KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di 25. November 2014

GWK-Förderpreis Kunst 2014 an Katrin Kamrau und Jeronimo Voss

Katrin Kamrau und Jeronimo Voss erhalten in diesem Jahr die GWK-Förderpreise für Kunst der Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit. Der Bielefelder Kunstverein präsentiert den GWK-Förderpreis erstmalig in einer Ausstellung. Die Laufzeit der Ausstellung ist vom 30. November 2014 bis zum 25. Januar 2015.

KVBielefeld Bildquelle :KV Bielefeld Ausstellungplakat

Die GWK – Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit fördert neben Musik und Literatur auch herausragende junge Künstlerinnen und Künstler aus Westfalen-Lippe jährlich mit zwei Förderpreisen in der Sparte Bildende Kunst.

Katrin Kamrau und Jeronimo Voss verbindet eine Auseinandersetzung sowohl mit der gesellschaftlichen und historischen Rolle des Bildes als auch mit den technischen und soziopolitischen Bedingungen dessen Reproduktion. Vor dem Hintergrund des wechselseitigen Interesses für das jeweils andere Werk haben die beiden PreisträgerInnen Katrin Kamrau und Jeronimo Voss unter dem Titel »metro / -skopien« eine gemeinsame Präsentation für den Bielefelder Kunstverein entwickelt, in der sie aktuelle Arbeiten und Neuproduktionen in einen direkten Dialog zueinander setzen.

Über die Vergabe der Kunstpreise entschied in diesem Jahr die Fachjury bestehend aus Sandra Dichtl (Dortmunder Kunstverein), Ben Kaufmann (Neuer Aachener Kunstverein) und Thomas Thiel (Bielefelder Kunstverein). Weitere Informationen unter: www.gwk-online.de

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Sa 22. November 2014

Kunsthalle Rostock zeigt Norbert Bisky.

Die Kunsthalle Rostock zeigt noch bis zum 15.02.2015 die Ausstellung Norbert Bisky: Zentrifuge. Es verwundert nicht, dass ein 1970 in Leipzig geborenen Maler nicht zwingen eine Liste mit Retrospektiven oder großen umfassenden Einzelausstellung vorweisen kann. Mit rund 80 Gemälden liegt das Augenmerk der Ausstellung auf jenem Medium, das die Basis von Norbert Biskys künstlerischem Selbstverständnis bildet: der Malerei. Vielleicht eine sehr eigene 25 Jahre Mauerfall-Würdigung, da Menschen wie Bisky, die die Zeitenwende und den Systemwechsel noch live und am eigenem Leibe erlebt haben, irgendwann nicht nur Zeitzeugen, sondern auch mal Menschen werden, die es so nicht mehr gibt, weil alles danach anders war.

Das Augenmerk der Ausstellung gilt den vielfältigen Auflösungstendenzen in der Malerei Norbert Biskys und spiegelt sich in einer Ausstellungsdramaturgie wider, die die geradlinige, nüchtern-modernistische Architektur der Kunsthalle Rostock – dem einzigen Neubau eines Kunstmuseums in der ehemaligen DDR – in ihrer Zirkularität nutzt. Mittels ineinandergreifen der Schwerpunkte ermöglicht die Ausstellung unterschiedliche Sichtweisen auf Biskys Schaffen. Dabei verdeutlicht sie zugleich, welche Prozesse der Bedeutungskonstruktion und -konsolidierung im Akt der Rezeption stattfinden und somit im Auge des Betrachters liegen. Denn der Fokus von Biskys Malerei gilt nicht der Abbildung von Realität, sondern unserem Umgang mit Bildern und deren Wirkungsweisen. Hatte der Künstler zu Beginn seiner Laufbahn die Bildsprache seiner sozialistischen Jugend persiflierend ins Visier genommen, gilt sein heutiger Blick vor allem den Medienbildern, der Ästhetik der Werbung, ihrer Konstruktion von Körperbildern und unserem Umgang damit.
Figurativ aber immer in Auflösung, oft sehr groß und daher überraschend bedrohlich, trotz der farbigen und dadurch freundlich wirkenden Oberfläche.
Sehr sehenswert, wenn man verstehen will, was in gut 40 Jahren in Deutschland passiert ist und was in der Welt im 21. Jahrhundert zu erleben ist. Auflösung und Veränderung wohin man schaut. Zeitgenössische Kunst im besten Sinne.
Noch bis zum 15.02.2015 in der Kunsthalle Rostock zu sehen.




Sa 22. November 2014

Marta Herford zeigt “Gute Aussichten”

Im Marta Herford ist jetzt Platz für junge Gegenwartsfotografie. Unter dem Titel „guten aussichten – junge deutsche fotografie 2014 / 2015 werden bereits zum dritten Mal die Gewinner des Fotowettbewerbs „gute aussichten“ im Museum Marta Herford präsentiert, bevor die Ausstellung durch zahlreiche internationale Häuser tourt. Zu der hochkarätig besetzten Jury zählt in diesem Jahr der britische Künstler Paul Graham. Die Auswahl deutscher NachwuchsfotografInnen eröffnet einen Blick auf aktuelle Entwicklungen und neue Tendenzen, die bis zu bewegten Bildern reichen.

Plakat der Ausstellung

Die Laufzeit der Ausstellung ist vom 23. November 2014 bis zum 11. Januar 2015

KünstlerInnenListe:

Karolin Back, Katharina Fricke, Andrea Grützner, Marvin Hüttermann, Stefanie Schroeder, Jannis Schulze, Kolja Warnecke, Eduard Zent




Mi 19. November 2014

Kunsthalle Bielefeld zeigt Ausstellung zu Sophie Taeuber-Arp

Sophie Taeuber Arp gehört zu den herausragenden Künstlerinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die genreübergreifend in Malerei und Tanz, in Architektur und Design nach neuen Ausdrucksformen suchten. Ihr souveräner Umgang mit Formen und Farben sowie der subtile Einbezug aktueller Kunstströmungen erlaubte ihr die Entwicklung einer unverwechselbaren künstlerischen Handschrift, die in den verschiedensten Medien wiederzufinden ist.

STA_Dr.Komplex

 

Marionetten zu König Hirsch, Dr. Complex, 1918, Museum für Gestaltung Zürich, Kunstgewerbesammlung, © ZHdK, Marlen Perez

Die Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld mit dem Titel «Sophie Taeuber-Arp. Heute ist Morgen« bietet die Möglichkeit, die  gattungsübergreifende Denk- und Vorgehensweise dieser Künstlerin anhand von knapp 200 Exponaten in noch nie dagewesener Tiefe und Breite zu erkunden und so ihre Pionierleistung für die Moderne umfassend zu würdigen. Nach dem Aargauer Kunsthaus in Aarau, Schweiz, ist Bielefeld die einzige Station in Deutschland dieser umfangreichen Ausstellung zu Sophie Taeuber-Arp, die in Bielefeld ergänzt wird um Hauptwerke aus der eigenen Sammlung von Hans Arp, Sonia Delaunay, Robert Delaunay, Max Ernst u.a
Laufzeit der Ausstellung 12.12.2014 bis 15.03.2015 in der Kunsthalle Bielefeld.

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Mi 19. November 2014

Wendekalender „Unikörper“ aus Trier

Zum dritten Mal erscheint in diesem Jahr der Wendekalender „Unikörper“, bei dem 27 studentische Modelle der Hochschulen Triers (FH & Uni) für einen guten Zweck vor der Kamera alle Hüllen fallen ließen und damit das Ziel zu verfolgen Spenden zugunsten der Deutschen Aidsstiftung und des Fördervereins krebskranker Kinder zu sammeln.

unikorper Bildquelle: Unikörper, Herausgeber

Dabei steht vor allem der Mensch in seiner Rolle als verletzliches Wesen in seiner Umwelt im Vordergrund. Es ist die Motivation aufzuzeigen, dass, egal ob der Herkunft, noch sozialer Stellung, wir alle gleichermaßen verwundbar sind und damit in der Verantwortung zu allen Menschen stehen.

Diese Idee wurde durch die Fotografen Marco Piecuch, Géraldine Hutt, Vic Vicious und Claudia Stierwald in 25 einzigartigen Motiven umgesetzt.

Erworben werden kann dieses Ergebnis unter www.unikoerper.de




Do 13. November 2014

Schmallenberg zeigt Die Textile 2015

Wenn sich eine südsauerländische Stadt wie Schmallenberg an ein umfassendes Projekt wie „Die Textile“ – ein Festival der textilen Kunst” traut, wird der besondere Geist von Entscheidern, Förderern und Macherinnen deutlich, die Power, Energie, Willen und Vertrauen in die eigenen Stärken haben.

Brockmann

Bildquelle Stadt Schmallenberg: Dr. Andrea Brockmann inmitten textiler Schätze

Mit Dr. Andrea Brockmann als Leiterin des Kulturbüros ist auch ein “Motor” gefunden die nicht nur Sachverstand, gutes Netzwerk und Begeisterung mitbringt, sondern auch ein erfahrene Projektmanagerin von Projekten dieser Art hat. Wenn vom 26. April bis zum 31. Mai 2015 die Textile in Schmallenberg läuft, werden viele auch Besucheraktivierende Angebote und Ausstellung mit Werken bekannter Künstler zu finden sein. Die Stadt als Textilstandort, als Kulturort und Festivalort wird sich mit diesem umfassenden Projekt weit über die Region hinaus platzieren.
Und das Brockmann eine Zeiterscheinung aufgreift und mit Schmallenberg verbindet ist offensichtlich. Textil ist in, es wird wieder genäht, gestrickt und selbst gefertigt, Museen rund um den Globus zeigen textile Meisterwerke. Und dann gibt es vor Ort noch die bekannten Strumpfstrickereien. Und in der Geschichte gab es Spinnereien, Webereien und Konfektionsbetriebe. Bis in die 1970er-Jahre war die Textilindustrie der bestimmende Industriezweig in der Region.
Kinder – und Jugendprojekte, Interventionen, Art Walks, Ausstellungen und die Vermittlung zu dem Allen wird wie viel Spaß und Unterhaltung für die vier Festivalwochen in Schmallenberg sorgten. Ab März 2015 wird das Gesamtprogramm im Vorfeld veröffentlicht.

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Mi 12. November 2014

Opelvillen zeigen russische Fotoausstellung

Die Opelvillen Rüsselsheim zeigen Fotografie und Zeichnungen der russischen Avantgarde aus der Sammlung der Sepherot Foundation vom 17. Dezember bis zum 8. März 2015

Die Ausstellung versteht sich als eine Bilderreise zum Neuen Sehen in der Fotografie der russischen Avantgarde im 20. Jahrhundert

fallschirmspringerinBildquelle: Georgi Selma, Fallschirmspringerin, 1932, Sepherot Foundation (Liechtenstein)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts suchten Künstler allerorten neue Ausdruckformen. Die russische Avantgarde entwickelte — inspiriert von westeuropäischen Kunstströmungen — eine genuin eigene, revolutionär ungegenständliche Darstellungsweise. Die Ausstellung mit rund hundert Exponaten veranschaulicht, wie die aus der bildenden Kunst kommenden Impulse auch das Medium der Fotografie durchdringen. Insbesondere Alexander Rodtschenko, der ursprünglich Maler war, widmete sich früh der Fotomontage. Mit seiner Leica erforschte er das Großstadtleben — nicht allein, um Realität einzufangen, vielmehr stehen seine Aufnahmen ungewohnter Motive aus unüblichen Perspektiven im Zeichen abstrakt-malerischer Bildkompositionen. Auch El Lissitzky oder Georgi Selma übertrugen bildnerische Strategien auf die Fotografie. In der Gegenüberstellung mit Papierarbeiten und Zeichnungen, etwa von Kasimir Malewitsch, wird die Fortführung von Suprematismus und Konstruktivismus mit fotografischen Mitteln evident.




Di 11. November 2014

CO Berlin zu Leben und Werk von Lore Krüger

C/O Berlin präsentiert weltweit als erste Institution eine große Retrospektive der deutschen Fotografin Lore Krüger. Vom 24. Januar bis 10. April 2015 wird die Ausstellung Ein Koffer voller Bilder der deutschen Fotografin Lore Krüger im Amerikahaus zu sehen sein.
Die Ausstellung umfasst ca. 100 schwarz-weiße Originalabzüge sowie weitere Exponate wie Bücher und zeithistorische Dokumente. Mit dieser Werkschau schließt C/O Berlin an eine Reihe von Ausstellungen an, in denen bisher unveröffentlichte Arbeiten gezeigt wurden – wie etwa Jerry Berndt (2008), Fred Herzog (2010) und Anja Niedringhaus (2011).

Lore Krügers Fotografien sind dabei stark geprägt von der im Kontext des Bauhauses entstandenen Strömung des sogenannten Neuen Sehens, aber auch von den damaligen künstlerischen Strömungen wie Kubismus, Dadaismus und Surrealismus. Sie gehört in Paris zu den Künstlern, die die fotografische Bildsprache vom rein reproduzierenden zu einem produzierenden Medium zu erweitern suchten. Als Schülerin der großen Fotografin und Bauhaus-Absolventin Florence Henri erlernt Lore Krüger in Paris das fotografische Handwerk sowie den freien, experimentellen Umgang mit diesem Medium. So experimentiert sie im Labor mit der Technik der Montage, des Fotogramms und der Mehrfachbelichtung. Schnell macht sie sich jedoch von den reinen, ästhetischen Studioaufnahmen ihrer Lehrerin unanhängig und wendet sich dem realen Leben auf der Strasse zu. So entstehen unter anderem die Serie „Gitans“ im Wallfahrtsort Saintes-Maries-de-la-Mer und soziologische Reportagen über Provinz, Arbeiter und Bourgeoisie in Frankreich.

Nicht mehr nur Muse oder Modell sondern selbst Künstlerin – Lore Krüger steht mit ihrer Arbeit zudem für die neue, emanzipierte Stellung der Frau innerhalb der Avantgarde der 1930er und 1940er Jahre. Neben Künstlerinnen wie Sonia Delaunay, Hannah Höch, Florence Henri oder Claude Cahun gilt Lore Krüger mit ihren Fotografien als Pionierin der Bildenden Künste. Hinzu kommt ihre starke Politisierung durch die Ereignisse in Deutschland und ihre Erfahrungen im Exil. Sie hat regen Austausch mit den Intellektuellen der Zeit – Anna Seghers, László Radványi, Walter Benjamin und Alfred Kantorowicz. Zudem ist sie in New York aktiv an der Gründung der antifaschistischen Exilzeitschrift „The German American“ beteiligt, in der viele bekannte Schriftsteller veröffentlichen.

C/O Berlin präsentiert vom 24. Januar bis 10. April 2015 die Ausstellung Ein Koffer voller Bilder der deutschen Fotografin Lore Krüger.




Di 11. November 2014

Kurt Jackson – Place

Der bekannter britische Künstler Kurt Jackson, der als Künstler in den Positionen Malerei, Skulptur und Film unterwegs ist und oft vor Ort seine Objekte erschafft ist der Frage nach dem Ort nachgegangen. Der meist konzeptuell arbeitende Künstler hat ein Projekt erdacht für das er viele Helfer brauchte. Sein Projekt “Place” beschäftigt sich auch mit der Geschichte hinter den fertigen Objekten, so wie für Jackson die Geschichte hinter einem Kunstwerk immer wichtig ist.
Er hat jetzt 32 Schriftsteller und Menschen, die viel Schreiben aus Großbritannien um Mithilfe zur Entstehung des Projektes Place gebeten. Es geht um die zeitgenössische Befindlichkeit der Menschen im Land. Just zu einer Zeit in der das Referendum Schottlands, oder die Ausstellung zur Geschichte Deutschlands in London zeigt, dass viele vertraute Gewohnheiten hinterfragt werden. Ein interessantes Projekt von einem interessanten Künstler. Die Ausstellung wird an drei Stellen in Großbritannien gezeigt.

place-inviteKurtJackson

Die 32 beteiligten Schriftsteller und Projektpartner:
Cathy Anderson, charity sector worker
Andy Atkins, Executive Director, Friends of the Earth
Jeff Barrett, founder Heavenly Recordings record label
Mick Catmull, film director
Mark Cocker, writer and naturalist
Ian Collins, writer and curator
Gina Cox ,Curator of Fine Art
Jim Crace, author
Helen Dunmore, poet, novelist
Michael Eavis, English dairy farmer and Glastonbury Festival Founder
Patrick Gale, author
Jimi Goodwin, musician
Philip Gross, poet
Charlotte Gunn, Learning officer
Stephen Hesselbo, Professor of Geology
Carol Hughes, widow of Ted Hughes
Robert Hurrell, environment agency fisheries officer
Caroline Jackson, Company Director, married to Kurt Jackson
Lord John Krebs, Principal of Jesus College Oxford, Zoologist
Catherine Leyshon, Professor of Geography
Richard Mabey, author and naturalist
Robert Macfarlane, author
Jessica Mann, author
Steve Marshall, Arts and Heritage consultant
Alice Oswald, poet
Annie Robinson, writer
John Sauven, Executive Director of Greenpeace UK
John Stephens,GP
Helen Taylor, Professor of English and Humanities
Charles Thomas, Professor of Archaeology
John Vidal, environment editor, Guardian
Bob Wilson, director and events organiser, Greenpeace

Die Ausstellungsorte und Laufzeiten sind wie folgt angegeben:
Southampton City Art Gallery 14/11/14 – 7/3/15
Touring on to The Royal Cornwall Museum, Truro 28/3/15 –
2/10/15
The Victoria Art Gallery, Bath 10/10/15 – 3/01/15
Weitere Infos:
www.kurtjackson.com




So 9. November 2014

Salzburg zeigt Etel Adnan

Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert als erste Institution in Österreich das vielseitige Werk von Etel Adnan, die 1925 in Beirut (Libanon) geboren wurde und nach Stationen in Paris, New York und Sausalito in
Kalifornien derzeit wieder in Paris lebt. Adnan hat sich als Schriftstellerin, Dichterin, Künstlerin und Kulturredakteurin international einen Namen gemacht. Zu Adnans wichtigsten Büchern zählen Sitt Marie-Rose (1977),
Arabische Apokalypse (1980) und Reise zum Mount Tamalpaïs.
Bereits 1959 beginnt Adnan, sich parallel zu ihrer schriftstellerischen Tätigkeit der bildenden Kunst zu widmen. Anhand einer Auswahl von rund zweihundert Werken zeichnet die Ausstellung die künstlerische Entwicklung Etel Adnans von den 1960er- Jahren bis heute nach und umfasst Medien wie Malerei, Arbeiten auf Papier, Tapisserie und Film. Tonaufnahmen sowie eine Auswahl ihrer Publikationen, die in zahlreichen Sprachen erschienen sind, komplettieren die Werkschau. „Seit ihrer beeindruckenden Präsentation auf der Documenta 13 2012 in Kassel ist das malerische Werk von Etel Adnan in aller Munde und wird in Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt. Für Etel Adnan ist es außerdem eine Art zu zeichnen. Die Ausstellung Berge schreiben unterstreicht diese enge Verbindung zwischen dem Literarischen und Bild künstlerischen.“
Den Großteil der Ausstellung nehmen Adnans kleinformatige Gemälde ein. Ihr durch Farbflächenmalerei geprägtes Frühwerk, das an Architektur erinnert, wird oft mit dem von Nicolas de Staël verglichen. Werke von Paul Cézanne, Paul Klee und Pablo Picasso finden darin stilistischen Widerhall. „Malen ist für mich die Liebe zur Welt“, sagt Etel Adnan. Seit jeher üben Berge eine besondere Faszination auf Etel Adnan aus und stellen daher das Leitmotiv in der Ausstellung dar. Eine wichtige Quelle ihrer Inspiration ist der Mount Tamalpaïs nördlich von San Francisco, den Etel Adnan tagtäglich von ihrem Arbeitszimmer aus beobachten konnte und der für sie zu einer Art „Zuhause“ wurde. Dieser Berg steht Pate für ihre Auslotung kontrastreicher Farben und der Grenzen zur Abstraktion. So wirken Adnans Bilder wie Seelen-landschaften, in denen die poetische Sprache der Künstlerin eine visuelle Entsprechung findet. Durch ihre flüchtige Arbeitsweise repräsentieren Adnans Werke die Unmittelbarkeit ihres ästhetischen Ausdrucks. Sie sind Studien zu Farbe und Form sowie Skizzen zu Landschaften, insbesondere zum Mount Tamalpaïs. Über die Jahre entstanden so tausende Arbeiten, die den Berg in unterschiedlichen Farben, Lichtsituationen, Jahres- und Tageszeiten zeigen.
Einen besonderen Stellenwert innerhalb ihres Schaffens nehmen seit 1964 Leporellos ein. Adnan empfindet das Schreiben als eine Art zu zeichnen. Auf japanischem Papier, das wie traditionelle Emakimonos harmonikaartig in Buchform gefaltet wird, vereint die Künstlerin Schrift und Bild, Text und Zeichnung.

Etel Adnan. Berge schreiben
15. November 2014 – 8. März 2015 in Salzburg