KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr 5. Februar 2010

Robert Mapplethorpe die Dritte

Schmunzeln ist wohl das Beste, was man oder frau machen kann, wenn einige wenige Medien versuchen, das moralische Entsetzen über den Inhalt der Robert Mapplethorpe-Retrospektive im NRW-Kunstforum zu inszenieren.

Bis heute ist der Mann, seine Kunst und sein Leben sicher für manche Menschen ein Skandal, aber für ganz viele eben nicht mehr, man kann vorurteilsfrei auf seine Kunst schauen und die angemessene und schöne Präsentation vom NRW-Kunstforum tut ein übriges, die Bilder so zu begreifen wie sie sind.

Kunst und Ästhetik. Die eigenen Gedanken oder Wünsche oder Ängste oder was auch immer machen vielleicht nicht jeden Menschen frei von Vorstellungen die skandalös sind, aber das ist kein Problem der Schau.

Und es ist ja auch keine Verkaufsausstellung, in der man was kaufen muß,…

Wollen wir hoffen, dass der geschürte Volkszorn ausbleibt.




Do 4. Februar 2010

Robert Mapplethorpe im NRW-Forum ein Selbsttest

Es ist schon etwas eigenartig, wenn man den Skandalbildern der 80er Jahre gegenübersteht und feststellt, dass der damalige Tabubruch heute weniger Emotionen schürt. Oder anders gesagt, die Bilder sind trotz ihres manchmal deutlichen Gehalts hoch ästhetisch und tolle Kunst.

Kunst der Fotografie die durch das Interesse und das Können von Robert Mapplethorpe für die Ewigkeit festgehalten werden konnte. Die Ausstellung Robert Mapplethorpe – Retrospektive im NRW-Forum ist wirklich sehenswert, wenn man Freude daran hat, schön präsentiert, Vorurteilsfrei seine Bilderwelt kennen zu lernen.

Die eher kleinformatigen schwarz-weiß Bilder sind wunderbar präsentiert und immer brilliant, egal ob das Motiv einen Anspricht oder nicht. Große fotografische Kunst. Schön auch, dass die Ausstellungsmacher sich nicht gescheut haben, alles was interessant, spannend und ehemals skandalträchtig war zu zeigen. Auch wenn der Hinweis mit dem Jugendschutz der Preis ist. Aber das souveräne Umgehen mit den Diskussionen im Vorfeld beweißt, dass hier Ausstellungsmacher am Werk sind, die wissen wie man eine tolle Ausstellung macht und sich das nicht kleinmachen lassen.

Männliche Körper und ganz viele Blumen. Mal jemand der dazu steht, dass das menschliche Leben vom geliebt werden wollen in jeder Distanzstufe beherrscht wird. Sex sells ok, aber warum auch nicht. Das die Ausstellung noch deutlich mehr ist, werden hoffentlich viele Besucherinnen und Besucher bestätigen können. Jedenfalls der Selbsttest anlässlich der Pressevorbesichtigung ist geglückt.

Hier ein paar Eindrücke der Schau die noch bis zum 15. August 2010 zu sehen ist. Alle Fotos Jörg Pruss, Düsseldorf




Mi 3. Februar 2010

Ed Ruscha in München – Haus der Kunst

Das Haus der Kunst in München zeigt ab dem 11. Februar 2010 die Ausstellung Ed Ruscha (gesprochen: Ru-shay, wie der Künstler mit der Einladungskarte zu einer Einzelausstellung 1973 in London klarstellt).

Bildquelle:  Haus der Kunst München, ed ruscha, photo © danna ruscha

Die Münchner zeigen eine umfassende Retrospektive. Mit seinen Motiven greift Ed Ruscha (geb. 1937 in Nebraska) hinein in die Alltagskultur. Überall greift er hin, egal ob er in seiner Wahlheimat Los Angeles, die stark von der Film- und Werbeindustrie geprägt ist Wortmarken zitiert, z.B.  des Comics “Little Orphan Annie”,oder mit den Berg in den Bildern der Mountain-Serie, die das bekannte Logo der Film-Produktionsfirma Paramount Pictures zitieren.

Nichts ist vor ihm sicher. Seine Faszination, die für Ed Ruscha von Schriftbildern ausgeht, führt ihn ab 1980 zur Entwicklung einer eigenen Schriftart, “Boy Scout Utility Modern”: wie in dem Schriftzug “Hollywood” auf den Hügeln vor Los Angeles sind ihre Rundungen eckig abgeschrägt, als habe ein Schreiner die Schrift entworfen. Durch sein systematisches Ausloten der Wirkung von Schrift gelangt Ruscha auch zur Verwendung von ungewöhnlichen Farbstoffen und -trägern wie Säfte, Blut, Kautabak, Schokolade, Kaffee und Tee.

Seine Bildmotive sind auf der Straße und im Alltag aufgelesen, ohne ihm verhaftet zu bleiben. Vielmehr löst Ed Ruscha das Wort aus seiner ursprünglichen Eingrenzung durch einen bestimmten syntaktischen oder semantischen Zusammenhang. Wer die Ausstellung in München verpasst kann sich noch Richtung Norden wenden: Im Moderna Museet in Stockholm ist die Ausstellung vom 29. Mai – 5. September 2010. Ausstellungszeitraum vom 12. Februar – 2. Mai 2010




Di 2. Februar 2010

Empörung in Deutschland – Rembrandt betrügt oder was ist los

Durch die Jahrhunderte hat es immer wieder auch unter den Künstlerinnen und Künstlern Fälle gegeben, die aufgrund von welchen Umständen auch immer Bankrott gegangen sind. Rembrandt ist so ein prominentes Beispiel. Und hier würde heute niemand sagen, diese Tatsache führt bis heute dazu, dass seine Kunst geächtet wird.

Von Kunst leben ist auch deshalb eine Kunst, weil die wirtschaftlichen Möglichkeiten in dem System in dem wir aktuell leben durch die Verschiebung der Wertigkeiten, die Kunst als Mittel die Freiheit des Menschen auszudrücken, oder mit ihr Freiheit und Selbstwertgefühl zu entwickeln, für nicht mehr respektabel ansehen.

Der Primat des Geldes liegt über allem. Das es sich hierbei auch um Verteilung von Reichtum oder von ethisch bewegten Kreisläufen handelt ist leider sehr ins Hintertreffen geraten. Und dann verschreckt die Meldung heute die Republik, dass immer mehr Hartz IV-Empfänger mogeln. Da es ja auch in anderen Meldungen stand, dass jeder 2te Bundesbürger bzw. Bundesbürgerin Stütze braucht, sind das also eine ganze Menge. Die Aufmacher sind so, dass hier Empörung und Skandal hochkochen sollen.

Da fragt man sich doch, warum gerade diejenigen, die mit sehr wenig finanziellen Mitteln auskommen müssen, weil es das System so will, sich moralisch korrekt, soll heißen nicht betrügend, verhalten sollen. Seit 1,5 Jahren wird ständig von der Gier und der Maßlosigkeit der Vermögenden gesprochen, wer wie die Steuer umgeht, obwohl er oder sie gar nicht mehr weiß, wie viele Millionen ihnen denn gehören, einfach so. Und hier bei der gefühlten Elite wird schon Moral und Ethik ohne Not mit Füssen getreten, warum sollen die die in Not sind, dass dann nicht auch tun?

Dass Künstlerinnen und Künstler hohe Maßstäbe an sich und ihre Kunst stellen, von der Qualität der Farben bis zu dem immer selbstlosen Einsatz durch das Spenden von Arbeiten und Arbeitskraft für Charityaktionen ist ja allseits bekannt und sichtbar. Manchmal ist das Leben aber anders und dann verhält man sich auch anders oder realisiert Veränderungen erst nach dem Bankrott. Und Rembrandt zeigt´s, man kann auch genial gut sein und vielleicht auch ein toller Mensch (ich kannte den Mann nicht) aber wirtschaftliches Fortune ist kein Qualitätsmerkmal des Menschen. Moral und Ethik schon eher.




Mo 1. Februar 2010

Düsseldorf goes Mode und Kunst – Voices of Fashion

Das es in Düsseldorf Mode gibt, war lange Zeit ein Feststellung die man nicht treffen musste, da das jeder und jede wußte.

Das ist heute anders in Zeiten des Booms von Berlin als Modestadt und der Mode in der Restwelt. Düsseldorf hat deutlich verloren, ja Mode in Düsseldorf ist kein Qualitätsmerkmal oder ein fester Begriff mehr.

Das hat auch die Landeshauptstadt von NRW festgestellt und steuert (endlich) gegen. Neben der CPD, der internationalen Modemessen, wurde mit dem Format Voices of Fashion etwas geschaffen, das vielleicht zeigt, wie die Zukunft sein kann.

Überall in der Stadt wird vom 5.2 bis zum 7.2.2010 Mode gezeigt. Aber nicht nur Mode – sondern damit verbunden auch Kunst, Essen und Trinken, Kleinkunst, Schmuck und alles was Spaß macht.

Da es sich um ein offenes Format handelt, das von der Wahrnehmung von außen und der Teilhabe von außen lebt, sind auch Aktionen mit Kunst oder Künstleraktionen willkommen.

Eine führt die Kunstagentur Hoffmann mit dem Künstler Wolfgang Meluhn in der Oberen Ackerstraße durch. Wolfgang Meluhn zeigt eine Unikatkollektion von T-Shirts, die durch seine malerische und künstlerische Intervention ihre Bekleidungsfähigkeit zugunsten ihres Unikatcharakters verloren haben.

Die Motive spielen mit den alten und neuen Fähigkeiten des Trägermaterials und spielen ebenfalls mit den Nutzern der Ursprungsfähigkeit. Allen ist von außen die Anonymität und das Massenvorkommen gemeinsam. Erst in der Kombination und des Verlassens des Massencharakters wird die Einmaligkeit deutlich. Via Facebook und Twitter wird der Fortgang dieses Projektes in die Öffentlichkeit außerhalb Düsseldorfs weitergetragen, für alle andern in der Stadt ist die Location zugänglich.

Ein Ausstellung im Rahmen der Voices of fashion, die zeigt wie offene Formate auch für künstlerische Positionen ergänzen und sich gegenseitig befördern können.




Fr 29. Januar 2010

Akademierundgang Münster mit artist for sale

Die Idee ist toll, die Aufmachung auch und auch die Lose sind interessant. Allerdings frage ich mich, was eine Künstlerin zu einem Vornamentatoo animiert oder eine imaginäre Handyleitung entstehen lässt. Auch das Saufgelage oder die Briefe sind interessant.

Das und einiges mehr sind Lose der beteiligten Künstlerinnen und Künstler der Klasse Daniele Buetti, die am 3. Februar 2010 im Rahmen des Akademierundgangs in Münster auf dem Leonardo-Campus zu ersteigern sind.

Das renommierte Auktionshaus Christies hat die Kunstauktionatorin Christiane Gräfin zu Rantzau abgestellt um ab 21 Uhr die Versteigerung vorzunehmen.

Das zeitgenössische Kunst verstörend wirken kann und sehr persönlich ist wird hier in aller Konsequenz durchgezogen und gelebt.

Da merkt man oder frau erstmal wie distanziert ein Bild an der Wand oder eine Skulptur auf dem Sockel sein kann. Kommt natürlich auf Ausgangsmaterial und den Betrachter an, aber die Macht des Bildes, kann der Spannung oder dem Grauen vom Gegenüber wohl doch unterliegen. Mal sehen wie die Stimmung am 3.2.2010 dann ist.




Fr 29. Januar 2010

MARTa zeigt Kunst 2.0 – Ausstellung Martin Walde Unken

Eins muss man den kleinen Nationen lassen, ihre Repräsentanten im Kulturbereich werden ordentlich promotet. Bei der kommenden Eröffnung im MARTa Herford anlässlich der Ausstellung Martin Walde “Unken” wird ein illustres Who is who der Diplomatie und der Kunst aus Österreich anwesend sein. Voll Neid könnte man von “Klassenausflug” reden, aber das soll den Österreichern erst mal einer nachmachen. Oder den Japanern, die mindestens ihren Kulturattache zu einer Deutschjapanischen Ausstellung in Nordrhein-Westfalen entsenden. Das ist Unterstützung!

Martin Walde kommt eigentlich aus der Zeichnung und hat in den letzten Jahrzehnten Ideen zu plastischen Zeichnungen und Installationen entwickelt, die jetzt sehr raumgreifend im MARTa gezeigt werden.

Ein Hang der bei weiteren Zeichnerinnen der Generation festzustellen ist. Waldes Arbeiten sind poetisch und interaktiv oder web 2.0ig. Die große Steroporwand in die der Besucher Löcher mit Plastikwasserbechern graben darf, die Zündel- und Bastelarbeiten. Alles ist im Tun fast meditativ und indirekt Kunstprojektförderung.

Herrlich subversiv und spielerisch, auch wenn der Künstler zugibt, dass auch er zu einem Opfer der Besucher und der Eigendynamik der Arbeiten werden kann. Menschen aus unterschiedlichen Regionen agieren unterschiedlich mit den gedachten Folgen. Und wenn alles aus dem Ruder läuft muss das Aufsichtspersonal eingreifen. So werden aus anonymen Besuchern und Aufsichten Kommunikationspartner.

Reden hilft auch in dieser Ausstellung, die zwischen interessant, lustig und anarchisch changiert und doch immer wieder ungeheuer poetisch ist. Ein must go im Frühjahr.

Plakat MARTa Herford, Martin Walde, Unken

Noch ein Tipp zu Waldes Installationen: unbedingt länger schauen, da es regelmässig gurgelt, blubbert und zischt.

Wer es nicht aushält, sieht in den Videos filmisch das was er oder sie eigentlich selber erleben kann.

Und die Fimoknetenklötzchen in gelb sind nicht nur Unikate in Serie, sie sind nur bei Walde zu erhalten. Auch das passiert hier, Dinge jenseits ihrer normalen Größe und Form. Abfall oder Fehlproduktion als Künstlermaterial oder Grundmaterial für Kunst im Unikat des aktuellen Ausstellungsraumes.




Fr 29. Januar 2010

In Hamburg scheint das Labor für Deutschland zu stehen

Klientelpolitik, Kunst versus Kommerz, Verödung von Stadtquartieren, Künstlerinitiativen für Belebung von Stadtquartieren, Massengeschmack gegen Kunstinteressen.

Nicht erst seit der Debatte um das Gängeviertel ist Hamburg immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Direktdemokratie durch Volksabstimmungen, Künstlerinitiativen, die Jahrzehnte Betonburgen nutzen (s. Skam.org) und dann doch weichen müssen, StreetArt und Offszene und immer wieder Konflikte für und gegen Neubebauung, Sanierung und Veränderung der Bewohnerstruktur durch Finanzpolitik.

Jetzt ist die Kampagne “Das Leben ist kein Möbelhaus” durch Volksentscheid unterlegen und die Künstler im ehemaligen Karstadt (-beton)-Haus die auch unter www.Frappant.org zu finden waren werden die Räume verlassen müssen. Bevor es so weit ist, wird noch mal der Hammer geschwungen. Nicht als Abrissinstrument sondern der Auktionatorenhammer des Künstlers und Kunstauktionators David Beavan, der für die Berufskolleginnen und -kollegen deren Kunstproduktion an die Sammlerin und den Sammler bringen will. Hier werden ganz ohne renommierte Auktionshäuser Strukturen entwickelt, die die Streetart und zeitgenössische Kunst unter die Menschen bringt, die sie schätzen und die die neuen Sammlergenerationen darstellen. Und Künstler wie David Beavan schaffen für andere Künstlerinnen und Künstler Raum. Für Öffentlichkeit, für Interesse und für die Rezeption von deren Arbeiten.

Ob und wann einer der Beteiligten die Millionenbörsen erzielen wird ist nicht offen, aber das Potential ist da und die Distributionswege sind andere, als früher. Auktion 3.0 in Zeiten des web 2.0 mit der Wirkung des realen 4.0. Weil erstmal nur das hier und jetzt zählt und was kommt wird anders sein, als wir heute denken. Und da kann die auktionierte Kunst von heute, morgen schon Legende sein.




Do 28. Januar 2010

Die besten Jobs der Welt – Künstler in den Top Ten

Wo sind sie die besten Jobs der Welt?

Einen Inhaber eines der besten Jobs kürte indirekt schon spiegelonline, in dem der Redakteur Jens Weinrich dort über den Fifa Boss Sepp Blatter und die WM 2010 berichtete. Der Tenor, wenn das Turnier gut läuft, kann der jetzige Chef mit einer vierten Amtszeit rechnen. Oder mit dem Friedensnobelpreis. Super, der Mann macht doch nichts mehr selber, aber bei dem reichen Verband, immer netten Sport gucken, top verdienen und alle sind nett zu einem, weil man ja die schönste Nebensache der Welt und das weltweit vertritt. Der Job gehört in die Top Ten.

Dann hätten wir noch die europäische Variante, die UEFA, auch deren Chef hat einen der besten Jobs der Welt s.o.

Die IOC-Mitglieder haben auch ähnlich komfortable Posten mit top Gehältern oder zumindest immer beim Sport alles frei, so dass Jacques Rogge auch einen der Top Ten Jobs der Welt hat.

Dann lasen wir im letzten Jahr von dem Bademeister auf einer australischen Insel. Da ist aber noch ein bisschen Risiko drin, weil man oder frau dort ja auch im Zweifel Leben retten muss bzw. der Gefahr der Klimaerwärmung und Überschwemmung ausgesetzt ist.

Bei der Lottofee im Fernsehen bin ich mir nicht sicher, aber sie ist dicht dran und doch komplett unschuldig, wenn man oder frau wieder die falschen Zahlen getippt hat. Eigentlich auch ein Top Ten Job.

Lange Zeit gehörten auch die Chefs und Chefinnen der großen Museen der Welt dazu. Louvre, British Museum, Museumsinsel, MoMa, Guggenheim, Metropolitan Museum, aber immer Kanapees mit den Sammlern essen, Champagner trinken für die Sponsorengelder, in Pressekonferenzen immer hip und engagiert sein ist auf die Dauer schon anstrengend. Also hier mehr Top Zwanzig.

Vielleicht die Sammler mit dickem Bankkonto, die umgeben von toller Kunst immer auf der Suche nach Neuem sind. Aber durch den oftmals aufgeblasenen Habitus und der Gier nach Neuem auch immer von der Angst was zu verpassen getrieben. Vielleicht auch nur Top Zwanzig.

Kaufhauserben sind auch aus dem Spiel, s. Karstadt.

Dann doch besser noch Künstlerin und Künstler. Das machen, was einen selber treibt, was mit einem zu tun hat, mit dem man im Dialog ist oder an dem man sich reiben kann. Machen, sehen das, was unter den eigenen Händen und mit den eigenen Ideen wird. Das ist ein Top Ten Job im Grundsatz. Vielleicht ist es aber kein top Ten Job durch die geringe Chance auf Einkommen. Wenige gehen ähnlich ein und aus bei den Mächtigen und Schönen der Welt, manchmal dort auch nur als Dekor, aber vielen fällt das vielleicht nicht auf, da alles Dekor ist und nichts an Inhalt mehr übrig ist.

Aber das ist ein Top Ten Job ohne Zweifel. Aber eben nicht so selten wie die oben genannten Jobs, mit so wenig Achtung und Respekt, obwohl hier was wird, was dort viele anderen eigentlich schaffen, die nicht die Privilegien genießen. Und dann vielleicht auch noch Künstlerin und Künstler sein, davon Leben können und nicht daran verzweifeln müssen. Diese Gruppe von Menschen macht so viel: Freude, Farbe, Ideen, Gespräch, Bildung, Erziehung, Erfolgserlebnisse und kollektives Erinnern, Bewahren und Neuentdecken, Finden und Verschenken von Seherlebnissen. Ach das ist herrlich. Wann erkennt das die Welt, was wir für Potential an Glück haben. Und es ist nicht ein dickes Bankkonto oder der Fernsehauftritt. Macht der Kunst machtvoll und lustvoll teilen mit der Welt. Der Top Ten Job schlechthin.




Do 28. Januar 2010

Missverständnisse – Stolpersteine der Kommunikation Ausstellung im Zeitungsmuseum

Missverständnisse – Stolpersteine der Kommunikation  oder Kommunikation hilft könnte man die Ausstellung des Deutschen Zeitungsmuseums auch nennen.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit Missverständnisse aller Art. Missverständnisse sind eigentlich alltägliche Phänomene, die in den unterschiedlichsten Lebensbereichen vorkommen. Jeder hat schon Erfahrungen mit Missverständnissen gemacht, sei es zwischen Männern und Frauen, zwischen Erwachsenen und Kindern oder in ganz anderen Situationen.

Mal ergeben sich daraus keinerlei Konsequenzen und das Missverständnis klärt sich „nebenbei“ – in anderen Fällen spitzt sich die Situation drastisch zu und die Folgen sind dramatisch: Es kommt zu Flugzeugabstürzen, Ehescheidungen oder internationalen Konflikten, oder es wird bewußt als Mittel der Diplomatie genutzt (z.B. setzte Bismarck bei der Emser Depeche darauf).

Missverständnisse haben aber oftmals auch eine komische Komponente und kommen daher als effektvolles Stilmittel in Literatur, darstellender und bildender Kunst zum Einsatz. Alle diese Facetten werden in der Ausstellung beleuchtet.

Die Ausstellung widmet sich den Ursachen, Formen und Folgen missverständlicher Kommunikation und fördert dabei eine breite Palette an interessanten, lustigen und tragischen, sowie skurrilen Fallbeispielen zutage. Spannend ist die bunte Schau für alle Altersgruppen, sie verbindet unterhaltsame Anekdoten mit den wissenschaftlichen Hintergründen zwischenmenschlicher Kommunikation.

Das Deutsche Zeitungsmuseum präsentiert die erfolgreiche Schau des Museums für Kommunikation Berlin knüpft dabei inhaltlich an Aspekte der Kommunikation in Zeitungen aber auch anderer Medien an.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. Juni 2010.