KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di 21. Oktober 2014

Kaiserring Goslar für Künstlerin Wiebke Siem

Die Benennung der Künstlerin Wiebke Siem als neue Kaiserringträgerin in Goslar, war im Januar 2014 fast eine kleine Sensation. Eine Frau und dann auch noch eine die feministische Kunst macht. Die bekommt den wichtigsten Deutschen Kunstpreis.

Das Irre ist genau das, dass eine ausgewiesene, erfolgreiche Künstlerin, die auch als Professorin gelehrt hat, die viel im Kunst- und Ausstellungsbetrieb zu sehen war, fast eine Unbekannte geblieben ist. Jedenfalls mehr ein Insider, denn ein Blockbuster.

Ihre neueren Arbeiten verwandeln, die  Alltagsgegenständen die sie in ihren Objekten verarbeitet von etwas Vertrautem hin in etwas, dass bedrohlich und keineswegs beherrschbar wirkt- Durch die Größe, die Oberflächenbearbeitung, die Konotation. Heraus kommen Dinge die Brutalität und die Grausamkeit des Alltags, zurückdestilliert auf die wesentlichen Facetten komisch und furchtbar zu gleich erscheinen. Comicartig mit viel schwarzem Humor, der um so gefrierender ist, so dichter Siem im Alltag bleibt.

Die Arbeiten von Wiebke Siem arbeiten auch immer mit dem Raum, sind präsent und wirken so dass wenn die Jury von “Aura” spricht, alles darüber gesagt ist.

“Wiebke Siem ist gleichermaßen eine sehr menschliche und sehr intellektuelle Künstlerin. Oft gehen wir von der Annahme aus, dies sei ein Gegensatz, besonders bei einem Künstler. Siem stellt Objekte von Hand her und verwendet dabei vertraute Formen und alltägliche Materialien. Dabei arbeitet sie mit der großen Tradition der Moderne, die vor allem in Deutschland unsere Vorstellungen von der Bildhauerkunst grundlegend verändert hat.

Die Vergangenheit ist eine, die wir alle mehr oder weniger miteinander teilen. Sie spricht vom Verlust Mitteleuropas, des Handwerks, der Familie und der Heimat. Für die Zukunft gilt die Hoffnung, dass künstlerisches Schaffen und das Wiedererfinden der Welt durch dieses Tun noch eine Rolle spielen, um unsere Imagination am Leben zu erhalten und unser inneres Selbst darzustellen.

Für die Zukunft gilt die Hoffnung, dass künstlerisches Schaffen und das Wiedererfinden der Welt durch dieses Tun noch eine Rolle spielen um unsere Imagination am Leben zu erhalten und unser inneres Selbst darzustellen.” Zitat der Jurybegründung.
Und das war sehr schön, weise und wegweisend formuliert, so dass hier nur noch ein herzlicher Glückwunsch und Chapeau Wiebe Siem zu sagen ist.
Mehr davon damit die Gewalt gegen Frauen weder subtil noch mit Bruatlität herausgekehrt, nicht mehr toleriert wird, nirgendwo.




Di 21. Oktober 2014

Brasilianische Moderne Ernesto Neto in Rolandseck

Das Hans Arp Museum Rolandseck lädt ab dem 26.10 zu einer besonderen Sonderausstellung ein. Der Brasilianische Bildhauer Ernesto Neto wird mit seinen Arbeiten unter dem Titel Haux Haux vom 26. Oktober 2014 bis 25. Mai 2015 zu Gast sein. Neto steht für die zeitgenössische Brasilianische Kunst und hat intensive Verbindungen zu einem Indianervolk aufgenommen. Diese leben den friedvollen und liebevollen Kontrast zu der Restwelt und sind mit sich und der Natur von der sie leben in respektvollem Einklang.

Der Künstler Ernesto Neto (*1964, lebt und arbeitet in Rio de Janeiro, Brasilien) lädt dazu ein, den eigenen Körper intensiv zur Kunstwahrnehmung einzusetzen und dafür den direkten Kontakt mit den Werken zu suchen. Seine ausladenden Installationen und Skulpturen sollen berührt und betreten werden.
Er verwendet weiche, teils Textile teils Kunstfasermaterialien, die es erlauben, die Arbeiten wie überdimensionierte Gewürzsäcke auch als Geruchserlebnis zu nutzen.
Ein Teil seiner raumgreifenden Arbeiten aus Tüll, Nylon und Schaumstoff hängen an der Decke und werden durch die Schwerkraft mit beeinflusst. Durch diese spielerische Interaktion weist seine Kunst stets eine sinnliche und soziale Qualität auf.
Neto sieht sein Schaffen zudem in der Nachfolge von Hans Arp und stellt deshalb einige seiner Werke denjenigen Arps direkt gegenüber. Speziell für die Ausstellung hat er ein Video produziert, das ihn selbst in »liebevoller« Umarmung und Bewegung mit einer Skulptur des Hauspatrons Hans Arps Bronzeskulptur “Torso-Profil” von 1959 zeigt.
Eine schwungvolle Rezension ist auch im Spiegel von Ingeborg Wiensowski erschienen




Di 21. Oktober 2014

Barocke Kunst in München Rembrandt-Tizian-Bellotto

Die Kunsthalle München zeigt mal wieder eine Schau für die Freunde der alten Kunst. Zu Gast sind Meisterwerke der Dresdener Gemäldegalerie die der damalige sächsische Kurfürst polnischen König August II. (1670–1733), auch der Starke genannt, und sein Sohnes Augusts III. (1696–1763) zusammen getragen haben. Diese Zeit wird nicht von ungefähr „Augusteischen Zeitalter“genannt, entstanden doch in Dresden Meisterwerke der Architektur und der Malerei und wenn sie nicht dort entstanden wurden sie eben gekauft.

Schöner Trailer zur Ausstellung

Die Zeit war auch eine der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte. Die zahlreiche Bauprojekte und der Ausbau der königlichen Sammlungen diente natürlich auch zu etwas: nämlich dem Zweck den neuen Machtanspruch des Dresdner Hofs zu demonstrieren. Die Entwicklung der Dresdner Gemäldegalerie im 18. Jahrhundert, ihre Präsentation, Ausrichtung und Wirkung, wird anhand von sieben Kapiteln in der Ausstellung dargelegt. Weiterlesen »




Fr 17. Oktober 2014

Saarlandmuseum zeigt Olav Christopher Jenssen

Das Saarlandmuseum zeigt ab dem 14. November die Ausstellung Olav Christopher Jenssen. Jennssen (geboren 1954 in Sortland/Norwegen, lebt in Berlin und in Lya/Schweden) zählt zu den renommiertesten Künstlern skandinavischer Herkunft und ist seit seiner Teilnahme an der Documenta IX (1992) einem breiteren internationalen Publikum bekannt geworden.

Olav Christopher Jenssen, Panorama Lavendel, 2010 Bildquelle: Panorama/Lavendel, 2010, Photo: Vegard Kleven, Location: Galleri Riis, Oslo © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Gezeigt werden seine malerischen und plastischen Arbeiten, schwerpunktmäßig aus den letzten fünf bis sechs Jahren. Zwei Werkgruppen – eine Serie von Gemälden und eine Reihe von Tonplastiken– werden zum ersten Mal überhaupt öffentlich präsentiert. Sie sind erst im Verlauf des Sommers entstanden und erleben in der Modernen Galerie ihre Premiere.
Im Zentrum von Olav Christopher Jenssens Arbeit, die sich in untereinander kommunizierenden Werkgruppen entfaltet, steht die Malerei und Zeichnung. In ihnen erforscht er die Möglichkeiten von Farbe und Form und setzt sich mit den großen Linien der abstrakten und ungegenständlichen Kunst auseinander. Jenssen selbst spricht von einem „Strom von Bildern, die untereinander visuell verbunden sind“. Mit einer Direktheit und Sinnlichkeit, die einen sofort in Bann schlägt, denkt Jenssen die großen Fragen der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts weiter. Sein Werk lebt ganz aus der Farbe. Es zeichnet sich durch eine enorme Freiheit und Leichtigkeit aus und wird zugleich von handwerklicher Souveränität, von Strenge und Präzision getragen. Jenssen arbeitet konkrete Tendenzen ebenso auf wie expressive, seine Malerei lebt aus der bewusst niemals gelösten Spannung zwischen Geste und Geometrie. Ein zentrales Anliegen Olav Christopher Jenssens ist die Auseinandersetzung mit dem Raum.
Die klaren und schlichten, aber in den Details raffinierten Säle der Modernen Galerie haben ihn sofort fasziniert. Für die Ausstellung in Saarbrücken hat er ein ganz spezifisches Konzept entwickelt, das die Architektur des von Hanns Schönecker errichteten Museumsbaus mit einbezieht und sie als aktiven Partner in einem offenen Dialog versteht. Dabei ist von besonderer Bedeutung, dass Jenssen nicht nur Maler ist, sondern auch bildhauerisch arbeitet.
Er schafft Plastiken aus Ton oder Gips, die in Wechselwirkung mit seinen Gemälden, Zeichnungen oder Aquarellen treten Die Malerei bildet in der Modernen Galerie des Saarlandmuseums einen der wichtigsten und eindrucksvollsten Sammlungsschwerpunkte. Hier fügt Olav Christopher Jenssen als herausragende zeitgenössische Position sich ein. Sei es Impressionismus, Expressionismus, Kubismus, Neue Sachlichkeit oder Informel: kein anderes Museum im deutschen Südwesten kann mit einem derart breiten und hochwertigen Spektrum aufwarten. Zu den Beständen des Hauses gehören Hauptwerke von Pissarro, Renoir, Monet, Signac, Liebermann, Slevogt, Corinth, Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff, Pechstein, Marc, Macke, Jawlensky, Picasso, Braque und Léger.
Eine repräsentative Auswahl aus diesen reichen Beständen wird parallel zur Ausstellung von Olav Christopher Jenssen gezeigt.

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Do 16. Oktober 2014

Kunstausstellung 250. Geburtstag von Johann Christoph Rincklake

Am 19. Oktober vor 250 Jahren wurde der Künstler Johann Christoph Rincklake geboren. Nach Studien an den Akademien von Berlin, Wien, Frankfurt am Main und Düsseldorf lebte der aus Harsewinkel stammende Schreinersohn als Porträtmaler in Münster.
Rinklacke Bildquelle: Stadtmuseum Münster, Freiherr Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg

Neben bürgerlichen oder adeligen Persönlichkeiten aus Westfalen wie etwa Freiherr Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg (Abbildung) malte Rincklake auch einfache Menschen, die um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert noch selten porträtiert wurden. Weitere Gemälde des Künstlers zeigt das Stadtmuseum Münster in den Kabinetten 16 und 17 seiner Schausammlung.

 




Do 16. Oktober 2014

Michael Beutler lädt zur Ballenernte nach Bad Driburg

Die Region Ostwestfalen-Lippe hat viel Kultur und Kunst aber auch Landwirtschaft, Industrie und Wellness. Und wenn viele dieser Protagonisten aus den “Gewerken” zusammen kommen passieren erstaunliche Dinge. Der Künstler Michael Beutler lädt am 26. Oktober 2014 nun zur Ballenernte in den Gräflichen Park Bad Driburg ein.

Bildquelle: Diotima-Gesellschaft Bad Driburg

Beutler der erst vor kurzem seine Ballernte in München im Museumquartier eingebracht hat, wird jetzt mit Landmaschinentechnik von Claas, einem der größten Landmaschinenhersteller der Welt und ansässig im ostwestfälischen Harsewinkel eben diese dort einbringen. Auf dem englischen Rasen des gräflichen Parks, den Hausherrin Annabelle Gräfin zu Oeynhausen-Sirpsdorf gerne mit der Hand mäht (Gerücht)
Dabei wird nicht Heu oder Stroh verarbeitet, sondern Myriagen von bunten Trinkhalmen, die in langen Bahnen von
Erntehelfern über die Wiese verstreut werden. So wird das herbstliche Farbenspiel des Parks bis tief in den Winter hinein von den bunten Ballen um eine künstliche Farbpalette erweitert.
Das Ballenwickeln findet am Sonntag, 26. Oktober 2014 von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr zwischen Moritzallee, Fürstin-Gallitzin-Weg und Gräfin-Margarete-Allee statt. Wenn dann alles eingebracht ist, wird wie in OWL Sitte ein zünftiges Erntefest an der Moritzallee in Bad Driburg ab 16:00 Uhr gefeiert.
Mal was das Landmaschinenbegeisterte und Kunstfreunde verbinden wird.

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Do 16. Oktober 2014

Saarländischen Galerie in Berlin zeigt Claudia Brieske Einatmen:Ausatmen

Es war mit Abstand die poetischte und feinfühligeste Arbeit, die im Rahmen des Paderborner Kunstprojekts „Tatort Paderborn – Phänomen Fußgängerzone“,gezeigt wurde, die Installation der Berliner Künstlerin Claudia Brieske Einatmen:Ausatmen. Diese wird jetzt ab 30. Oktober in der Saarländischen Galerie in Berlin zu sehen sein.
In der Saarländischen Galerie, Berlin werden beide Teile des Werkes in vier aneinander grenzenden Räumen und damit in einem völlig veränderten Kontext zu sehen sein. Der Klang spielt hier eine deutlich hervorgehobene Rolle und auch die Monumentalität der Installation wird ganz neu wahrnehmbar sein.
Die raumfüllende Arbeit, die Claudia Brieske für die Saarländische Galerie neu inszeniert, beschäftigt sich mit dem Atmen als elementarem kreatürlichen Vorgang und dessen Bedingung, der Luft. Zwei Räume der Galerie füllt eine zwölf Meter große, lungenartige Skulptur aus Kunststoff, die in einem extrem verlangsamten Takt „atmet“. Alle fünfzehn Minuten bläht sie sich auf und sackt dann wieder langsam in sich zusammen. Die räumliche Geste der Skulptur ist über zwei Videoprojektionen mit Bildern einer anderen räumlichen Bewegung verbunden: Die Filmsequenzen zeigen ein sich erhebendes und immer wieder zu Boden sinkendes Pferd. Sie zitieren eine Szene aus dem Film „Andrej Rubljow“ von Andrei Tarkowski und fokussieren sowohl die Stärke, als auch die Verletzlichkeit des Tieres. Einen verbindenden akustischen Raum schafft der Klang der Installation, der die rhythmischen Strukturen des Atmens und der Bewegungen des Tieres aufgreift und in eine eigene abstrakte Klangtextur verwandelt.
Claudia Brieske (*1966) studierte Malerei an der Accademia di Belle Arti di Firenze und Freie Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Später arbeitete sie dort als Lehrbeauftragte und als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Media Art & Design. 2013 bekam Claudia Brieske den Medienkunstpreis des Saarländischen Rundfunks für ihr Werk “Körperschleusen (Liquid Souls)”

www.claudia-brieske.net

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Do 16. Oktober 2014

Glasstec mit Kunstsonderschau von Glaskünstlern in Düsseldorf

Auf der glasstec die vom 21.-24.10.14 in Düsseldorf veranstaltet wird, werden auch wieder Arbeiten von Glaskünstlerinnen und Künstlern gezeigt. Die Glaskünstlervereinigung NRW zeigt in Halle 9 die Sonderschau glassart . Das Kunstspektrum reicht von Glasgefäßen über skulpturale Objekte bis hin zu Glasmalerei. Das Künstlerpaar Brosterhus und Meyer aus Steinheim ist mit brandings mit Glasobjekten auf Fresco vertreten. Die Messe läuft vom 21.10 bis 24.10 in Düsseldorf.

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Mi 15. Oktober 2014

Städel Frankfurt zeigt Ausstellung über Albrecht Altdorfer Fantastische Welten

Das Städel Museum beleuchtet in der Ausstellung “Fantastische Welten. Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500″ vom 5. November 2014 bis zum 8. Februar 2015 wesentliche Neuerungen in der Kunst im Europa des frühen 16. Jahrhunderts, die zu dieser Zeit überraschend modern wirkende Erscheinungsformen annimmt.

Bildquelle: Plakat der Ausstellung

Knapp 50 Jahre nach der letzten umfassenden Präsentation zur Kunst der “Donauschule” und 30 Jahre nach der letzten großen thematischen Ausstellung über Altdorfer beleuchtet die Sonderausstellung im Städel Museum anhand von markanten Spitzenwerken das Phänomen des Expressiven in der Kunst um 1500 in all seinen thematischen, künstlerischen und medialen Facetten und ermöglicht einen neuen, ganzheitlichen Blick auf diese nicht allein auf den Donauraum beschränkte Stilentwicklung. Die herannahende Reformation hatte den Künstlern der damaligen Zeit insbesondere im Feld der religiösen Darstellungen völlig neue Gestaltungsfreiräume eröffnet, die sich jedoch schon bald wieder schließen sollten. Denn nach der beendeten Konfessionalisierung verzichtete die protestantische Seite auf bestimmte Bilder gänzlich, während die katholische Kirche wieder verstärkt auf ikonografische Verbindlichkeit bestand. So existierten in der Kunst um 1500 noch narrative Spielarten, die im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts in dieser Form nicht mehr denkbar waren.

Anhand von 120 Exponaten wird anschaulich, wie eine ganze Generation von Künstlern um 1500 die Gattungen Landschafts- und Historienbild sowie Porträt neu formuliert. Fernab von einer naturgetreuen Wiedergabe entsteht ein innovatives, expressives Zusammenspiel von Lichteffekten, überschwänglicher Farbgestaltung sowie grotesker Formen und Posen – und das in allen Gattungen: Malerei, Skulptur, Druckgrafik, Zeichnung und Buchmalerei. Ausgehend von den Künstlern Albrecht Altdorfer (um 1480–1538), Wolf Huber (um 1485–1553), dem Passauer Bildschnitzer Meister IP (tätig bis nach 1520) und Hans Leinberger (dokumentiert in Landshut, 1510–1530) wird das Phänomen des “Expressiven”, das für die Künstler der sogenannten Donauschule zentral ist, erstmals in einen gesamteuropäischen Kontext gestellt. Die Werke Altdorfers, Hubers, Leinbergers und des Meisters IP werden hierfür gezielt mit Arbeiten von Zeitgenossen wie Lucas Cranach d. Ä. (1472–1553), Hans Leu (um 1490–1531) oder Albrecht Dürer (1471–1528) konfrontiert. Die Ausstellung verdeutlicht, dass ihr Schaffen in einem weiteren, europäischen Bezugsrahmen zu betrachten ist, denn zeitgleich mit den Künstlern des Donauraumes bedienen sich auch Künstler in den Niederlanden, am Nieder- und Oberrhein, in der Schweiz und in Oberitalien, in Böhmen, Polen oder Norddeutschland einer unmittelbar vergleichbaren Bild- und Formensprache. Diese wird den Besuchern in der Frankfurter Ausstellung in einer medialen und thematischen Vielfalt vor Augen geführt, wie sie zuvor noch nicht zu sehen war.

Die Ausstellung konfrontiert bewusst all jene Kunstgattungen um 1500 miteinander, an denen sich spezifisch expressive Tendenzen ablesen lassen. Dabei bilden zahlreiche Gemälde und Grafiken der Städelschen Sammlung sowie skulpturale Exponate der Liebieghaus Skulpturensammlung die Basis, ergänzt durch bedeutende Leihgaben weiterer Museen; unter anderem werden Schlüsselwerke des Kunsthistorischen Museums Wien, der Alten Pinakothek und des Bayerischen Nationalmuseums in München, der Prager Nationalgalerie, der Skulpturensammlung und der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, der Graphischen Sammlung der Universitätsbibliothek Erlangen, des Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid oder des Szepmuveszeti Muzeums in Budapest zu sehen sein. Zudem konnten zahlreiche Leihgaben aus kirchlichem Besitz für die Ausstellung gewonnen werden, wie etwa das Johannesretabel aus der Prager Teynkirche (1520er-Jahre) oder Gemälde aus dem Augustinerchorherrenstift St. Florian in Linz. Mit der Präsentation setzt das Städel die Folge seiner großen Ausstellungen zur Kunst der Frühen Neuzeit, wie zuletzt zu Albrecht Dürer, fort.

Die Ausstellung ist thematisch in sechs Abschnitte gegliedert. Zu Beginn widmet sich die vorgeschaltete Sektion “Weltenlast, Naturgewalten: Bilder des hl. Christophorus” einer der am häufigsten wiedergegebenen Heiligengestalten im Spätmittelalter. Bilder des hl. Christophorus, der den Christusknaben auf den Schultern über einen Fluss trägt, schmückten nicht nur Kirchenwände oder Altarretabel in Form von Gemälden oder Skulpturen, sondern wurden auch massenhaft als Druckgrafiken für den Hausgebrauch verbreitet. Albrecht Altdorfer, Wolf Huber und Georg Lemberger stellen den hl. Christophorus in einer bis dahin unbekannten Weise dar. In bizarr überzeichneter Form bringen sie in ihrer Kunst die enorme Last zum Ausdruck, die der Heilige mit dem Christuskind auf seinen Schultern trägt.

Gefördert wird die Sonderausstellung durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und die Sparkassen-Finanzgruppe. Zusätzliche Unterstützung erfährt sie durch die Art Mentor Foundation Lucerne.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Ausstellung des Städel Museums, der Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main, und des Kunsthistorischen Museums Wien, in Zusammenarbeit mit dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. an der Universität Leipzig.

Nach Ende der Ausstellungslaufzeit im Städel wird die Schau vom 17. März bis 14. Juni 2015 im Kunsthistorischen Museum Wien zu sehen sein.




Di 14. Oktober 2014

Picassomuseum Münster zeigt Ausstellung Klimt, Schiele, Kokoschka

Das Picassomuseum Münster zeigt vom 26. Oktober 2014 bis zum 18. Januar 2015 eine Wanderausstellung aus Wien. Unter dem Titel Wien um 1900: Das Fin de Siècle und Aufbruch in die Moderne, Jugendstil und Expressionismus – in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch das bekannte Wiener Dreigestirn Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka mit ihren sinnlich-erotischen Frauenbildnissen.
Der weibliche Körper, seine Erotik, seine Nacktheit, rückt ins Zentrum ihrer Betrachtung. Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster widmet sich diesem Thema in der Sonderausstellung „Klimt, Schiele, Kokoschka – Die Verführung der Linie“ mit rund 80 Zeichnungen und Grafiken, die mit historischen Fotos kombiniert werden.

Angelehnt an die Wiener Sonderausstellung zeigt die Schau „nAcKTE – Picassos Akte“ parallel dazu Werke aus dem Eigenbestand des Museums. Das alte künstlerische Thema des Aktes wird bei Picasso zum persönlichen Bekenntnis, indem ihm seine privaten Musen auch vor der Leinwand Modell saßen. So offenbaren die ausgestellten Arbeiten sein Schönheitsideal und geben zugleich Einblicke in seine intimen Beziehungen.

Die Ausstellung ist vom vom 26. Oktober 2014 bis zum 18. Januar 2015 in Münster zu sehen.

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