inhaberin der






5 Kommentare to “Damien Hirst – Erfolge wohin man schaut”
Wenn man erst mal einen Namen hat, kann man wohl alles als Kunst verkaufen. Schön, dass es bei all der Not auf unserer Welt noch Menschen gibt, die Millionen für ausgestopfte Haie oder Diamantbesetzte Totenköpfe ausgeben.
Es lebe der Wahnsinn.
Mi 17. September 2008 at 23:37
der wahnsinn kunst ist nur ausdruck ihrer käufer. sie sind die spitzen der heutigen gesellschaft, öffentlichkeits- und konsumgeil, verkommen in giftiger eigenliebe, unbarmherzig und rücksichtslos gegen jeden anderen. stolz hartgesottener abschaum der fröhlich nach den 7 todsünden die nutzgesellschaft befehligt
Do 18. September 2008 at 19:12
Die Rekordmeldungen sind ja sehr selektiv. Wer die Käufer sind, bleibt weitgehend unbekannt. Auch ist der Rekord ja erst dann wirklich, wenn Geld fliesst und das im Nachhinein. Oft wird ein geplatzer Verkauf auch nicht bekannt.
Aber Hirst versteht sein Geschäft und wenn er das mit Kunst erreicht, ist das Geld für Waffen schon mal weg. Wichtig ist das die öffentlichen Sammlung dabei nicht mitmachen und auch den Sammlern im Nachhinein, wenn die Objekte kaputt gehen, nicht Geld hinterher werfen, oder dafür Museen bauen, in die die Arbeiten nur ausgeliehen werden.
Fr 19. September 2008 at 09:47
Freuen wir uns doch einfach, dass es noch genug Menschen gibt, die reichlich Geld haben und es in Kunst investieren wollen.
Bin übrigens das ertse Mal auf dieser Seite und bestimmt nicht das letzte Mal! Herzlichen Glückwunsch zu dem gelungenen Blog!!!
Do 25. September 2008 at 20:34
[...] auf den Kunstmarkt keinen Einfluss haben würde. Die Auktion von neuen Arbeiten von Damien Hirst schien zu beweisen, dass noch genug freies Geld unterwegs ist, das es erlaubt, dass ihre Besitzer [...]
Di 17. März 2009 at 22:54
Hinterlassen Sie eine Nachricht