KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr 29. April 2016

Niki de Saint Phalle und das Theater in Rüsselsheim

Bislang ungewürdigt blieb die Theaterarbeit von Niki de Saint Phalle (1930‒2002). 1966, nachdem die Künstlerin mit einer begehbaren, liegenden und bunt bemalten Frauenfigur im Moderna Museet in Stockholm ihr erstes Großprojekt schuf, wurde Niki de Saint Phalle vom damaligen Theaterregisseur Rainer von Diez nach Kassel eingeladen, um Bühnenbild und Kostüme für seine Inszenierung der „Lysistrata“ von Aristophanes am Staatstheater zu entwerfen. Schnell identifizierte sich Niki de Saint Phalle mit dem Stück, in dem sich Frauen aus ganz Griechenland gegen ihre Männer und den Krieg verschwören. Die Künstlerin lernte das Theater auch als Ort der aktiven Beteiligung des Publikums schätzen und begann ein eigenes Theaterstück namens „ICH“ zu schreiben, das dann 1968 anlässlich der documenta in Kassel in Zusammenarbeit mit Rainer von Diez uraufgeführt wurde. Die Ausstellung wird ab dem 7. Dezember 2016 bis März 2017 in Rüsselsheim in den Opelvillen zu sehen sein

Niki de Saint Phalle sitting in front of Lysistrata poster, 1966

Bildquelle: Niki de Saint Phalle vor dem Plakat zu »Lysistrata« sitzend, 1966
© 2016 NIKI CHARITABLE ART FOUNDATION, all rights reserved

Niki de Saint Phalles Theaterstück:
In ihrem Stück ergreift eine weibliche Figur namens ICH die Macht über die Menschheit, die von „Monsteranern“ repräsentiert wird. Zunächst bringt ICH als junges Mädchen ihre Eltern um, dann erreicht sie in verschiedenen Disziplinen, unter anderem als Rennfahrerin oder Sängerin, Weltruhm. Schließlich heiratet ICH sich selbst. Als die „Monsteraner“ versuchen, ihre Herrschaft abzuschütteln, ist es zu spät. ICH regiert die Welt und wird von allen dafür angebetet. Mit der Inszenierung des humorvollen, erotischen, aber auch grausamen Stücks wurde beabsichtigt, Fantasie und Kritik des Publikums gleichermaßen anzuregen. Niki de Saint Phalles entfaltete ihre Kreativität in den optischen und bildnerischen Formen wie auch in den Sprach- und Bewegungsabläufen. Kaskadenhaft – bunt und auch schrill ‒ breiteten sich die verschiedenen Beiträge in Farben, Formen und Tönen auf der Bühne aus. Teil des Darbietung war auch ein Trickfilm mit einer von der Künstlerin gemalten Traumsequenz, in der ICH davon berichtet, wie sie sich im Traum auf einem Baum von einer Schlange verfolgt sah, wie die Schlange Eltern und Brüder fraß und auch eine Kirche verschlang, in der ICH sich versteckt hatte. Schließlich siegte ICH, da ein Vogel ihr ein Ei zeigte, in dem sich ein Dolch befand. ICH erstach die Schlange und verzehrte sie. Einzelne Bildelemente begleiteten fortan das bildnerische Werk von Niki de Saint Phalle.




Mi 27. April 2016

Zwischen zwei Horizonten – Meisterwerke aus Saarbrücken in Metz

Ausstellung „Zwischen zwei Horizonten –Deutsche und französische Avantgarden aus dem Saarlandmuseum“ gastiert vom 29. Juni 2016 bis 16. Januar 2017 im Centre Pompidou -Metz. Das Saarlandmuseum nutzt die temporäre Schließung der Modernen Galerie bis zur Wiedereröffnung 2017, um seine Meisterwerke in einem der beliebtesten
Museen Frankreichs zu präsentieren: dem Centre Pompidou in Metz.
Die Ausstellung versammelt knapp 240 Gemälde, Skulpturen, Graphiken und Fotografien aus der Zeit vom Impressionismus bis heute. In einen kulturhistorischen Kontext eingebettet, zeigt die Werkschau nicht nur die deutsche und französische Avantgarde mit ihrem starken gegenseitigen Einfluss, sondern dokumentiert anhand der Arbeiten auch die wechselhaften deutsch-französischen Beziehungen im 20. Jahrhundert. Die Metzer Präsentation, die nahezu alle Hauptwerke der Saarbrücker Sammlung vereint, erzählt die Geschichte der Moderne als eine Geschichte zwischen europäischen Nachbarn – eine in dieser Form einzigartige museale Konzeption.
Wenn das Museum nun in Metz zu Gast ist, so ist das nicht nur ein Zeichen für den partnerschaftlichen Geist, der die Verbundenheit zwischen den großen Kulturnationen Frankreich und Deutschland bestimmt.
Das Projekt ergab sich folgerichtig aus der einzigartigen Genese der Saarbrücker Sammlung, deren Basis gelegt wurde, als das Saarland nach dem Zweiten Weltkrieg unter französischem Protektorat stand. Kein anderes Museum bewegt sich wie die Moderne Galerie derart zwischen den Horizonten der französischen und der deutschen
Kunst.
Franz Marc - Das Blaue Pferdchen Bildquelle: Sammlung des Saarlandes, Franz Marc – Das Blaue Pferdchen

Die erweiterte Moderne Galerie, für deren Fertigstellung das Berliner Büro Kuehn Malvezzi Architekten in Planungsgemeinschaft mit dem Frankfurter Künstler Michael Riedel beauftragt wurde, wird 2017 mit neuen, großzügigeren Räumen eröffnen, die eine zeitgemäße und dem Wachstum der Sammlung entsprechende Präsentation ermöglichen wird. Die Pointe des innovativen Konzepts ist ein von Riedel entworfenes Kunstwerk von immensen Ausmaßen (ca. 4000 m²), das einerseits als weit ausgreifende Platzanlage die Besucher zum Museum leitet
und andererseits die Fassaden des Erweiterungsbaus rhythmisiert.




Mi 27. April 2016

Hannah-Höch-Preis an Cornelia Schleime – Glückwunsch

Das ist doch mal toll. Die wirklich interessante und seit Jahrzehnten tolle Kunst machende Berliner Cornelia Schleime erhält in diesem Jahr für ihr Lebenswerk den Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin. Die Preisverleihung ist 24.11.2016.

Die Künstlerin, 1953 in Ost-Berlin geboren, studierte von 1975 bis 1980 Grafik und Malerei an der Hochschule für Bildende Kunst (HfBK) Dresden. Sie gehörte während des Studiums einer jungen Kunstszene an, die sich als Gegenbewegung zur offiziellen Kunstpolitik der DDR formierte. Die Künstler beschritten neue experimentelle Wege und erschlossen alternative Präsentationsmöglichkeiten in Ateliers oder Wohnungen. Anfang der 1980er-Jahre zeichnete, malte, dichtete Cornelia Schleime, entdeckte die Aktionskunst für sich und begann schließlich auch Filme zu machen. Ihr weit gefasster Kunstbegriff, die unkonventionellen Werke und Ausstellungen führten 1981 zum Ausstellungsverbot. Nach mehreren Ausreiseanträgen siedelte die Künstlerin 1984 von Ost-nach West-Berlin über. Nahezu ihr gesamtes, bis dahin geschaffenes Oeuvre blieb in der DDR zurück und ist heute verschollen. In West-Berlin entstand ab Mitte der 1980er-Jahre ein vielbeachtetes, facettenreiches Werk.
Nach poetischen landschaftsähnlichen Arbeiten, mit denen sie ihre in der DDR zurückgelassenen Werke noch einmal nachvollzog, konzentriert sich Cornelia Schleime seit den 1990er-Jahren auf großformatige Porträts und Figurenbilder. Inspirationsquellen sind Hochglanzmagazine, Reproduktionen aller Art, aber auch private oder auf Flohmärkten gefundene Fotografien. Im intuitiven Akt des Zeichnens oder Malens eignet sie sich die Dargestellten an. Sie inszeniert sie in neuen Rollen, spitzt vorgefundene Inszenierungen sinnbildhaft zu oder übersteigert sie ins Fantastische und Ironische.
Der Hannah-Höch-Preis wird seit 1996 von der Kulturverwaltung des Berliner Senats für ein herausragendes künstlerisches Lebenswerk verliehen. Er ist mit 60.000 Euro dotiert und umfasst neben dem Preisgeld eine Ausstellung und einen Katalog. Die Auswahl der Künstler erfolgt durch die Förderkommission Bildende Kunst der Kulturverwaltung des Berliner Senats der die Berlinische Galerie, die Stiftung Stadtmuseum, das Kupferstichkabinett, der Neue Berliner Kunstverein sowie die kw, Institute for Contemporary Art, vertreten sind.

Der mit 20.000 Euro dotierte Hannah-Höch-Förderpreis für den Bereich Malerei geht in diesem Jahr an die 1970 in Burgsteinfurt im Münsterland geborene Tatjana Doll.

Herzlichen Glückwunsch an die Damen!

sehnsucht-waage




Mi 27. April 2016

Museum der Westküste zeigt Thomas Judisch

Einmal läuft im Museum der Westküste in Alkersum auf Föhr die Ausstellung „Thomas Judisch – Interventionen im musealen Raum“. Darüber hinaus wird am Pfingstsonntag an einem außermusealen Ort eine zweite Schau mit dem Künstler gestartet:

Mitten in Wyk auf Föhr auf dem prominenten Sandwall erschafft der in Hamburg lebende Bildhauer Thomas Judisch (geb. 1981) im Modenhaus „Ehlers Wyk auf Föhr“ in den Schaufenstern und im Showroom durch Hinzufügung seiner „besonderen Kleidungsstücke“ eine irritierende Atmosphäre von Anziehlust, Selbstbespiegelung und Kauffreude. Hier mischen sich Baseballcaps, Hosen, Blusen, Jacken, Taschentücher, Schuhe und Unterwäsche mit Augenzwinkern und spielerischer Leichtigkeit unter die ausgesuchten Designerstücke.

Thomas Judisch_Lawrence Power_2013_C-Print auf PVC Bildquelle: Thomas Judisch,Lawrence Power,2013,C-Print auf PVC

Artist Talk: Thomas Judisch im Gespräch – am Pfingstsonntag und am Internationalen Museumstag! Vom 15. bis 29. Mai 2016 ist das Museum Kunst der Westküste mit Thomas Judisch zu Gast bei „Ehlers Wyk auf Föhr“. In einer erstmaligen Kooperation präsentiert der Künstler einen wichtigen Themenschwerpunkt in seinem Schaffen: In der Ausstellung „Kleider machen Freunde“ mischen sich im Showroom und in den beiden Schaufenstern „besondere“ Jacken, Hemden und andere Dinge „aus dem Kleiderschrank“ unter die eleganten Stücke ausgesuchter Marken.
Eröffnung am Pfingstsonntag 16.30 Uhr bei „Ehlers Wyk auf Föhr“, Sandwall 8.

Die sieben Arbeiten von Thomas Judisch (geb.1981), der 2014 als Artist in Residence zu Gast in Alkersum war, pflegen einen spielerischen, subversiven Umgang mit Materialien. Nichts ist so, wie es scheint. Die täuschend echt wirkenden „Pferdeäpfel“ etwa, die unter anderem im Museum Kunst der Westküste zu entdecken sind, sind Bronzegüsse nach den vielerorts auf der Insel Föhr gerne auf den Fußwegen liegen gebliebenen Pferdeäpfeln. Sie sind unter dem Titel „Alex, Peter und Fritz“ hier jedoch Judisch’s ironischer Kommentar auf das in der Renaissance entwickelte heroische Reiterstandbild. Die sieben Fliegen auf der Postkarte und die Fliegenklatsche, die Kleidung an der Wand, der angelutschte, scheinbar liegen gebliebene Lollipop, das vordergründig achtlos abgelegte Baseballcap mit zwei Schirmen – was echt wirkt, ist aus Bronze gegossen oder Stein geschliffen oder zweidimensional in C-Print auf PVC ausgeführt. Sieben auf einen Streich… das hat Thomas Judisch für das MKdW zusammengestellt.

In dieser Ausstellung heißt es im Foyer, im Museumsrestaurant Grethjens Gasthof, im Museumsshop und im Garten auf die Suche gehen.Diese Ausstellung ist ohne Eintritt zugänglich.




Mo 25. April 2016

Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen 2016 es geht los

Die diesjährige Wettbewerbsausstellung wird vom 23. April bis 18. September 2016 in der Kunsthalle Bremen präsentiert. Im Laufe der Ausstellung ermittelt eine hochrangige Jury den Preisträger. In der Vergangenheit waren unter den Preisträgern und den vorgeschlagenen Künstlern zahlreiche Namen, die in den folgenden Jahren in der internationalen Kunstszene große Aufmerksamkeit erhielten. Dazu gehören zum Beispiel Wolfgang Tillmans und Tomma Abts, die später mit dem Turnerpreis ausgezeichnet wurden sowie Dirk Skreber, der den Preis für Junge Kunst der Nationalgalerie Berlin erhielt.

In diesem Jahr sind die folgenden zehn Künstlerinnen und Künstler in alphabetischer Reihenfolge für den Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen 2016 nominiert:
Julius von Bismarck (geboren 1983 in Breisach am Rhein, lebt in Berlin),
Alberta Niemann (geboren 1982 in Bremen, lebt in Berlin) und Jenny Kropp (geboren 1978 in Frankfurt am Main, lebt in Berlin)
Franka Kaßner (geboren 1976 in Oschatz, lebt in Leipzig),
Oliver Laric (geboren 1981 in Innsbruck, Österreich, lebt in Berlin),
Pauline M’barek (geboren 1979 in Köln, lebt in Köln und Brüssel, Belgien),
Katja Novitskova (geboren 1984 in Tallinn, Estland, lebt in Berlin und Amsterdam, Niederlande,
Emeka Ogboh (geboren 1977 in Enugu, Nigeria, lebt in Berlin),
Taiyo Onorato & Nico Krebs (beide geboren 1979 in Zürich/Winterthur, Schweiz, leben in Berlin),
Nora Schultz (geboren 1975 in Frankfurt am Main, lebt in Wien, Österreich),
Peter Wächtler (geboren 1979 in Hannover, lebt in Berlin und Brüssel, Belgien)
Viel Glück!

Die Jury:
Dr. Sabine Breitwieser seit 2013 Direktorin des Museum der Moderne in Salzburg,
Dr. Ulrike Groos seit 2010 Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart,
Fabrice Hergott seit 2006 Direktor des Musée d’Art moderne de la Ville de Paris,
Dr. Thomas Kellein seit 2013 unabhängiger Kurator und Kunstberater in Berlin,
Adam Szymczyk künstlerischer Leiter der documenta 14 (2017), zuvor Direktor der Kunsthalle Basel.

Der Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen zählt zu den anerkanntesten und am höchsten dotiertesten Auszeichnungen, die im Bereich der zeitgenössischen Kunst in Deutschland vergeben werden. Mit 30.000 Euro dotiert, findet der Wettbewerb 2016 zum 45. Mal statt. Laufzeit der Ausstellung: Ausstellung vom 23. April bis 18. September 2016, Preisverleihung am Sonntag, 28. August 2016, 11 Uhr

Getragen wird der Kunstpreis seit 1985 vom Stifterkreis des Kunstvereins in Bremen. Dieser ermöglicht zudem den Ankauf eines Werks des jeweiligen Preisträgers. So konnte die Sammlung der Kunsthalle Bremen unter anderem um Arbeiten von Martin Honert, Ólafur Elíasson, Wolfgang Tillmans, Tino Sehgal, Ulla von Brandenburg, Thea Djordjadze und zuletzt Daniel Knorr und Nina Beier erweitert werden. Im Zweijahresrhythmus nominieren zehn angesehene Kuratoren unabhängig voneinander je einen Künstler oder eine Künstlerin aus dem deutschsprachigen Raum vor.




Di 12. April 2016

Hans-Peter Feldmann im C/O Berlin mit Fotografie

Verwunderung, Zustimmung, Empörung, Unverständnis, Euphorie oder Freude – Hans-Peter Feldmanns Bilder aus dem gewöhnlichen Leben lösen heftige Reaktionen aus. Für den Mitbegründer der Konzeptkunst, die in den 1960er-Jahren die Kunst vom Genius des Künstlers befreit hat, sind Bilder reine Projektionsflächen und können folglich auch niemandem gehören. Sie sind demokratisches Kulturgut. So bedient Hans-Peter Feldmann sich aus dem unendlichen Fundus öffentlicher Bilder und zeigt durch künstlerische Eingriffe, neue Arrangements und charmante Aneignung, was Bilder eigentlich sind: mediale Repräsentanten visualisierter Erinnerungen, Assoziationen und Sehnsüchte.
Laufzeit der Ausstellung: 30. April bis 10. Juli 2016

Anlässlich des 75. Geburtstages von Hans-Peter Feldmann präsentiert C/O Berlin eine Retrospektive mit etwa 250 Bildern aus den späten 1960er-Jahren bis hin zu den neuesten Arbeiten. Zur Ausstellung, die von Felix Hoffmann und Greta Kühnast kuratiert wurde, erscheint im Verlag Walther König ein Künstlerbuch mit dem Titel „Nur für Privat“.




Fr 1. April 2016

Kaktus Lüdinghausen zeigt das 2. Gesicht-Porträt heute

Da das Kunst-Team des Kulturforums KAKTuS im Regionale-Jahr 2016 mit fünf großen Ausstellungen ein buntes Kaleidoskop unterschiedlicher Kunst präsentiert, lässt die nächste Ausstellung nicht lange auf sich warten: Am 10. April 2016 um 11 Uhr wird in der Burg die Ausstellung „ Das 2. Gesicht-Porträt heute“ eröffnet.

Kaktus Lüdinghausen Bildquelle: Einladungskarte Lüdinghausen Kaktus

Diesmal geht es nicht um die künstlerische Präsentation eines einzelnen Künstlers, vielmehr steht ein altbekanntes Genre der Kunst im Mittelpunkt: Das Porträt. Auch im Zeitalter der selfies hat es nicht an Bedeutung verloren. Vier junge KünstlerInnen stellen sich der Aufgabe, das „Außen“ und „Innen“ eines Models auf ganz unterschiedliche Weise zu porträtieren und zu interpretieren. Julia Drahmann, Berte Fellermann, Beate Höing und Klaus Sievers, Absolventen der Kunstakademien Münster, Düsseldorf und Essen, werden mit ca. 40 Bildern das Genre Porträt in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Der Besuch dieser Ausstellung ist auch ganz besonders für Schulklassen im Rahmen des Kunstunterrichtes geeignet. Sonderführungen können mit Silvia Hesse-Böcker vom Kunst-Team des KAKTuS Kulturforums – Tel: 02591-5562 – vereinbart werden.

sehnsucht-waage




Do 31. März 2016

Henry Moore in Wuppertal – Henry Moore „Plasters“

Im Skulpturenpark Waldfrieden werden ab dem 9.4. bis zum 9. Oktober 2016 Plastiken von Henry Moore in einer besonderen Form gezeigt. Die Gipsmodelle der Figuren, die meist in Bronze gegossen die Arbeiten waren, an denen der Künstler lange arbeitete und viel Herzblut in seine Gestaltung gesteckt hat. Der Skulpturenpark Waldfrieden darf gut 30 Arbeiten von Henry Moore erstmals in Deutschland zeigen.

Gipsskulpturen gelten häufig nicht als eigenständige Werke, sondern nur als notwendige Vor­stufe zur Herstellung einer Endfassung in Bronze. Auch Henry Moore (1898 bis 1986) zerstörte anfangs viele seiner Gipsmodelle nach Fertigstellung der Bronzeedition, um weitere Abgüsse zu verhindern. Mit der Zeit aber bewahrte Moore die Gipsmaquetten immer häufiger auf, da er sie als Originalskulpturen wertschätzte und mitunter nachträglich kolorierte und reliefierte. Bezeichnenderweise sind die Markierungen des Künstlers am Gips viel besser sichtbar als an der Bronze, so dass die Skulpturen eine weitaus organischere, mitunter sogar narbige Erscheinung annehmen. Einige bildhauerische Ideen hat Moore sogar ausschließlich in Gips gestaltet, wobei diese ungleich weniger bekannten Gipsarbeiten auch nicht in das systematische Werkverzeichnis seiner Skulpturen aufgenommen wurden.

Henry Moore Waldfrieden Bildquelle: Plakat der Ausstellung

Außerhalb Großbritanniens finden sich nur sehr wenige Werke in Gips, mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen: eine bedeutende Schenkung des Künstlers an die Art Gallery of Ontario im Jahr 1973 sowie Arbeiten in der Tate und Leihgaben im Dallas Museum of Art.

Skulpturenpark Waldfrieden
Hirschstraße 12
42285 Wuppertal
www.skulpturenpark-waldfrieden.de




Di 15. März 2016

Museum der Westküste zeigt Max Liebermann und Zeitgenossen

Vom 28. Februar bis zum 11. September 2016 läuft im Museum der Westküste die Ausstellung Max Liebermann und Zeitgenossen – Neue Werke in der Sammlung.

Liebermann Bildquelle: Museum der Westküste

Meer, Strand, Küste – gibt es schönere Motive in der Malerei? Das Museum Kunst der Westküste hat sich dem faszinierenden Themenspektrum „Meer und Küste“ verschrieben und präsentiert im Sammlungskontext eine umfangreiche Auswahl von Neuerwerbungen und Zustiftungen, die in den vergangenen drei Jahren realisiert werden konnten. Zu den bekannten Meisterwerken von Max Liebermann (1847-1935), darunter „Zwei Reiter am Strand“ und „Jäger in den Dünen“, gesellen sich Gemälde, Ölstudien, Zeichnungen und Grafiken, die der deutsche Impressionist während seiner jährlichen Sommeraufenthalte an der niederländischen Küste entworfen und geschaffen hat. Auch andere Künstlerkollegen sind vertreten, darunter die Maler der berühmten Skagener Künstlerkolonie. Die Ausstellung vereint mehr als 85 Werke, darunter 44 Neuerwerbungen. Max Liebermann ist mit 36 Arbeiten vertreten. Die vertretenen Künstler sind u.a.: Anna Ancher, Michael Ancher, Max Beckmann, German Grobe, Isaac Grünewald, Sigrid Hjertén, Carl Irmer, Jozef Israëls, Viggo Johansen, Kitty Kielland, Käthe Kollwitz, Christian Krohg, Peder Severin Krøyer, Max Liebermann, Emil Nolde. Der Katalog zur Ausstellung ist im Museumsshop und im Buchhandel zum Preis von € 18 erhältlich

Kontakt und Öffnungszeiten:
mkdw.de




Di 15. März 2016

Wuppertal ist Lichtkunst – Kai Fobbe und 42XXX

42xxx ist die Postleitzahl von Wuppertal. Die Ziffer steht zugleich Pate für das Projekt selbst: an 42 Orten in Wuppertal projiziert der Künstler Kai Fobbe Videoinstallationen im öffentlichen Raum. Von Anbeginn der Dunkelheit bis Mitternacht werden die Installationen zwei Jahre lang die Wuppertaler Nacht erhellen. Leicht changierende Skulpturen aus Licht, die auf Hausfassaden, Fabrikmauern, Bürgersteigen, in kleinen Nischen oder auf großen Plätzen zu sehen sein werden.

42xxx erhellt die Nächte der Stadt, die mit dem Überleben kämpft; der Stadt, in der einst die Fluxus-Bewegung entstand und in der Joseph Beuys und Nam Jun Paik künstlerisch wirkten. Das Projekt wird auschließlich von Wuppertaler Firmen, Vereinen und Privatpersonen finanziert. Es ist ein Projekt von Wuppertalern für Wuppertal(er) – will Horizonte schaffen, neues Leben wecken und identitätsstiftend sein.

42xxx Kai Fobbe Bildquelle:Plakat der Lichtkunst

Die Installationen spielen mit den Elementen, die für die Identität der einst so florierenden Industrie- und Kulturstadt Wuppertal stehen: Sie erzählen Geschichten vom Wasser, der Farbe, dem Stoff, dem Tanz, der Kunst und der Zeit. In Szene gesetzt von der Tänzerin Regina Advento vom Pina Bausch Tanz Theater, schaffen sie neue Imaginationsräume für eine Stadt im Aufbruch.

Wuppertal verkündete vor fünf Jahren als eine der ersten Städte, dass es unter der Last von zwei Milliarden Euro Schulden fast zusammenbreche. Seitdem hat die Stadt den Abwärtstrend gestoppt. Die Einwohnerzahl in der bis dato stark schrumpfenden Stadt bleibt seit neuestem stabil und 2017 will Wuppertal das erste Mal seit 25 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.

Bergfest – das bedeutet: über 21 der 42 Orte sind eingerichtet. Die weiteren Orte werden dieses Jahr folgen.

KAI FOBBE

Kai Fobbe wurde 1968 in Bochum geboren. Der Absolvent der Kölner Musikhochschule Abt. Wuppertal lebt und arbeitet zur Zeit in Wuppertal und Köln. 2001 stellte er für die Ensemblia eine Filmkomposition im Abteibergmuseum Mönchengladbach aus. Seitdem trat die Musik für die visuelle Komposition ohne Ton in den Hintergrund.

Viele Werke von Fobbe sind Verfremdungen realer Abbilder, die in der musikalischen Kompositionslehre verwurzelt sind. Im Vordergrund bleibt die schöngestalterische Bildsprache, die durch minimale Bewegungen oder stetig arbeitende Pixel mit herkömmlichen Sehgewohnheiten bricht. Nach endlos laufenden Projektionen wie „Schönbildschauer“ oder „Portraitbilder“ hat er auch in sich geschlossenen Werke wie „Traumata“ und „Ballerina im Schnee“ realisiert. Mit 42xxx tritt Kai Fobbe wieder als gestaltender Regisseur zwischen Wirklichkeit und Wunderland auf.

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