KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Mi 26. August 2015

Piet Mondrian Ausstellung in Berlin

Der Berliner Gropius Bau zeigt vom 4. September bis 6. Dezember 2015 die Kunstausstellung Piet Mondrian. Die Linie.

Mondrian (1872-1944) zählt mit seinem Werk zu den Begründern der abstrakten Malerei. Mit seiner bildnerischen, strengen Reduktion auf die Grundelemente der Malerei schuf er Ikonen der Moderne. Wenig bekannt ist, dass Mondrian im impressionistischen Stil zu malen begann, verschiedene Kunststile ausprobierte bis die Linie und die Organisation von Bildflächen sein künstlerisches Werk dominierten. Diese Suche nach dem eigenen künstlerischen Weg ist Thema dieser Ausstellung.

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Bildquelle: Martin Gropius Bau: Piet Mondrian (1872 – 1944): Ovale Komposition mit bunten Ebenen 2, 1914. 113 x 84,5 cm, Öl auf Leinwand © Gemeentemuseum Den Haag, Niederlande

Mit rund 50 Gemälden und Zeichnungen entsteht ein Bild von Mondrians Suche nach dem eigenen künstlerischen Weg. Es ist die erste große Mondrian gewidmete Ausstellung in Berlin seit der Eröffnungsausstellung der Neuen Nationalgalerie 1968.

Als Kunsttheoretiker und Mitbegründer der Künstlervereinigung „De Stijl“, die 1917 niederländische Maler, Architekten, Designer, Grafiker und Dichter gegründet hatten, verfasst Mondrian unter anderem Le Néo-Plasticisme. 1925 erscheint die Schrift in deutscher Übersetzung als Bauhausbuch Nr. 5 unter dem Titel Neue Gestaltung. Neo-Plastizismus, Nieuwe Beelding.

Mondrian arbeitet weiter an seinen ,Kompositionen’, indem er sein Linienspiel bis zum Äußersten vereinfacht oder zu einer komplexen Gitterstruktur rhythmisiert und durch wenige Farbflächen ergänzt. Seine Bilder werden in Deutschland nach 1933 als entartet diffamiert, einige seiner Werke werden auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München des Jahres 1937 ausgestellt. Vor den Nazis und wegen des aufkommenden Zweiten Weltkriegs zieht er 1938 nach London und 1940 weiter nach New York.

Laufzeit der Ausstellung: 4. September bis 6. Dezember 2015




Di 25. August 2015

Sturmfrauen Kunstausstellung in der Schirn Frankfurt

Der Titel Sturmfrauen hat nichts mit Windsbräuten zu tun, sondern bezieht sich auf die Galerie Sturm die der Künstler und Galerist Herward Walden in den frühen Jahren des jungen 20. Jahrhunderts in Berlin betrieben hat. Und auch Frauen haben in diese Zeit interessante moderne Kunst gemacht. Und um diese wird es gehen wenn ab dem 30. OKTOBER 2015 bis zum 7. FEBRUAR 2016 zur Ausstellung Sturmfrauen in die Schirn nach Frankfurt eingeladen wird.

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Bildquelle: Schirn Frankfurt: Cahn, Femme et voilier, um 1926

Und das sagt das Museum dazu:
DER STURM war ein Signal zum Aufbruch in die Moderne. Weiterlesen »




Mo 24. August 2015

Künstler WG wird größer – Picasso Museum Münster erhält Matisse

Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster ist um eine bedeutende Kunstattraktion reicher: Die Sparkasse Münsterland Ost übergibt dem Museum eine deutschlandweit einzigartige Grafikkollektion mit 121 Werken von Henri Matisse als Dauerleihgabe.

„Das Kunstmuseum hat mittlerweile eine der berühmtesten Künstler-WGs zu bieten: Picasso, Braque, Chagall und nun auch Matisse unter einem Dach – das bedeutet noch mehr Anziehungskraft für Münster und das gesamte Münsterland“, betont Markus Lewe, Oberbürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost die Bedeutung der Sammlung.

Matisse_Uebergabe im Picasso-Museum (c) Foto Carsten Bender

Bildquelle: Andrea Hagemann (Geschäftsführerin Kunstmuseum Pablo Picasso Münster), Markus Schabel (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost), Markus Lewe (Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost und Oberbürgermeister der Stadt Münster), Dr. Olaf Gericke (Landrat Kreis Warendorf und Vorsitzender der Zweckverbandsversammlung der Sparkasse Münsterland Ost), Dr. Rolf Gerlach (Kuratoriumsvorsitzender des Kunstmuseum Pablo Picasso Münster) und Prof. Dr. Markus Müller (Museumsleiter Kunstmuseum Pablo Picasso Münster). Fotograf: Carsten Bender

Für die Bestände des Picasso-Museums stellt die neue Matisse-Sammlung eine wichtige Ergänzung dar. „Bei den Werken handelt es sich um Grafiken, die von 1906 bis fast zu seinem Tode rund 50 Schaffensjahre des Künstlers dokumentieren“, erklärt Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller, der den Kontakt zwischen den bisherigen Besitzern und der Sparkasse Münsterland Ost herstellte. „Es handelt sich hier um die größte Matisse-Sammlung Deutschlands – für das Museum ein großer Coup, da die Kollektion direkt aus der Hand der Matisse-Erbengemeinschaft stammt und bisher noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurde.“ Über den Wert der Sammlung war mit den Verkäufern – wie in solchen Fällen üblich – Stillschweigen vereinbart worden.

60 Jahre im Banksafe

Der Kauf erfolgte nach den Worten Müllers „direkt ab Werk“, denn die Kunstwerke lagerten die letzten 60 Jahre im Besitz der Matisse-Erben im Pariser Banksafe. Die Provenienz der Matisse-Bilder ist damit über jeden Zweifel erhaben und verleiht der Sammlung zudem höchsten ideellen Wert.

Die insgesamt 121 Werke der neuen Sammlung decken die komplette Spannbreite grafischer Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten im Schaffen von Henri Matisse ab. So sind Holzschnitte, Lithografien, Radierungen, Linolschnitte und Aquatinten in der Kollektion vereint. Frühestes Blatt ist ein fauvistischer Holzschnitt aus dem Jahr 1906, das späteste eine Aquatinta-Radierung aus dem Jahr 1952.

Die neue Kollektion ergänzt ideal die Matisse-Bestände der Sammlung Classen im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster. Das Ehepaar Christa und Dr. Wolfgang Classen hatte dem Museum 2002 seine umfangreiche Kollektion französischer Malerbücher im Rahmen einer Stiftungsgründung anvertraut. Insgesamt zehn Malerbücher von Henri Matisse umfasst diese Sammlung, deren Bestandteil unter anderem das legendäre Werk „Jazz“ ist.

Konkurrent Picasso

Mit dem Matisse-Konvolut holt das Museum den schärfsten Konkurrenten Picassos ins Haus. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, kommentiert Müller. Beide Künstler respektierten sich, beäugten sich aber eifersüchtig auf Schritt und Tritt. Als Matisse als reifer Künstler die Rosenkranzkapelle in Vence künstlerisch ausstattete, soll ihm Picasso den Rat erteilt haben, doch besser einen Blumen- und Gemüsemarkt zu dekorieren.

„Mit dieser Dauerleihgabe möchten wir die Region als Kulturstandort nachhaltig fördern“, betont Markus Schabel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost, die dem Picasso-Museum in seiner 15-jährigen Geschichte bereits zum vierten Mal eine Kunstkollektion als Dauerleihgabe überlässt. Auf eine Braque-Sammlung 2004 folgten eine Werkreihe von Marc Chagall (2008) und eine Linolschnitt-Sammlung von Pablo Picasso (2012).

Auf die Öffentlichkeit wartet eine besondere Premiere, wenn die Werke im Herbst 2016 erstmalig in einer eigenen Ausstellung im Picasso-Museum zu sehen sind.

Klarheit-und-Opulenz-w




Fr 21. August 2015

100 Jahre Paul Schneider von Esleben – Moderne Architektur

Das Museum für Architektur und Ingenieurkunst M:AI Düsseldorf würdigt das Lebenswerk des Architekten Paul Schneider von Esleben.

Am 23. August 2015 wäre Paul Schneider von Esleben 100 Jahre alt geworden. Er hat mit seinen Projekten die Nachkriegsarchitektur der Bundesrepublik bis in die 1970er Jahre nachhaltig geprägt. Gerade in Nordrhein-Westfalen hat er eine Reihe von Bauwerken hinterlassen, die die architekturgeschichtlichen Entwicklungen der ersten zwei Jahrzehnte nach dem Krieg spiegeln. Gebäude waren für ihn Gesamtkunstwerke, die er bis ins Detail – sei es Kunst am Bau oder das Mobiliar – durchgestaltet hat.

Rochus_Kirche_Thomas-Mayer-klein Bildquelle: Foto: M:AI Thomas Mayer, Rochus Kirche

Die Ausstellung wird an zwei Orten gezeigt: im Haus der Architekten (Architektenkammer NRW) und in dem von Schneider von Esleben entworfenen Mannesmannhochhaus in Düsseldorf.

Ausstellung im Mannesmannhochhaus/Wirtschaftsministerium: „Das Mannesmann – Architekturikone des Wirtschaftswunders“, Berger Allee 25, 40213 Düsseldorf www.mweimh.nrw.de
Ausstellung im Haus der Architekten: „Die Marke PSE – Architektur zwischen Erhalt und Abriss“, Zollhof 1 in 40221 Düsseldorf, www.aknw.de

Das Hochhaus wird zum größten Exponat der Ausstellung – hier wird die Geschichte des Bauwerks am Original vermittelt, denn es zeigt im Detail wie Schneider von Esleben entworfen und gestaltet hat. Seiner Person als Künstler, Architekt, Unternehmer und Persönlichkeit in der Düsseldorfer Gesellschaft widmet sich der Ausstellungsteil in der Architektenkammer. Reizvoll für alle Besucher: Mit der Rochus-Kirche, der Haniel-Garage, der Rolandschule und dem ehemaligen Commerzbank-Gebäude befinden sich weitere seiner Projekte auf Düsseldorfer Stadtgebiet.

In diesem Spätsommer werden sich einige weitere Aktionen von unterschiedlichen Partnern in Düsseldorf mit Schneider von Esleben beschäftigen, so dass zusammen mit den Ausstellungen vielfältige Begegnungen mit dem Werk des Architekten möglich sind. Partner ist das Wirtschaftsministerium NRW als Mieter des Mannesmannhochhauses, das sonst nicht zugängliche Räume öffnen wird. Ebenso Partner ist die Architektenkammer, die Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen beiträgt.

Laufzeit: 23. August bis 25. September 2015
Die Ausstellungen im Haus der Architekten und im Mannesmannhochhaus sind Mo-Do von 9-18 Uhr, Fr von 9-17 Uhr geöffnet. Sonderöffnung an den Sonntagen 13. und 20. September 2015 von 10 – 18 Uhr
Eintritt frei!

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Do 20. August 2015

Markus Lüpertz zeigt Arbeiten im UNESCO Weltkulturerbe Corvey

Unter dem Titel Mythen, Malerei und Musik findet vom 22. August bis 01. November im Schloss Corvey die Ausstellung Ausstellung „Kosmos – Markus Lüpertz“

Wie transformieren Künstler antike Mythologie in die heutige Zeit? Vom 22. August bis zum 01. November 2015 wird in den Räumlichkeiten der Welterbestätte Corvey eine Sonderschau mit dem Œuvre von Markus Lüpertz (geb. 1941) gezeigt. Das ausgestellte, umfangreiche Werk des ehemaligen Rektors der Düsseldorfer Kunstakademie zeigt anschaulich die verschiedenen künstlerischen Perspektiven auf dieses Thema.

Mythen im Weserbergland Bildquelle: Weserbergland Tourismus

Die Ausstellung „KOSMOS – MARKUS LÜPERTZ“ vermittelt dabei einen Überblick über das zeichnerische und grafische Werk des „Maler-Fürsten“ Markus Lüpertz aus den letzten Jahren. Ferner soll mit der Präsentation ausgewählter Plastiken auch die bildhauerische Arbeit des international bekannten Künstlers gewürdigt werden. Inhaltlich liegt der Fokus der Exposition auf Lüpertz‘ Beschäftigung mit Mythen. Sein Umgang mit den antiken Mythen ähnelt dem der Renaissance-Künstler. Die Ausstellung kann im Rahmen der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden von Montag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr.

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Di 28. Juli 2015

Ingelheim zeigt Ausstellung Feininger-Kubin eine Künstlerfreundschaft

Die Schau der Grafischen Arbeiten von Lyonel Feiniger und Alfred Kubin im Alten Ingelheimer Rathaus wurde nicht nur in Fachkreisen sehr gut aufgenommen, da sie bislang Unbekanntes hervorgehoben hat, sondern auch das Publikum lobte die von Ulrich Luckhardt kuratierte und mit Überraschungen gespickte Auswahl an Werken zweier Ausnahmekünstler des 20. Jahrhunderts.

Ingelheim Bildquelle: Blick in die Ausstellung Ingelheim, artefakte

Durch die Publikation der gesamten Korrespondenz von Lyonel Feininger und Alfred Kubin wurde eine wichtige Primärquelle erschlossen, die tiefe Einblicke in beider Werk und Leben gibt. Auch bislang unbekannte Informationen zu der bedeutendsten Ausstellung der Moderne in Deutschland – dem Ersten Deutschen Herbstsalon in Berlin 1913 – werden im Ausstellungskatalog (Hatje Cantz) dargelegt und erörtert. Die Ingelheimer Ausstellung zeigt die enge und intensive Verbindung des als kühlen und klaren Bauhaus-Meister bekannten Feininger mit dem Zeichner dämonisch und grotesker Sujets.

In Ingelheim am Rhein ist die Schau noch bis kommenden Sonntag, dem 2. August im Alten Rathaus am François-Lachenal-Platz zu erleben und wechselt im Anschluss in die Albertina nach Wien (4. September 2015 bis 10. Januar 2016).




Mo 27. Juli 2015

3D-Rekonstruktion in der Restaurierung – Beispiel Lenbach Haus München

Das ist ja mal sehr interessant, was die 3D Scan und Druckertechnik auch für die Restaurierung bzw. die Rettung von kunsthistorisch wertvollen Objekten leisten kann. Oft sind diese Objekte ja immer wieder, natürlich zeitlichbezogenen Restaurierungen unterzogen worden. Diese haben nicht immer das Original und die Entstehungszeit beachtet, gerne aber den eigene Zeitgeschmack. Daher sind die Objekte oft weit entfernt von den Ursprüngen.
Und Teile fehlen oft ganz, so dass entweder etwas weiter Fehlt (Hand, Arm, Kopf etc.) oder es wird rekonsturiert. Die neuen Möglichkeiten von Scanverfahren und 3D-Druck sind schon erfreulich weit, wie jetzt das Lenbach Haus in München mitteilt.
Dort wird immer mal in Ausstellungen die eigene Sammlung die Franz von Lenbach als Kunstsammler zusammengetragen hat gezeigt. Künstler, auch Zeitgenossen von Lenbach waren oft kundige Sammler alter Kunst, nicht nur als Vorbilder oder Motivfundus für das eigene Werk, sondern oft auch als bewundernde Betrachter, die Werke vergangener Epochen zu schätzen wußten, als der zeitgenössische Mainstream diese nicht schätzte. Denkmal und Objektpflege sozusagen gleich mit.
Seid Juni 2015 wird nun erstmals in München ein lebensgroßes Kruzifix präsentiert, das 2014–15 im Zentrum der Restaurierungsaktivitäten des Lenbachhauses stand.

Lenbachkruzifix Bildquelle: Lenbach Haus, München

Die Skulptur ist durch Ausdrucksstärke, klare Formensprache und Feinheit des Schnitzwerks unverwechselbar und zählt zu den bedeutendsten Beispielen spätmittelalterlicher Kruzifixe aus dem süddeutschen oder Tiroler Raum.

Das Werk zeigt Spuren einer bewegten Geschichte: Es gelangte vom Kirchenraum ins Freie, von dort in den Kunsthandel und letztlich in Lenbachs Sammlung. Diese Vergangenheit ist am heutigen Erscheinungsbild der Skulptur deutlich ablesbar. Die ursprüngliche polychrome Fassung ist weitgehend verloren gegangen, mit ihr mehrfache spätere Überarbeitungen. Das Holz liegt großflächig frei, womit nicht mehr die Farbe, sondern die herausragende bildhauerische Qualität den Gesamteindruck prägt.

Durch eine intensive Untersuchung und Konservierung konnten fragmentarisch erhaltene Farbfassungen sichtbar gemacht und zeitlich zugeordnet werden. Damit wissen wir heute, dass das Kruzifix insgesamt drei Mal überfasst war. Jede dieser Überfassungen war farbig anders gestaltet, insbesondere die letzte wich deutlich vom originalen Stil ab.

Um das Kruzifix zu rekonstruieren und die verloren gegangenen Farbgebungen zu visualisieren, kam im Lenbachhaus erstmalig modernste 3-D-Technik zum Einsatz. Im Rahmen einer Kooperation mit Prof. Joerg Maxzin und Gerd Brändlein von der Technischen Hochschule Deggendorf wurde die originale Skulptur gescannt, virtuell teilrekonstruiert (Finger und Zehen) und in verkleinertem Maßstab 3-D-gedruckt. Auf Grundlage der Untersuchungsbefunde konnten in einem weiteren Schritt die Grundierung, Vergoldung und farbige Fassung auf den 3-D-Modellen ausgeführt werden: Modell 1 zeigt die originale, spätmittelalterliche Fassung, Modell 2 zeigt die dritte und letzte Überfassung. Beide Rekonstruktionen machen die Bedeutung der Farbgestaltung für die Wirkung des Kruzifixes auf eindrückliche Weise nachvollziehbar.

Im Rahmen der Konservierung wurde die äußerst gefährdete Skulptur erfolgreich in einen stabilen Zustand gebracht. Alle Fassungsreste sowie einige Holzpartien wurden gefestigt und lose Holzteile angebracht. Die Ergebnisse der Oberflächenreinigung ermöglichten wertvolle Hinweise für die Rekonstruktion der Farbgebungen. Unsere Rekonstruktionen stützen sich auf eine Vielzahl an Hinweisen, die hauptsächlich am Original gewonnen, aber auch durch Vergleichsbeispiele und den Austausch mit Experten ergänzt wurden.

Beispielsweise leitet sich die Formgebung der Finger und Zehen von der Schnitztechnik eines noch erhaltenen Fingers ab. Die Darstellung der Dornenkrone und des Strahlenkranzes basiert auf einer historischen Aufnahme des Kruzifixes um 1900, die noch beide Attribute zeigt.
Unsere Präsentation erlaubt die Zusammenschau von Original und Modell. Im Ergebnis stellen die zwei Modelle eine weitgehende Annäherung an die früheren Erscheinungsbilder dar. Der markante Unterschied der beiden Fassungen verdeutlicht die Rolle, die der Farbe als Gestaltungselement in der Gattung Skulptur zukam. Ein Element, das heute durch die Spuren der Geschichte verändert und sogar oft verloren ist.

Öffnungszeiten: Di 10-21 Uhr // Mi – So 10 – 18 Uhr
www.lenbachhaus.de




Fr 24. Juli 2015

Das Victoria & Albert Museum London zu Gast in der Kunstkammer Würth

Da ist der englische Humor nicht weit, wenn man den Titel der sehenswerten Sonderschau in der Kunstkammer Würth liest: Silberhirsch & Wunderprunk
Dahinter verbirgt sich einmal imperiale Prachtentfaltung an höfischen Tafeln der Hautevolee der vergangenen Zeiten und ein Sammlungsausschnitt des weltweit älteste und größte Museum für Design und Kunstgewerbe: Das Victoria & Albert Museum, London.
Es ist die Adresse wenn es um berühmten Silbersammlungen geht. Einige Hauptwerke sind jetzt zu Gast in der Kunstkammer Würth. Da in der Sammlung Würth auch einige exquisite Stücke zu finden sind, ist die Sonderschau jetzt die Gelegenheit diese tollen Stücke mal zusammen zu sehen.
Die Ausstellung ist daher wirklich interessant und spielt mit den Erwartungshaltungen der Besucher.
Die Ausstellung Silberhirsch & Wunderprunk Das Victoria & Albert Museum ist noch bis zum 10. Januar 2016
täglich 10 – 18 Uhr in der Kunstkammer Würth zu sehen.

Was steht dahinter: Weiterlesen »




Fr 24. Juli 2015

Sammlung Würth in Berlin zu Gast

Meisterwerke aus der Kunstkammer Würth sind im Berliner Bode-Museum auf der Museumsinsel zu sehen.

Unter dem Titel „Das Expressive in der Kunst“ ist eine frühneuzeitliche Kreuzigungsszene und mehr aus der Sammlung Würth in Berlin zu Gast. Diese Leihgabe steht im Zusammenhang mit dem Ausstellungsbesuch des Victoria und Albert Museums in der Sammlung Würth unter dem Titel: Silberhirsch & Wunderprunk zu sehen ist.

Ein Hauptakteur dieser neuen expressiven Strömung ist ein anonymer Künstler, der durch den Hauptaltar der Pfarrkirche St. Martin in Meßkirch bekannt ist. Wo der Künstler gearbeitet hat, ist unbekannt. Seine Malerei knüpft sowohl an die Nürnberger als auch an die Ulmer Malerei des frühen 16. Jahrhunderts an. Bis Januar 2016 ist seine monumentale Kreuzigung als Leihgabe der Sammlung Würth zu Gast im Bode-Museum. In dieser Sonderpräsentation wird sie gemeinsam mit stilistisch und thematisch verwandten Werken der Staatlichen Museen zu Berlin aus dem süddeutschen Raum ausgestellt.

Kabinettausstellung Das Expressive in der Kunst mit der Kreuzigung des Meisters von Meßkirch aus der Sammlung Würth im Bode-Museum, Berlin vom 23. Juli 2015 bis 3. Januar 2016

Hintergrund: In den ersten Jahren der Reformation im 16. Jahrhundert, als die Verehrung religiöser Bilder zunehmend den Verdacht der Götzenanbetung auf sich zog und vielerorts zum Bildersturm führte, schufen Maler, Bildhauer und Grafiker im süddeutschen Raum Kunstwerke von einer zuvor nicht gekannten Direktheit. Durch komplexe Bildräume, bewegte Draperien, Verzerrungen und starke Farbkontraste sollen die Werke den Betrachter emotional aufwühlen. Sie wecken das Mitgefühl des Betrachters und gewinnen den Themen, die zum Teil bereits seit Jahrhunderten künstlerisch umgesetzt wurden, ganz neue Akzente ab.

Und was im Bode-Museum oder in der Sammlung Würth so passiert:

Seit der Wiedereröffnung des Bode-Museums 2006 ergänzt die „Kunstkammer Würth“ im Bode-Museum mit ca. 30 Werken aus der Sammlung des Unternehmers, Kunstsammlers und Mäzens Reinhold Würth in idealer Weise die Bestände des Museums. Die üblicherweise hier präsentierten Kunstwerke werden zurzeit anlässlich der Ausstellung „Silberhirsch und Wunderprunk – Das Victoria & Albert Museum zu Gast in der Kunstkammer Würth“ in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall gezeigt. Bis zu ihrer Rückkehr im Januar 2016 ist ein Hauptwerk der altdeutschen Malerei aus der Sammlung Würth zu Gast im Bode-Museum: Die Kreuzigung Christi des Meisters von Meßkirch. Weitere Highlights der Sammlung Würth sind ab 11. September 2015 in der Ausstellung „Von Hockney bis Holbein“ im Martin-Gropius-Bau zu sehen.




Do 23. Juli 2015

Saarlandmuseum zeigt Max Slevogt – Ali Baba und Sindbad

Im Rahmen der Ausstellung Max Slevogt – Ali Baba und Sindbad werden rund 60 Arbeiten auf Papier aus den Beständen des Saarlandmuseums erstmals geschlossen gezeigt und wissenschaftlich erschlossen: Buchillustrationen Slevogts zu „Ali Baba und die vierzig Räuber“ sowie „Sindbad, der Seefahrer“. Max Slevogt, dessen Schaffen außerordentlich prominent in den Sammlungen des Saarlandmuseums vertreten ist, galt schon früh als „König der
Illustration“. Um 1900 entdeckte er die orientalischen Märchen aus 1001 Nacht für sich. Die Fantasie der Märchenerzählerin Scheherezade inspirierte ihn zu einer Fülle von kompositionellen Einfällen. 1903 wurde „Ali Baba und die vierzig Räuber“ als erstes von ihm illustriertes Buch veröffentlicht, 1908 erschien der Band „Sindbad, der Seefahrer“.

Slevogt - Skizzenblatt Morgiane Ali Baba

Bildquelle: Max Slevogt: Skizzenblatt mit dem Kopf der Morgiane, der stehenden Morgiane, dem stehenden Ali Baba und zwei Räuberköpfen, um 1898-1903 (aus „Ali Baba und die 40 Räuber“), Saarlandmuseum Saarbrücken, Stiftung Saarländischer Kulturbesitz

Die Graphische Sammlung beherbergt Schlüsselwerke rund um die beiden Buchproduktionen: 33 Illustrationen zu „Ali Baba“ sowie 15 Vorzeichnungen zu „Sindbad“, welche Slevogt in einem kunstvollen Album seinem Verleger, Bruno Cassirer, gewidmet hat. Zu Sindbad liegen des Weiteren 18 Lithografien und die gedruckte Erstausgabe des Buches mit Originallithografien vor.
Die Art, in der Slevogt sich dem Märchen „Ali Baba und die vierzig Räuber“ annäherte, ist maßgeblich geprägt von seiner Begegnung mit der Kunst Rembrandts. Wie diesem geht es Slevogt um das Fühlen und die Leide
nschaften der Menschen, die im Zentrum seiner Darstellungen stehen. Seine Illustrationen lösen sich aus der bis dahin in der Buchkunst gültigen dienenden Form und behaupten ihre Eigenständigkeit neben dem erzählenden Text.
Stilistisch reichen die Entwürfe von einfachen Umrisszeichnungen bis hin zu ausgearbeiteten
farbstarken Aquarellen und Gouachen. Der Künstler nutzte verfügbare Papiere unterschiedlichster Qualität und Größe, schnitt Gelungenes aus, klebte es neu auf und korrigierte ungeniert mit Deckweiß über Tusche. Vor der Veröffentlichung wurde das Arbeitsmaterial handschriftlich mit Hinweisen für die zu erstellenden Reproduktionen im Buch versehen.

Laufzeit der Ausstellung: 24. Juli bis 1. November 2015