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Mi Januar 25th, 2012

Claude Lorrain im Frankfurter Städl

Das Städel Frankfurt besitzt neben fünf Zeichnungen und etwa 40 Radierungen ein bedeutendes spätes Gemälde des Meisters Claude Gellée, genannt Le Lorrain („der Lothringer“) oder einfach Claude Lorrain.
Um die Arbeit „Landschaft mit Christus und Maria Magdalena“ (1681) wird nun eine Ausstellung gezeigt, die die in den letzten Jahren gewachsenen Bestände u.a. eine seltene Radierung aus der spektakulären Folge des „Feuerwerks“ und – mithilfe der Kulturstiftung der Länder und der Hessischen Kulturstiftung – die bedeutende Zeichnung „Tänzerin mit Tamburin und Dudelsackspieler“ umfasst.
Für das Museum ist dies ein wunderbarer Anlass, sich dem Künstler in einem umfangreichen Forschungs- und Ausstellungsprojekt zu widmen. Claude Gellée, genannt Le Lorrain („der Lothringer“) oder einfach Claude Lorrain, wurde 1600 in Chamagne, einem Dorf bei Nancy, in Lothringen geboren. Als Heranwachsender gelangte er nach Rom, wo er, bis auf eine kurzzeitige Rückkehr in seine Heimat 1625, bis an sein Lebensende blieb. Von Beginn an konzentrierte er sich auf die Landschaftsmalerei und war mit seinen Gemälden so erfolgreich, dass er schon bald den Papst, mächtige Kardinäle und europäische Fürsten zu seinen
Auftraggebern zählte. Von der Mitte der 1630er-Jahre bis an sein Lebensende konnte Lorrain, der keine große Werkstatt unterhielt und so gut wie keine Schüler hatte, der Nachfrage nach seinen Gemälden kaum nachkommen.

Zu Lebzeiten wurde Claude Lorrain besonders in Italien und Frankreich geschätzt. Im 18. Jahrhundert fand seine Kunst dann vor allem in England und Deutschland größte Bewunderung. Englische Reisende, die auf ihrer standesgemäßen „Grand Tour“ nach Italien kamen, erwarben viele seiner Gemälde, und auch der Hauptteil seiner etwa 1.100 erhaltenen Zeichnungen und etliche seiner Radierungen befinden sich heute in englischen Sammlungen – was sich besonders erkennbar in der englischen Gartenkunst niedergeschlagen hat. Der Einfluss Lorrains auf die deutsche Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts spiegelt sich nicht nur im Urteil Goethes, sondern auch in der deutschen Landschaftsmalerei des Klassizismus. Das Städel Museum besitzt
einige Gemälde, die dies bezeugen, so unter anderen das Porträt von „Goethe in der römischen Campagna“ (1787) von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein oder die „Landschaft mit dem Dankopfer Noahs“ (1803) von Josef Anton Koch. Sie sind seit der Wiedereröffnung des Sammlungsbereichs „Kunst der Moderne“ nach abgeschlossener Sanierung des Gartenflügels jetzt wieder im Städel zu sehen.

Die Ausstellung läuft vom 3. Februar bis 6. Mai 2012 im Ausstellungshaus des Städl in Frankfurt.




1 Kommentar to “Claude Lorrain im Frankfurter Städl”

Rembrandts Grafik im Staedelmuseum Frankfurt | kunstfreunde sagte:

[…] 1500 – 1564) , Hendrick Goltzius (1558 – 1616) , Hercules Seghers (um 1590 – um 1638) oder Claude Lorrain (1600 – 1682) – setzen darüber hinaus die Arbeiten von Rembrandt ins Verhältnis zu seinen […]

Di 16. Juli 2013 at 13:41

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