KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di 24. Mai 2016

URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART in Berlin entsteht

Mehr als 200 Künstler zählen bereits zum Netzwerk von URBAN NATION, dessen Direktorin Yasha Young zu den weltweit renommierten Kuratoren der Urban Art zählt. Sie verbindet Kunst und Künstler in Berlin und läutet damit eine neue Ära in der Berliner Kunstszene ein: „Erstmals werden eindrucksvolle Werke von weltbekannten und aufstrebenden Künstlern der Urban Contemporary Art an einem Ort zusammengebracht. Hier entsteht hochkarätige Kunst, hier wird geforscht, hier wird gesammelt. Die Sammlung wird stetig wachsen und das Museum lebendig halten.

Über URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART

URBAN NATION ist eine internationale Institution für Künstler und Projekte, die Mitte 2017 als Museum neue Maßstäbe setzen wird. Im Mittelpunkt steht die Förderung junger Künstler der Urban Contemporary Art. Seit Ende 2013 lädt URBAN NATION unter der Kuration und Direktion von Yasha Young in regelmäßigen Abständen lokale und internationale Künstler sowie Kuratoren nach Berlin ein, um urbane Räume künstlerisch zu gestalten. Dabei kommt es in einem öffentlichen Non-Profit-Raum zu einem inspirierenden Austausch zwischen bekannten und gerade aufstrebenden Kreativen. URBAN NATION ist in der gemeinnützigen Stiftung Berliner Leben verankert. Weitere Informationen unter www.urban-nation.com

"Spatenstich," ground breaking ceremony for Urban Art Museum, at Urban Nation Berlin, on May 19th, 2016.

„Spatenstich,“ ground breaking ceremony for Urban Art Museum, at Urban Nation Berlin, on May 19th, 2016.

Bildquelle: Urban Nation, Spatenstich

Bildquelle: Tim Renner (Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten), Hendrik Jellema (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Berliner Leben), Markus Terboven (Vorstandsmitglied der Gewobag), Yasha Young (Direktorin URBAN NATION) und Thomas Willemeit (Founding Partner GRAFT). Weiterlesen »




Di 24. Mai 2016

Kunsthalle Hamburg zeigt Manet im Sommer

Ab dem 29.Mai 2016 zeigt die Hamburger Kunsthalle aus Anlass ihrer Wiedereröffnung eine Schau, die die Massen ansprechen wird. Unter dem kurzen Titel Manet – Sehen. Der Blick der Moderne wird es eine Schau, die viele Menschen begeistern wird. Klassische Moderne auf hohem bekannten Niveau, mitten im Sommer als nette kulturelle Abwechselung im Urlaub. Eine ideale Adresse.
Gezeigt werden Meisterwerke von Édouard Manet (1832-1883).
Manet Hamburg Bildquelle: Kunsthalle Hamburg

Das Thema der Ausstellung, Manets Blicke, zeigt das Werk des Künstlers in einer neuen Perspektive. Seine Gemälde, die schon im 19. Jahrhundert in den Pariser Salon-Ausstellungen Publikumsmagneten waren, lösten wahre Proteststürme aus. Das lag vor allem an seiner malerischen Strategie, mit bisher unbekannter Direktheit ein spannungsvolles Verhältnis zwischen den Personen im Bild und den Betrachtern herzustellen. Diese bisweilen direkte Ansprache des Betrachters fasziniert bis heute.
Manets Gemälde verdeutlichen, wie sich das Sehen in der Öffentlichkeit der modernen Metropole Paris seit den 1860er-Jahren unaufhaltsam verändert – ein Wandel, den Manet und seine Zeitgenossen in ihrer Kunst pointiert zum Thema machten.
In der Rückwendung auf Alte Meister, wie etwa auf die großen Spanier Velázquez und Goya, aber gleichzeitig auch in der Beschäftigung mit den Themen des modernen Lebens, entwickelt Manet die neue Bildsprache seiner Zeit.
Laufzeit der Ausstellung: 27. Mai 2016 bis 04. Sep 2016 in der Kunsthalle Hamburg

Erstmals zeigt die Hamburger Kunsthalle Bildpaare, die Manet für die Hängung im Salon ausgewählt hat: Die Nana (1877) aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle hängt Seite an Seite mit Jean-Baptiste Faure in der Rolle des Hamlet (1877), eine Leihgabe aus dem Museum Folkwang in Essen; weiterhin begegnen sich die Meisterwerke Le balcon (1868/69) aus dem Musée d’Orsay in Paris und Le déjeuner (1868) aus der Neuen Pinakothek in München; und auch so hochkarätige Werke, wie Lola de Valence (1862) aus dem Musée d’Orsay oder Le philosophe (1865/67) aus dem Art Institute of Chicago, die Manet gemeinsam in seinem Pavillon anlässlich der Weltausstellung 1867 präsentierte, werden in Hamburg zu sehen sein.




Sa 21. Mai 2016

Bucerius Kunstforum Hamburg zeigt HIERONYMUS BOSCH

Die Bildschöpfungen und Sujets von Hieronymus Bosch wurden von Künstlern der folgenden Generation rezipiert und erreichten vor allem über das im 16. Jahrhundert aufblühende Medium der Druckgraphik eine enorme Reichweite. Bis heute faszinieren die nach Entwürfen von Hieronymus Bosch oder Pieter Bruegel d. Ä., seinem wichtigsten Nachfolger, geschaffenen Kupferstiche. Sie zeigen die irrwitzigen Monster der Unterwelt, mahnen vor Sünden und Lastern, illustrieren Sprichwörter und ironisieren menschliche Dummheiten. Als um 1600 die Angst vor Verdammnis und Hölle nachlässt, richten sich die moralisierenden Szenen auf das Diesseits, und die erschreckenden Mischwesen wandeln sich zu unterhaltsamen Grotesken.
Anlässlich des 500. Todesjahres von Hieronymus Bosch beleuchten in Deutschland das Bucerius Kunst Forum und das Kulturforum Berlin, Leben und Werk, des Zeremonienmeisters der Hölle und der drastischen Schilderungen des Sündhaften schlechthin. Gezeigt werden in Hamburg über 90 Arbeiten von Künstlern der folgenden Generation, die Boschs Bildsprache aufgriffen, über die Druckgraphik verbreiteten und weiterentwickelten.

In acht Kapiteln beleuchtet die von Michael Philipp konzipierte Ausstellung im Bucerius Kunst Forum, wie Boschs Nachfolger seine Bilderwelt über die Druckgraphik verbreiteten und vor dem ideengeschichtlichen Hintergrund des 16. Jahrhunderts weiterentwickelten. Dabei stehen Themen wie die Tugenden und Laster, Heilige und Narren oder Sprichwörter und Redewendungen im Mittelpunkt. Insgesamt umfasst Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch etwa 80 Kupferstiche und Radierungen. Diese werden ergänzt durch rund 15 Gemälde und geschnitzte Architekturelemente, die zum Teil erstmals öffentlich gezeigt werden.

Laufzeit der Ausstellung :VERKEHRTE WELT. DAS JAHRHUNDERT VON HIERONYMUS BOSCH, vom 4. Juni bis 11. September 2016
Der Katalog zur Ausstellung mit Beiträgen von Kathrin Baumstark, Stephanie Buck, Nils Büttner, Nora Haubold, Bram van den Hoven van Genderen, Sebastian Oesinghaus, Michael Philipp, Stephanie Porras, Laura Ritter, Jaco Rutgers und Gary Schwartz erscheint im Hirmer Verlag, München




Sa 21. Mai 2016

Marta Herford zeigt die Ausstellung Grün stört – Im Fokus einer Farbe

Das Malerei und gärtnerische Leidenschaft zusammen geht, ist seit Claude Monet und seinen Gärten in Giverny bekannt. Um so erstaunlicher dass Georg Baselitz seinen Künstlerkollegen und kolleginnen riet: „Malt keine grünen Bilder, die kauft keiner, grün geht nicht in der Kunst!“Georg Baselitz
Das Marta Herford versucht diesem Rat jetzt auf den Grund zu gehe. Mit der Ausstellung „Grün stört – Im Fokus einer Farbe“ werden künstlerische Facetten einer widersprüchlichen Farbe durch 35 Exponate aus Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie, Video und Zeichnung in Szene gesetzt.

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Bildquelle: Parastou Forouhar: Grün ist mein Name, 2007, Digitale Zeichnung

Die Farbe Grün steht für Hoffnung, Glaube, Heilung, aber auch Krankheit und Verderben: Die Farbe Grün steckt voller widersprüchlicher Deutungsansätze, fokussiert die menschliche Aufmerksamkeit und ruft Irritationen hervor. Aus farbpsychologischer Sicht gilt Grün als anregend und soll eine lebendigere, bewusstere Wahrnehmung fördern.
Und doch fristet ausgerechnet diese Farbe ein Schattendasein in der bildenden Kunst. „Grün stört – Im Fokus einer Farbe“ vereint Werke ausgewählter zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die ein besonderes Interesse für diese Farbe hegen und sie auf ganz individuelle Weise zum Ausdruck bringen.
Gärtner und Parkliebhaber sind vielleicht zu ruhig um im Kunstbetrieb ihre Heimat zu finden. Allerdings ist die Farbe Grün als Lebenselexier immer häufiger in der zeitgenössischen Kunst zu finden. Laufzeit der Ausstellung:
22. Mai – 14. August 2016, Marta Herford, Lippold-Galerie, Herford

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Mi 18. Mai 2016

Fotografieausstellung in Oberhausen – Regina Relang

Die Ausstellung Regina Relang (Stuttgart 1906 – 1989 München) in der Ludwiggalerie in Oberhausen zeigt einen bunten Reigen an Fotografiethemen. Von der frühen Reisereportagen der 1930er Jahre über Modefotografie der Nachkriegszeit bis zu den Fotografien für Hochglanz-Mode und Frauen-Magazine. Sie präsentiert Relangs Lebenswerk und spiegelt gleichzeitig die Geschichte der deutschen Modefotografie eines halben Jahrhunderts.

Regina Relang (Stuttgart 1906 – 1989 München) beginnt ihre fotografische Karriere im Paris der 1930er Jahre. Ihre ersten Erfolge feiert sie mit Reportageaufnahmen, die während ihrer Reisen durch Südeuropa entstehen. Die körperlich schwere Arbeit der Lastenträgerinnen im Hafen von Porto weckt ebenso ihr Interesse wie eine andere traditionelle Themen. In der Nachkriegszeit avanciert Relang zur führenden Modefotografin Deutschlands. Zu ihren Auftraggebern zählen namhafte Modeschöpfer wie Christian Dior, Pierre Cardin oder Yves Saint Laurent, ihre Fotografien werden in zeitgenössischen Modejournalen wie Constanze, Madame oder Film und Frau abgedruckt.

Regina Relang

Bildquelle: Regina Relang, Gisela Ebel mit Schmetterlingsbrille, 1950 © Münchner Stadtmuseum Sammlung Fotografie Archiv Relang

In ihren Fotografien, die treffend als „Schaufenster in Bewegung“ bezeichnet wurden, kombiniert sie auf eigenwillige und ungewöhnliche Art Mode mit Alltagssituationen. Die Ruinen des zerstörten Münchens dienen ihr dabei ebenso als Kulisse wie das bunte und rege städtische Treiben internationaler Modemetropolen. Mit ihrem eigenen fotografischen Stil überwindet Relang die Grenzen zwischen Mode- und Reportagefotografie. Sie bettet die neuesten Kollektionen in einen alltäglichen Kontext ein oder inszeniert ihre Models als Starmannequins ganz im Sinne der glamourösen Filmwelt. In den 1960er Jahren ändert sich ihr fotografischer Blick und sie fotografiert zunehmend im Studio.

Laufzeit der Ausstellung in Oberhausen: Vom 22. Mai bis zum 18. September 2016
Erstmals ist mit dieser Ausstellung eine Auswahl aus dem Nachlass Regina Relangs aus der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums außerhalb des süddeutschen Raums zu sehen.




Di 17. Mai 2016

Japanische Kultur und der Ise-Schrein – Torii Rei in Berlin

Torii Rei, 1952 in Tokyo geboren und an der renommierten Musashino Kunstuniversität ausgebildet, zählt seit Mitte der 1970er-Jahre zu den beachtesten neotraditionellen Malern Japans.

Zur Eröffnung der Ausstellung wird Torii Rei am 26. Mai 2016 um 18.30 Uhr im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (Saargemünder Str. 2, 14195 Berlin) einen Vortrag zum Thema „Japanische Kultur und der Ise-Schrein“ halten.

Torii Rei Drache mit geöffnetem Maul Bildquelle: Torii Rei Drache mit geöffnetem Maul, Bild 6

Neben Einzel- und Gruppenausstellungsprojekten in Asien und Europa hat er sich mit zahlreichen Publikationen und Vorträgen um die Erforschung der japanischen Kultur verdient gemacht. Der Praxis und Gedankenwelt des Shinto – des „Weges der Götter“ – hat Torii Rei auch seine malerische Arbeit gewidmet und diese in zahlreichen Werkserien und großformatigen Zyklen thematisiert.

Der Ise-Schrein gilt als wichtigstes Heiligtum des Shinto, der spezifisch japanischen Kultpraktiken, die sich auf numinose Wesen (japanisch: kami) beziehen. Kami lassen sich zumeist als Erscheinungen von mythologischen Personen, vor allem aber von Naturkräften verstehen. Charakteristischerweise manifestieren sie sich in Felsen, Bäumen oder Wasserfällen. Auch die zu ihrer Verehrung bestimmten Schreine sind stets von Natur umgeben, der im Shinto ein hoher Wert zugemessen wird. So ist jeder Besuch des Ise-Schreins geprägt durch eine, als Weg heller Steine (Reinheit) über eine Brücke (Übergang) vorbei an einem Fluss (Reinigung) durch einen dichten Wald dramatisch inszenierte Naturerfahrung.

Aus Anlass des G7-Gipfels im japanischen Ise am 26. und 27. Mai 2016 zeigt das Museum für Asiatische Kunst als Erstpräsentation einen raumspezifischen, eigens für Berlin geschaffen Zyklus von fünfzehn Bildern des Malers Torii Rei. Dieser thematisiert die weitläufige Anlage des in enger Verbindung zum japanischen Kaiserhaus stehenden Schreinkomplexes von Ise in der gleichnamigen Stadt der Präfektur Mie.

Die Ausstellung Torii Rei: Ise ist vom 26. Mai 2016 bis zum 8. Januar 2017 im Museum für Asiatische Kunst Berlin zu sehen.

http://www.toriirei.jp/exhibition/




Fr 13. Mai 2016

Hieronymus Bosch in Berlin

Im Herbst 2016 wird es auch in Berlin eine Ausstellung zu Ehren von Hieronymus Bosch geben. Unter dem Titel Hieronymus Bosch und seine Bildwelt im 16. und 17. Jahrhundert findet eine Ausstellung in der Gemäldegalerie und des Kupferstichkabinetts in Berlin im Kulturforum statt. Zu sehen werden die Eigenbestände der Museen, die reichlich High-Lights bieten

Den Mittelpunkt der Gemäldepräsentation bildet die Tafel mit „Johannes auf Patmos“, ein signiertes Hauptwerk von Bosch. Ihm stehen vier Kopien nach den großen Schöpfungen des Malers gegenüber, darunter das monumentale „Weltgericht“, das kein geringerer als Lucas Cranach der Ältere nach Boschs heute in Wien befindlichem Original fertigte. Ein Triptychon der „Versuchung des hl. Antonius“, das um 1550 als verkleinerte Variante des berühmten Werks in Lissabon entstand, kann nach einer gerade abgeschlossenen Restaurierung nun erstmals seit 150 Jahren wieder gezeigt werden. Dass die phantastischen Welten des Hieronymus Bosch auch noch im 17. Jahrhundert eine Inspirationsquelle für niederländische Künstler waren, zeigen Gemälde von Adriaen Brouwer, David Teniers d. J. und Frans Francken d. J.

Hieronymus Bosch, Johannes, Bildquelle: s. Bild

Das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin verwahrt über die Hälfte der noch erhaltenen eigenhändigen Bosch-Zeichnungen, die als Höhe- und Endpunkt der niederländischen Zeichenkunst des 15. Jahrhunderts gelten. Darunter nimmt „Das Feld hat Augen, der Wald hat Ohren“ als eines der drei sogenannten Meisterblätter eine herausgehobene Stellung ein. Boschs intime Zeichnungen offenbaren einen Virtuosen, der seine Wesen und Visionen in intuitiv-skizzenhafter Weise mit wenigen Federstrichen aufs Papier zu bringen verstand. Zum ersten Mal seit 15 Jahren werden jetzt sämtliche Berliner Blätter von Bosch gezeigt – sowohl Vorder- als auch Rückseiten.

Zum 500. Todesjahr von Hieronymus Bosch werden die äußerst empfindlichen Arbeiten die im Besitz des Kupferstichkabinetts sind jeweils paarweise und abwechselnd für wenige Wochen ausgestellt. Ergänzt werden die Originale des Meisters um Zeichnungen und Druckgraphik aus Boschs Umkreis sowie seiner Nachfolge und Rezeption, die von Alart du Hameel über Pieter Bruegel bis zu James Ensor reicht. Da sind sogar Kopien nach den Meisterwerken noch echte Knaller.
Also schon mal vormerken: Hieronymus Bosch und seine Bildwelt im 16. und 17. Jahrhundert im Kulturforum vom 9. November 2016 – 19. Februar 2017




Mi 11. Mai 2016

Ausstellung SWITCH im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna

Vom 10. Juni bis zum 10. Juli 2016 zeigt das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna die Ausstellung SWITCH. Sie umfasst eine Auswahl von Werken, die im Rahmen von Studium und Lehre an der Hochschule der Bildenden Künste des Saarlandes im Laufe des letzten Jahres entstanden sind. Studierende und Lehrende experimentieren mit physikalischem Licht in Zeichnung, Malerei, Skulptur, Installation und Performance. Sie nutzen die Wechselwirkungen von Schatten und Licht, die Verknüpfung von Bild, Projektion und Architektur oder das Zusammenspiel von Farbpigmenten, Licht und Wahrnehmung. Gemeinsam ist ihnen ein Bildverständnis, dem Zeitlichkeit, Veränderlichkeit und Vergänglichkeit zu eigen ist.

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Bildquelle: Oben links: Martin Fell, ZIMT 1 (Detail), LICHTUNGEN, Hildesheim 2015, Foto: Martin Fell/Daniel Hausig; Oben rechts: Marion Cziba, LICHTUNGEN, Hildesheim 2015m, Foto: Sara Förster; Unten links: Ingo Wendt, LICHTUNGEN, Hildesheim 2015, Foto: Sara Förster

Die Vielfalt und Verschiedenartigkeit der Arbeiten lässt erkennen, wie sich die künstlerische Auseinandersetzung mit Licht in den letzten Jahren ausdifferenziert hat. Im Kontext der Sammlung des Zentrums für Internationale Lichtkunst, die überwiegend aus Werken von Künstler_innen wie Brigitte Kowanz, Mischa Kuball, Christina Kubisch, Mario Merz, Francois Morellet oder James Turrell, die vor 1960 geboren wurden, besteht, lassen sich Traditionen, Entwicklungen und die Zukunft der Lichtkunst diskutieren.

Zu sehen sind Arbeiten von: Marion Cziba, Raika Dittmann, Martin Fell, Nicole Fleisch, Daniel Hausig, Ida Kammerloch, Octavian Mariutiu, Maria Elena Schmidt, Michael Voigt und Ingo Wendt.

Die künstlerische Leitung liegt bei Prof. Bettina Catler-Pelz. Sie führt am 10. Juni 2016 um 18.00 Uhr durch die Ausstellung. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist im Rahmen der öffentlichen Führungen zu sehen:

Dienstag – Freitag: 13, 15, 17 Uhr , Samstag, Sonntag und Feiertag: 13, 14, 15, 16, 17 Uhr. Keine Anmeldung erforderlich.

LIFA – Forschungsnetzwerk „Licht in der Bildenden Kunst“ an der HBKsaar

Die HBKsaar ist Initiator des Forschungsnetzwerkes „Light in Fine Arts (LIFA)“. Am xm:lab der HBKsaar wurde 2014 ein Netzwerk von Künstler_innen, und Hochschullehrer_innen gegründet, das die Bedeutung von physikalischem Licht als Material, Medium und Werkzeug in der zeitgenössischen künstlerischer Praxis reflektiert. Dazu werden regelmäßig Kolloquien durchgeführt und ein kuratiertes Online-Archiv aufgebaut, um Forschung und Lehre zu unterstützen. Initiative und Koordinierung liegen bei Prof. Bettina Catler-Pelz, Prof. Daniel Hausig und Prof. Dr. Michael Schwarz.

Weitere Informationen unter lifa-research.net.




Mi 11. Mai 2016

Landesmuseum Münster zeigt Geschichte und Kultur sexueller Identitäten – Homosexualität_en

Wie wichtig die Ausstellung ist, zeigt alleine die Verwerfungen um die Plakatanbringung ja oder nein. Die Ausstellung die fundiert, menschlich und offen das Thema in all seinen Facetten zeigt. Bunt wie das Leben. Chapeau:
Die neue Ausstellung des LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster wird ab Donnerstag (12.5.) den Menschen, die gleichgeschlechtlich begehren oder non-konforme Geschlechtsidentitäten haben zum Thema haben. “ Es geht nicht um eine ‚Schwulen-Ausstellung‘, sondern um Frauen liebende Frauen, um Männer liebende Männer und um die vielen Variationen von Geschlecht, die es zwischen männlich und weiblich gibt „, sagt Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).
Die Ausstellung ist ein Projekt des Schwulen Museums* Berlin in Kooperation mit dem LWL-Museum und dem Deutschen Historischen Museum Berlin. Twitter: #Hmsx

Bereits das Ausstellungsplakat, das eine Arbeit des_der kanadischen Performance-Künstlers_in Cassils zeigt, spielt mit Uneindeutigkeiten und reflektiert den Ausstellungstitel, der mit dem Unterstrich – auch Gender Gap genannt – auf die Pluralität von geschlechtlichen Identitäten anspielt. Das Motiv zitiert eine aus der Werbung bekannte Ästhetik und zeigt einen durch wochenlanges Krafttraining gestählten Körper. Auf den zweiten Blick entspricht er jedoch keinesfalls den ästhetischen Idealen von Werbung, er durchkreuzt vielmehr alle Normen.

Heather Cassils Advertisement: Homage to Benglis , 2011 c-print 40 x 30 inches edition of 3 photo: Heather Cassils with Robin Black Courtesy Ronald Feldman Fine Arts, New York

Bildquelle: Cassils, Advertisement:Homage to Benglis, Teil der Arbeit CUTS: A Traditional Sculpture, sechsmonatige Performance, 2011 Image courtesy of Cassils and Ronald Feldman Fine Arts, © Cassils and Robin Black 2011

Krank oder strafbar
Neben einem Blick in die Geschichte der wissenschaftlichen Debatten um Geschlecht und Sexualität zeigt die Ausstellung auch die Ausgrenzung und Kriminalisierung von homosexuellen Männern und Frauen und Menschen mit non-konformen Geschlechtsidentitäten. Ihre Zuspitzung erfuhr diese Diskriminierung in der Verschärfung des Paragraphen 175 durch die Nationalsozialisten. Diese verschärfte Fassung wurde Grundlage für die massive Verfolgung von schwulen Männern, die für viele in Haft und Konzentrationslager endete – in der Ausstellung repräsentiert durch den von Gastkurator Dr. Klaus Mueller jahrelang recherchierten „Rosa Winkel“. Dieser Teil erzählt Schicksale von Verfolgten und erinnert an all jene Vergessenen, die als homosexuelle Häftlinge im Dritten Reich einen rosa Aufnäher tragen mussten.
Nach Ende des Nationalsozialismus übernahm die Bundesrepublik Deutschland den Paragraphen in ihr Gesetzbuch. Die Folge: Bis zur Liberalisierung 1969 wurden etwa 50.000 Männer verurteilt – ebenso viele wie unter den Nationalsozialisten. „Ich will lieber ein kalter Krieger sein als ein warmer Bruder“ – Worte wie diese von Franz-Josef Strauß von 1971 zeigen, dass auch nach 1969 die Diskriminierung Anders-Liebender ihre Fortsetzung fand – bis hinein in unsere vermeintlich aufgeklärte Gesellschaft, in der „Schwul“ ein beliebtes Schimpfwort auf bundesdeutschen Schulhöfen ist.

Persönliche „Coming-Out“-Geschichten
In einem anderen Ausstellungsbereich schildern unterschiedliche Personen in kurzen Videofilmen anhand von Gegenständen ihr Coming Out vor Familie und Freund_innen. „Wir wollten hier bewusst Menschen auch aus der Region ihre Geschichte erzählen lassen, um die Perspektive der Berliner Ausstellung zu erweitern“, erklärt LWL-Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. Denn auch und gerade abseits bekannter Queer-Metropolen wie Berlin entwickelte sich eine bunte und bewegte Szene. So war Münster 1972 etwa Schauplatz für Deutschlands erste Schwulen-Demonstration. Mittlerweile verfügt Westfalen-Lippe über ein dichtes Netz an Freizeitangeboten, Vereinen und Anlaufstellen für Menschen der LGBTIQ-Gemeinschaft.

Historische und zeitgenössische Auseinandersetzung mit Sexualität und Geschlecht
Neben westfälischen Akzenten bietet „Homosexualität_en“ den Besucher_innen einen Einblick in die große Sammlung des Schwulen Museums*, die von Flugblättern und Fotografien der ersten Demonstrationen Anfang der 1970er über das Original-Drehbuch des ersten und letzten DDR-Spielfilms zum Thema „Coming Out“ von 1989 bis zu einer Dokumentation des „Mösenmobils“ reicht, das 1998 den Berliner Christopher Street Day anführte.

Die Ausstellung endet mit dem Interviewprojekt „What’s next?“, in dem Aktivist_innen der queeren Szene über Themen wie ihr politisches Engagement, Solidarität und Konflikte, über Arbeit und Leben jenseits der heterosexuellen Norm sprechen und einen Blick in die Zukunft werfen.

Ergänzt wird „Homosexualität_en“ durch zeitgenössische Kunstwerke, die den Umgang mit Sexualität und Geschlecht auf einer künstlerischen Ebene thematisieren. Zu sehen sind einerseits Werke von historischen Künstler_innen wie etwa Edvard Munch, Meret Oppenheim und Andy Warhol. Andererseits sind auch zeitgenössische künstlerische Positionen vertreten, zum Beispiel von Zanele Muholi, Elmgreen & Dragset, Monica Bonvicini, Julian Rosefeldt und Maria Lassnig. Allen Exponaten gemein ist, dass sie um Begehren und Verführung kreisen, mit Geschlechterrollen und -grenzen spielen und zu einer Überprüfung der begrenzten Konzepte von Geschlecht und Identität auffordern.




Di 10. Mai 2016

Eine andere Avantgarde- Die Pioniere des Comic in Frankfurt

Spektakulär, groß und in Farbe, eroberte der Comic ab 1897 sein Publikum. Bürgertum, Arbeiterklasse und ein Heer von Einwanderern waren gleichermaßen fasziniert von den unbekannten Seherfahrungen, die ihnen in den US-amerikanischen Tageszeitungen begegneten. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert von 23. Juni bis 18. September 2016 die erste umfassende Themenausstellung zu den „Pionieren des Comic“, die experimentierfreudig und progressiv die künstlerischen und inhaltlichen Maßstäbe des frühen Comics setzten.

Die Ausstellung in der Schirn läuft vom 23. Juni bis zum 18. September 2016 in Frankfurt

Die Ausstellung „Pioniere des Comic“ zeigt ca. 230 seltene Comic-Seiten von 1905 bis in die 1940er-Jahre, darunter viele sehr seltene Originalzeichnungen der Comic-Künstler, von denen die Mehrzahl in der Schirn erstmals öffentlich zu sehen ist. Auch Wechselwirkungen zwischen Comic-Werken und Entwicklungen der bildenden Kunst jener Zeit werden deutlich. Von den ehemals Millionen Comic-Seiten der Pionierjahre sind heute nur noch wenige Exemplare erhalten. Engagierte Privatsammler erkannten rechtzeitig – entgegen der öffentlichen Meinung – die künstlerische Wertigkeit.

Die Verbreitung des Comics im frühen 20. Jahrhundert basierte auf dem kometenhaften Aufstieg der Zeitung. Immer leistungsstärkere Druckmaschinen und der sinkende Papierpreis machten sie finanziell erschwinglich. Dies führte zu einer Explosion und Demokratisierung der Bilder und schuf mit den darin enthaltenen Comic-Beilagen das erste Bildmassenmedium der Geschichte. Ein einziges New Yorker Verlagshaus konnte mit nur einer Zeitungsausgabe täglich ein Millionenpublikum erreichen. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, legten findige Verleger wie zuerst Joseph Pulitzer (1847–1911) den Sonntagszeitungen Magazin-Supplements bei, darunter auch solche mit Comics – groß und in Farbe gedruckt. Zusammen mit den Ein-Zeilen-Streifen in den Werktagsausgaben bildeten diese Comic-Strips die Königsdisziplin, der erst in den späten 1930er-Jahren das heute geläufige Comic-Book (Comic-Heft) folgte. Im hart umkämpften Zeitungsmarkt bedeutete Comic Macht. Der Wachstum oder Niedergang einer Zeitung entschied sich nicht mit der Qualität der Leitartikel, den Wirtschaftsnachrichten oder dem Sportteil, sondern mit der Popularität ihrer Comic-Strips. So wurde der legendäre Zeitungskrieg von 1895 bis 1898 zwischen Pulitzer und William Randolph Hearst (1863–1951) über die Comic-Beilagen ausgetragen. Der frisch aus San Francisco nach New York gekommene Verleger Hearst warb Pulitzer 1891 etwa dessen gesamten Zeichnerstab ab, um sein eigenes Zeitungsimperium zu stärken.

Die Ausstellung stellt sechs für die Kulturgeschichte des Comics herausragende, vornehmlich US-amerikanische Zeichner vor: Winsor McCay, Lyonel Feininger, Charles Forbell, Cliff Sterrett, George Herriman und Frank King. Unvergessen sind Herrimans absurder Humor in Krazy Kat (ab 1913), die surrealistischen und expressionistischen Bildwelten von McCay (ab 1904) und Sterrett (ab 1912), Feiningers Comic-Serien für die Chicago Tribune (1906/07) oder der über drei Jahrzehnte in Echtzeit erzählte Comic Gasoline Alley von King (ab 1921). Mit Forbells Gesamtkunstwerk Naughty Pete (1913) kann in der Schirn außerdem ein vergessener Zeichner wiederentdeckt werden.

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Bildquelle: Charles Forbell, Naughty Pete, Sonntagsseite The New York Herald, 19. Oktober 1913, 57 x 41 cm, Privatsammlung

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