KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Mo 26. September 2016

Kunstverein Münsterland zeigt Wahrheiten

Noch bis zum 23.10 zeigt der Kunstverein Münsterland e.V. in Coesfeld die Ausstellung Wahrheiten, Zeitgenössische Kunst der SØR RUSCHE SAMMLUNG im Dialog mit alten Meistern.

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Bildquelle: Herman III Saftleven, Ausblick auf ein Flusstal (Rheinfantasie) *1609 Rotterdam SØR RUSCHE SAMMLUNG OELDE/ BERLIN

Zur Finissage am 23.10 wird noch einmal eine Führung durch die sehenswerte Ausstellung angeboten. Die Suche nach Wahrheit, kann auch die Suche nach dem richtigen Leben sein, oder so verstanden werden.
Die Wahrheit ist in der Gegenwart mindestens genauso problematisch, wie sie in den vergangenen Jahrhunderten war.
Daher ist eine Dialogausstellung mit alten Meistern und junger Kunst immer Spannend.

Künstlerliste:

Christian Achenbach, *1978 Siegen, Martin Assig, *1959 Schweden,BEZA, *1974 Warschau,Manuele Cerutti, *1976 Moncalieri,Jan Dörre, *1967 Arnstadt,Marcel van Eeden, *1965 Den Haag, Jana Gunstheimer, *1974 Zwickau,Katrin Heichel, *1972 Leipzig, Leiko Ikemura, *1951 Tsu, Robert Klümpen, *1973 Issum, Matej Kosir, *1978 Kranj, Clemens Krauss, *1979 Graz, Sven Kroner, 1973 Kempten, Alicja Kwade, *1979 Kattowice, Carina Linge, *1976 Cuxhaven, James Lloyd, *1971 London, Ingo Mittelstaedt, *1978 Berlin, Nathan Peter, *1978 Minneapolis, Jochen Plogsties, *1974 Cochem, Ulf Puder, *1958 Leipzig, Johannes Rochhausen, *1981 Leipzig, Peter Ruehle, *1975 Dresden

Alte Meister (Reproduktionen), Herman III Saftleven, *1609 Rotterdam, Pieter de Bloot, *1601 Rotterdam, Cornelis Norbertus Gysbrechts, *ca. 1610 Antwerpen?, Michiel van Musscher, *1645 Rotterdam, Michaelina Woutiers, *ca. 1620 Mons




Fr 23. September 2016

Deichtorhallen zeigen INTERNATIONALE KUNST DER GEGENWART die Sammlung Viehof

Mit der Sammlung Viehof präsentieren die Deichtorhallen Hamburg vom 1. Oktober 2016 bis zum 22. Januar 2017 an zwei Standorten, der Halle für aktuelle Kunst und der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg, eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst. Über 850 Werke von 75 Künstlern werden die Deichtorhallen in ein temporäres Museum der Gegenwartskunst verwandeln.

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Bildquelle: Plakat Sammlung Viehof, Deichtorhallen

Die Sammlung Viehof, in die wichtige Teile der Sammlung Speck und Sammlung Rheingold eingeflossen sind, vereint Werke aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Installation und Video mit Schwerpunkt auf deutsche Kunst von der Nachkriegszeit bis heute. Im Zentrum der Ausstellung stehen hochkarätige Konvolute einzelner Künstler, darunter Georg Baselitz, Joseph Beuys, Candida Höfer, Jörg Immendorff, Sigmar Polke, Daniel Richter und Rosemarie Trockel.

Die vollständig aus den Beständen der Sammlung gebildete und von Deichtorhallen-Intendant Dirk Luckow kuratierte Überblicksschau zeigt erstmals die Tiefe dieser Sammlung in einem Überblick: vom Minimalismus, für die Namen wie Carl Andre oder Dan Flavin stehen, über die 1980er Jahre in Köln, die von Walter Dahn, Georg Herold, Martin Kippenberger oder Albert Oehlen geprägt worden sind, die Düsseldorfer Fotoschule mit Candida Höfer, Thomas Struth, Thomas Ruff und Jörg Sasse bis hin zum zukunftsträchtigen Feld figurativer Kunst des 21. Jahrhunderts, das mit exemplarischen Werken von Peter Doig, Neo Rauch, Daniel Richter, Tal R, Corinne Wasmuht und vielen anderen mehr vertreten ist.

An jedem ersten Sonntag im Monat verkehrt ein kostenloser Bus-Shuttle von den Deichtorhallen zur Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg. Begleitend zu der Ausstellung erscheint ein Katalog im Snoeck Verlag und es stehen ein multimedialer Ausstellungsguide sowie eine spezielle App für Familien zur Verfügung.

Die Ausstellung wird durch Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg am Freitag, 30. September 2016 um 19.30 Uhr eröffnet.

MIT WERKEN U.A. VON:
Georg Baselitz, Joseph Beuys, Peter Doig, Bob Dylan, Candida Höfer, Jörg Immendorff, Martin Kippenberger, Sigmar Polke, Neo Rauch, Daniel Richter, Cindy Sherman, Thomas Struth, Wolfgang Tillmans, Rosemarie Trockel, Jeff Wall, Andy Warhol, u.v.m.

SAMMLUNG VIEHOF INTERNATIONALE KUNST DER GEGENWART
1. OKTOBER 2016 – 22. JANUAR 2017
HALLE FÜR AKTUELLE KUNST & SAMMLUNG FALCKENBERG, Deichtorhallen Hamburg

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Mi 21. September 2016

Karin Kneffel – Cologne Fine Art-Preisträgerin 2016

Wie die Kölnmesse und der Bundesverband der deutschen Galerien mitteilte wird der diesjährige Cologne Fin Art-Preis an die Kunstprofessorin und Künstlerin Karin Kneffel verliehen.

 

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Bildquelle: Karin Kneffel | 2016 | © Foto: Sven Vogel, Köln 

Kneffel hat sich vor langer Zeit vollkommen der Malerei verschrieben. Und das macht Spaß ihre Arbeiten zu sehen. Der große Schokopudding, aus einer Bielefelder Privatsammlung in der Villa Zanders zuletzt gezeigt oder auch ihre farbsatten Aquarelle und Radierungen erscheinen wie Gemälde. Herzlichen Glückwunsch.

Und das kennt man von der 1957 in Marl geborenen Künstlerin und in München lehrende Professorin:

Mit Motiven von Früchten – die auf all ihren bevorzugten Bildträgern zu finden sind – wurde Karin Kneffel um die Jahrtausendwende einem breiten Publikum bekannt. Die reifen, übergroßen, mit äußerster Delikatesse präzise gemalten Kirschen, Birnen, Beeren und Pfirsiche versetzen jedes Auge in helle Freude.

Künstler dirigieren Blicke. Fand der Blick des Betrachters bei ihren frühen Bildern noch Halt am „realistisch“ Dargestellten, so gerät er angesichts der Komplexität neuerer Werke zusehends ins Schwanken, sucht nach festem Grund und läuft mitunter in die Irre. Durch Brechung der Perspektive: wenn Hunde auf diagonal geklapptem Teppich ruhen; durch Aufhebung der Gravitation: wenn ein Tisch in Untersicht an einem oberen Bildrand hängend erscheint; durch Inversion des Raumes: wenn sich der Hintergrund nach vorne schiebt oder durch Spiegelung oben zu unten wird. Sehgewohnheiten havarieren vor Kneffels Szenerien und geraten in lustvolle Sehnot auf der Suche nach des Rätsels Lösung.

Lichtreflexe, diffuse Schatten und magische Leuchtquellen, Blicke durch Fenster in Interieurs oder aus diesen heraus, mit Kondenswasser beschlagene Scheiben, frei im Raum schwebende Tropfen und schemenhafte Gebilde: mit diesen bildnerischen Strategien entmaterialisiert die Künstlerin die Welt der Dinge und bringt den Betrachter zum Staunen, wie dies überhaupt zu malen möglich sei. Karin Kneffel kann es. Mit virtuoser, fast an Zauberei grenzender Meisterschaft.

Der Cologne Fine Art-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Koelnmesse und dem Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) anlässlich der Cologne Fine Art vergeben. In einer Sonderschau werden dort ausgewählte Arbeiten von Karin Kneffel zu sehen sein.

Die bisherigen Preisträger (Auswahl): Dieter Roth, Thomas Bayrle, Astrid Klein, Sigmar Polke, Thomas Schütte, Gert und Uwe Tobias, Katharina Sieverding, Jörg Sasse, Georg Baselitz, Andreas Schulze, Günther Uecker, Tony Cragg, Jürgen Klauke, Leiko Ikemura und Candida Höfer.

Cologne Fine Art und COFA Contemporary:
Köln-Deutz Messegelände, Halle 1, 17. bis 20. November 2016
täglich 11:00 – 19:00 Uhr, am 20. November 11 – 18 Uhr
www.colognefineart.de

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Mi 21. September 2016

William Kentridge 2017 in Salzburg

Die umfassende Ausstellung des südafrikanischen Künstlers William Kentridge (Johannesburg, ZA, 1955) wird ab 29. Juli 2017 im Museum der Moderne Salzburg zu sehen sein. Ein Teil der Werkschau wird am 21. September 2016 in der Whitechapel Gallery in London eröffnet, mit der die Ausstellung koproduziert wurde. Am Museum der Moderne Salzburg wird diese, um einige seiner jüngsten Werke erweitert, auf der großen Ausstellungsebene 4 am Mönchsberg eingerichtet; im Rupertinum wird zusätzlich eine eigene Sektion über die Theater- und Opernarbeit von Kentridge zu sehen sein. Die Ausstellung geht damit auch auf das Programm der Salzburger Festspiele 2017 ein, da William Kentridge die Oper Wozzeck von Alban Berg inszenieren wird.

kentridge_thick-time_salzburg Bildquelle: Plakat der Ausstellung

William Kentridge
Thick Time. Installationen und Inszenierungen
29. Juli – 5. November 2017
Mönchsberg, Ebene 4 & Auditorium
Rupertinum, Ebenen 1 & 2




Mi 21. September 2016

Neue Sachlichkeit in Berlin

Die Ausstellung „Surreale Sachlichkeit. Werke der 1920er- und 1930er-Jahre aus der Sammlung der Nationalgalerie“ in der Sammlung Scharf-Gerstenberg macht dem Publikum Werke der Neuen Sachlichkeit aus der Sammlung der Nationalgalerie während der sanierungsbedingten Schließung des Mies van der Rohe-Baus zugänglich. Gleichzeitig betont sie die Bedeutung der Klassischen Moderne für die Standorte der Nationalgalerie in Charlottenburg und ergänzt die Präsentation im wiedereröffneten Erweiterungsbau des Museum Berggruen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Sandstein Verlag.

Tatsächlich haben beide Anfang der 1920er-Jahre in Frankreich und Deutschland entstandenen Kunstrichtungen mehr gemeinsam, als man zunächst vermuten möchte. Die Gegenüberstellung von ausgewählten Werken lenkt die Aufmerksamkeit auf den „psychischen Raum“, der überraschend oft auch in der Kunst der Neuen Sachlichkeit mitschwingt, ohne dabei explizit zu werden. Die Ausstellung beleuchtet den surrealen Anteil der Neuen Sachlichkeit, der den Bildern oftmals ihre eigentliche Tiefendimension verleiht. Präsentiert wird mit rund 80 Werken ein breites Spektrum der Bewegung aus der Sammlung der Nationalgalerie. Berühmte Gemälde von Künstlern wie Otto Dix, und Alexander Kanoldt, aber auch seltener gezeigte Gemälde von Paula Lauenstein oder Konrad Adolf Lattner treffen auf Werke von Surrealisten wie Max Ernst und René Magritte, die den Blick auf das Sonderbare, Geheimnisvolle, mitunter Absurde der Neuen Sachlichkeit lenken.

Die Ausstellung macht dem Publikum Werke der Neuen Sachlichkeit aus der Sammlung der Nationalgalerie während der sanierungsbedingten Schließung des Mies van der Rohe-Baus zugänglich. Gleichzeitig betont sie die Bedeutung der Klassischen Moderne für die Standorte der Nationalgalerie in Charlottenburg und ergänzt die Präsentation im wiedereröffneten Erweiterungsbau des Museum Berggruen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Sandstein Verlag.

Laufzeit der Ausstellung: 13. Oktober 2016 – 23. April 2017




Fr 16. September 2016

Skulpturenpark Waldfrieden zeigt Mnemosyne von Anne und Patrick Poirier

Der Ausstellungstitel „Mnemosyne“ verweist auf die Erinnerung als das zentrale Thema der künstlerischen Arbeit der Poiriers. Im Laufe der Jahre verwendeten sie unterschiedliche visuelle und räumliche Metaphern im Bemühen, die Struktur dieser schwer fasslichen Memoria zu vergegenwärtigen. Früh begeisterten sie sich für die Archäologie und erkannten einen symbolischen Zusammenhang zwischen Architektur und Erinnerung. Aus diesem Ansatz heraus entstanden die Großplastiken „Mnemosyne“, ein Stadtmodell in der Grundform eines Gehirns, sowie „Oranopolis“, die im Rahmen der Ausstellung gezeigt werden.

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Bildquelle: Mnémosyne-1990-tempera-sur-bois-30-x-700-x-500-cm-coll-A-P-Poirier-courtesy-Galerie-Mitterrand-photo-Aurélien-Mole

Unter dem Titel „MNÈMOSYNE“ präsentiert der Skulpturenpark Waldfrieden vom 29. Oktober 2016 bis zum 8. Januar 2017 großformatige plastische Arbeiten des französischen Künstlerehepaars Anne und Patrick Poirier.

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Fr 16. September 2016

Horst Antes im Kunstverein Oerlinghausen

Der Kunstverein Oerlinghausen, der in seinem Domizil in der Alten Synagoge einen sehr speziellen und sogar sehr spirituellen Ort für seine Arbeit hat, hat wieder eine großen Namen zu Gast. Fast passend zum 80ten Geburtstag ist der heute in Karlsruhe und in der Toscana lebenden Künstler Horst Antes zu Gast.
Als Erfinder der “Kopffüssler” hat der weltruhm erlangt. Die Figuren ähneln stark reduzierten Scherenschnitten und Kopf und stark reduzierte Silhouette haben sind unverwechselbar.

In Oerlinghausen zeigt Antes Arbeiten aus der Werkgruppe »Votive«.
Antes nimmt die Bezugspunkte der menschlichen Figur und bündelt sie in einem Existenzraum. Aus dünn ausgewalztem und gestanztem Goldblech sind Figur und ihr zugeordnete Gegenstände auf einer kleinen Schaubühne platziert. Unter einer durchsichtigen Hülle werden sie in ein räumliches Bezugssystem von äußeren ästhetischen Verweisen und inneren Verflechtungen versetzt.
Der zur Verfügung stehende Ausstellungsraum der klar und hell ist ist kaum gefüllt mit den Arbeiten die innen zu sehen sind.
Dadurch ist das ganze kraftvoll und stark, aber auch anrührend und verletzlich. Das Goldblech wird zu einem hellen Fixstern und legt die Idee nach Innen zum Kern des Mensch, der er selber ist.
Im Außen sind 5 Figuren der Werkgruppe Figur 1000 zu sehen. 2 Meter groß, verrostet und gleichformig. Was für ein starker leiser Kontrast.
Die Ausstellung Votiv von Horst Antes ist noch bis zum 9. Oktober 2016 im Kunstverein Oerlinghausen , Alte Synagoge, zu sehen.

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Do 15. September 2016

Bucerius Kunstforum zeigt Venedig als Stadt der Künstler

Die von Inés Richter-Musso kuratierte Ausstellung Venedig. Stadt der Künstler veranschaulicht, dass bereits um das Jahr 1500 venezianische Gemälde, anders als in anderen Städten, Darstellungen von Prozessionen und Staatszeremonien vor der realistisch wiedergegebenen Stadtkulisse zeigten. Diese frühe repräsentative Funktion der Erkennbarkeit der Stadt kennzeichnet auch die Portraits der Dogen, etwa in Carpaccios Darstellung von Leonardo Loredan oder Tintorettos Porträt des Dogen Alvise Mocenigo. Während im 18. Jahrhundert der wirtschaftliche Abstieg Venedigs begann, erlebte die Stadtansicht in der Malerei ihre Blütezeit. Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto, und seine Werkstatt etablierten das Genre der Vedute als venezianische Leitgattung.

Laufzeit der Ausstellung : 1. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017

Vielfältige Ansichten des Canal Grande, des Markusplatz, der Basilika und des Dogenpalasts mit den ankernden Schiffen dokumentierten und glorifizierten die bauliche Pracht des einstigen Handelszentrums und prägten die Vorstellung von Venedig. Die Vedute wurde zu einer gefragten Reiseerinnerung und machte die Wasserstadt in ganz Europa bekannt. Mit Francesco Guardi fand die repräsentative Vedute dann ihren Ausklang. Die melancholische Note seiner Malerei deutete bereits Reaktionen auf den Niedergang einer Gesellschaft und einer Epoche an. Diese finden sich auch in den Beobachtungen des zeitgenössischen Alltags und der Vergnügungskultur bei Pietro Longhi und Gabriel Bella.

screen-bucerius-kunstforum-venedig-stadt-der-kuenstler Bildquelle: Screen Bucerius Kunstforum Venedigt Stadt der Künstler

Nach dem Abzug Napoleons lagen 1815 das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben Venedigs und die lokale Kunstproduktion danieder. Die Stadt blieb jedoch Ziel englischer Künstler, die in der Tradition der Grand Tour nach Italien reisten. Zu den ersten Malern, die im 19. Jahrhundert nach Venedig kamen, gehörte William Turner. Seine Malerei löste die traditionelle Vedute in einem von Licht, Luft und Wasser abhängigen Wahrnehmungserlebnis auf. Das langsam verfallende Venedig lieferte Künstlern wie John Ruskin neue Sujets. Zum Ende des Jahrhunderts suchten Amerikaner wie John Singer Sargent und James Whistler ihre Motive weit ab von der Piazza San Marco und machten einsame Gassen und schmale Seitenkanäle bildwürdig.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts brachten die französischen Maler den subjektiven Blick auf die flüchtigen Momente mit. Das besondere Licht, der weite Himmel über der Lagune und die Spiegelungen der Fassaden im Wasser bedienten die Wünsche impressionistischer Malerei. Künstler wie Eugène Boudin oder Claude Monet fingen in ihren Werken die flirrende Atmosphäre der Stadt ein und gaben sich dem Einfluss des Wetters und den tageszeitabhängigen Lichtveränderungen in der Schattengebung der Architektur hin.

1895 wurde die für Künstler aus Europa und Amerika seit Jahrhunderten bestehende Anziehungskraft Venedigs institutionalisiert, als mit der Biennale die erste Weltausstellung der Kunst ins Leben gerufen wird. Auch wenn die Stadt seitdem selten als künstlerische Inspirationsquelle thematisiert wird, bleibt der Mythos Venedig bis heute bestehen.

Der Katalog zur Ausstellung mit Beiträgen von Kathrin Baumstark, Tiziana Bottecchia, Barbara Dayer Gallati, Laura De Rossi, Daria Dittmeyer-Hössl, Martin Gaier und Inés Richter-Musso erscheint im Hirmer Verlag

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Do 15. September 2016

Kunstmuseum Wolfsburg zeigt IM KÄFIG DER FREIHEIT

Ob im Leben oder in der Kunst, irgendwo stoßen wir immer an Grenzen. Nichts ist so aufgewühlt wie diese Frage durch die zeitaktuellen Geschehnisse. Das Kunstmuseum Wolfsburg stellt sich dieser Frage.

Die Fragilität der Freiheit ist Dreh- und Angelpunkt dieser Ausstellung: Es geht um individuelle, politische, sexuelle, nicht zuletzt auch künstlerische Freiheit – und ihre stete Bedrohung durch zahlreiche Machtverhältnisse. Gibt es ein Jenseits der Ohnmacht? Das Diesseits der Macht, die „Tyrannei des Realen” (Peter Sloterdijk) jedenfalls ist omnipräsent. Die Kunstwerke der Ausstellung illustrieren dies alles nicht, sondern realisieren es sowohl formal als auch inhaltlich auf verschiedenste, mitunter überraschende Art und Weise. Sie zeugen von der Macht der Bilder und reflektieren zugleich, dass auch die Kunst am Ende nur ein weiterer „Käfig der Freiheit” ist.

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Bildquelle: Plakat und Nobuyoshi Araki, Ohne Titel (aus der Serie “Tokyo Novelle”), 1995, Schwarzweissfotografie, Sammlung Kunstmuseum Wolfsburg, © Nobuyoshi Araki.

Nicht zuletzt geht es dieser Ausstellung auch um neue Werke und Perspektiven der Sammlung des Kunstmuseums Wolfsburg. Zu zehn ausgewählten Künstlerpositionen der Sammlung von 1994 bis 2014 gesellen sich zehn markante Neuzugänge seit 2015: Ankäufe, langfristige Dauerleihgaben und Schenkungen von Sammlern wie Künstlern. Denn nur eine Sammlung, die wächst, kann dauerhaft lebendig bleiben und zentrale Fragen von Kunst und Leben fokussieren.

Laufzeit der Ausstellung : 2.10.2016 – 15.1.2017

KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLERliste:
Nobuyoshi Araki, Katie Armstrong, Awst & Walther, Burhan Dogançay, Paul Graham, Douglas Gordon, Andreas Gursky, Jeppe Hein, Georg Herold, Damien Hirst, Johannes Kahrs, Anselm Kiefer, Gert Jan Kocken, Jeff Koons, Sharon Lockhart, Rémy Markowitsch, Daniel Pflumm, Neo Rauch, Tim Wolff, Erwin Wurm.

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Mi 14. September 2016

Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar – Ausstellung in Köln

Auf dem Clouth-Gelände in Köln-Nippes ist ab heute bis zum 30. Oktober die Ausstellung „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“ des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI) zu sehen. Gestern hat das M:AI die Ausstellung zum geförderten Wohnungsbau erfolgreich eröffnet.
Das Gelände, dass durch die Nutzung von Künstlerateliers und seiner Veränderung in den Schlagzeilen geriet ist bestimmt ein guter Spielort für diese wichtige Frage von Wohnen. Auch Berlin, dass seine Kulturwirtschaft jetzt verdrängt und bezahlbares Wohnen immer weniger möglich macht ist ein Beispiel dafür. München steht sicher als das Beispiel wohin die Reise für die normalen Menschen geht.

mai-alle-wollen-wohnen Bildquelle: Website der Ausstellung

Die Besucher erkundeten gestern die fünf aus der Form gedrehten Häuser, in denen unterschiedliche Themen zu sehen sind, wie das Wohnen im gesellschaftlichen Wandel, den Akteuren des Bauens oder Wohngebiete und Großsiedlungen. Gezeigt werden auch aktuelle Beispiele von neuen Konzepten und Projekten für das Wohnen wie das Mehrgenerationen-Projekt Pöstenhof in Lemgo, die preiswerten Stadthäuser in Amsterdam oder neue Cluster-Typologien bei Wohnhäusern auf dem ehemaligen Industriegebiet Zwicky bei Zürich.

Das M:AI zeigt „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“ vor dem Hintergrund der Debatte um bezahlbaren Wohnraum. Dieser ist wieder zur Mangelware in der Gesellschaft geworden. Der Bedarf ist klar: Gebraucht werden Stadtquartiere und Wohnviertel, die ein selbstbestimmtes Leben in allen Lebensphasen ermöglichen, die Wohnen und Arbeiten besser vereinen und Zugang zu Bildung und Freizeitangeboten eröffnen. Unsere Lebensstile erfordern heute flexiblere Lösungen als das Standardmuster „Küche. Diele. Bad“ Es geht dabei aber nicht allein um städtebauliche Lösungen und Architektur von hoher Qualität. Ebenso wichtig ist, wie der Wohnungsbau einen Beitrag leisten kann für soziale Vielfalt und Chancen auf Integration.

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar.“

Ort: Clouth-Gelände (Halle 18), Köln-Nippes

Laufzeit: 14. September bis 30. Oktober 2016

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So von 11 – 18 Uhr; Do 11 – 19 Uhr

Ausstellungsarchitektur: n/ t/ k/ nowakteufelknyrim GmbH

www.mai.nrw.de/wohnen #wohnenwollen

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