KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Fr 5. Mai 2017

Kunsthalle Kiel zeigt Anita Albus

Anita Albus ist für ihre literarischen und künstlerischen Werke vielfach ausgezeichnet worden. Sie erhielt das Bundesverdienstkreuz (2001), den Ordre des Arts et des Lettres (2009) sowie 2014 den Bayerischen Maximiliansorden für Kunst und Wissenschaft. Nicht unähnlich den Damen der Gesellschaft, die sich der Schönheit der Natur verschrieben haben. Zeit und Ausdauer, dazu technisches Können gehören zu den Voraussetzungen um so ein Werk zu schaffen.

Das künstlerische Schaffen von Anita Albus ist ein widerständiger Solitär in der Gegenwartskunst: Die Künstlerin bannt ihre Motive mit äußerster Präzision und Detailgenauigkeit auf der Basis selbst hergestellter Farben und mittels eines exakten, geschichteten Farbauftrags auf den Malgrund. Anita Albus schafft so Bilder von intensiver Leuchtkraft und augentäuschender Genauigkeit. Ihre Werke entstehen in monate˗ zum Teil jahrelangen Prozessen, deren Präzision nur vor dem Original und oft nur mit einer Lupe nachvollzogen werden kann. Niederländische Malerei – Miniaturen und Stillleben – beispielsweise von Jan van Eyck und Rogier van der Weyden hat Anita Albus in jeder Hinsicht auf das Genaueste studiert. In ihren eigenen Bildern finden sich immer wieder Anklänge an die künstlerische sowie technische Präzision der Werke von Künstlern wie Joris Hoefnagel, Otto Marseus von Schrieck oder Maria-Sibylla Merian. Die künstlerischen Werke von Anita Albus stehen im engen Zusammenhang mit ihren natur- und kunsthistorischen Forschungen und Schriften. Davon zeugen beispielsweise die publizierten Werkserien „Das botanische Schauspiel. Vierundzwanzig Blumen nach dem Leben gemalt und beschrieben“ (2007) und „Von seltenen Vögeln“ (2005). Untersuchungen zu Flora und Fauna sind verschränkt mit der Geschichte der Naturwissenschaften, der Kunst und mit dem Wissen um künstlerische Techniken („Die Kunst der Künste. Erinnerungen an die Malerei“ (1999). Neben Pflanzen- und Tierdarstellungen gehören zum Werk der Künstlerin auch fantastische, verschachtelte Bildwelten und Miniaturen, wie Anita Albus sie beispielsweise in ihren Kinderbüchern publiziert hat („Der Himmel ist mein Hut, die Erde ist mein Schuh“, (1973) sowie „Der Garten der Lieder“, (1974).
Die Ausstellung widmet sich dem Werk der in München und im Burgund lebenden Künstlerin und Autorin Anita Albus (*1942 in München). Anlass ist der Erwerb von insgesamt 63 Werken Anita Albus‘ durch die Karl-Walter Breitling und Charlotte Breitling-Stiftung für die Sammlung der Kunsthalle zu Kiel im Jahr 2016. Bis auf wenige Ausnahmen sind sämtliche bis 2004 entstandenen Werke als Konvolut zum Verbleib in der Kunsthalle zu Kiel bestimmt.
Anita Albus – Die Kunst zu sehen

Laufzeit der Ausstellung: 20. Mai 2017 bis 27. August 2017




Do 4. Mai 2017

Landesausstellung Karl Marx 1818–1883. LEBEN. WERK. ZEIT

Am 5. Mai 2018 feiert die Stadt Trier den 200. Geburtstag ihres berühmten Sohnes Karl Marx und eröffnet aus diesem Anlass die große Landesausstellung Karl Marx 1818–1883. LEBEN. WERK. ZEIT. Bis zum 21. Oktober 2018 widmet sich die kulturhistorische Ausstellung dem Leben und Wirken des Gelehrten und Revolutionärs in seiner Zeit.
Das Jubiläumsprogramm zum 200. Geburtstag von Karl Marx führt mit verschiedensten Veranstaltungen durch das Jahr. Neben einem großen Wissenschafts-Symposium der Universität Trier unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission beschäftigen sich zahlreiche Akteure in Musik- und Theaterproduktionen, Vorträgen oder auch weiteren Ausstellungen mit den unterschiedlichsten Aspekten von Marx‘ Leben und Wirken.

Zwei wichtige Kooperationspartner im Jubiläumsprogramm sind das Museum Karl-Marx-Haus der Friedrich-Ebert-Stiftung, das 2018 seine neu konzipierte Dauerausstellung präsentieren wird, sowie das Museum am Dom des Bistums Trier mit der Sonderausstellung „LebenWert Arbeit“ mit zeitgenössischer Kunst zum Themenfeld Arbeitswelten und Menschenwürde.


Bildquelle: Willi Sitte, Porträt Karl Marx, 2. Hälfte 20. Jahrhundert, Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland an das Stadtmuseum Simeonstift Trier

Wer war Marx und was trieb ihn an? Was regte ihn zu seinen Werken an, die später weltbekannt wurden? Was kann man heute noch von ihm lernen? Diese und zahlreiche weitere Fragen stellt die Landesausstellung an zwei Ausstellungsstandorten mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten im Rheinischen Landesmuseum Trier und im Stadtmuseum Simeonstift Trier. In modernen architektonischen Rauminszenierungen sollen mehrere hundert Exponate aus Museen und Sammlungen in ganz Europa in Szene gesetzt werden. Gemälde und Grafiken sowie kulturhistorische Exponate, darunter Maschinenteile, Fahnen, originale Dokumente oder Skulpturen vermitteln einen eindrücklichen Zugang zur Lebens- und Arbeitswelt des 19. Jahrhunderts und laden die Besucherinnen und Besucher ein, in das Leben von Karl Marx und in diese wechselvolle Zeit einzutauchen.

Den Menschen Karl Marx mit seiner Familie, die verschiedenen Aufenthaltsorte seines bewegten Lebens und wichtige Weggefährten im In- und Ausland nimmt die Ausstellung „Stationen eines Lebens“ im Stadtmuseum Simeonstift Trier in den Blick. Welche Rolle spielten Trier, Paris und London im Leben von Marx? Wer und was prägte den jungen Denker? Grundlage für diese und viele weitere Fragen sind unter anderem persönliche Zeitdokumente und Lebensschilderungen, die auf knapp 600 m² Ausstellungsfläche die Biographie von Karl Marx beleuchten und so ein lebendiges Bild des Menschen hinter der Ikone zeichnen.

Das Rheinische Landesmuseum Trier beleuchtet unter dem Titel „Leben. Werk. Zeit.“ Karl Marx und sein Jahrhundert: Auf rund 1.000 m² Ausstellungsfläche wird der intellektuelle wie politische Werdegang von Marx nachgezeichnet. Prägend für den Philosophen und späteren Ökonomen ist dabei das 19. Jahrhundert mit seinen wirtschaftlichen und sozialen Umbrüchen: Freiheits- und Demokratiebestrebungen wie auch Industrialisierung und Urbanisierung sind Kennzeichen dieser bewegten und spannungsreichen Zeit. Die Ausstellung gewährt Einblicke in Marx‘ wichtigste Schriften und zeigt dabei, was an den Ideen des herausragenden Analytikers seiner Zeit bis heute aktuell ist.




Mi 3. Mai 2017

60 Jahre – 60 Plakate Saarländischer Rundfunk Off-Air

Die Plakatausstellung 60 Jahre – 60 Plakate. Saarländischer Rundfunk Off-Air ist eine Kooperation des Deutschen Zeitungsmuseums mit dem Saarländischen Rundfunk anlässlich des 60jährigen Geburtstags des Senders. Die grafisch anspruchsvollen Eventplakate und Gigposters sowie die lauten, bunten und brüllenden Werbeplakate führen durch das sechs Jahrzehnte lange Wirken des Senders als Kultur-, und Heimatstifter und erinnern an bekannte Sendungen, Konzerte, Reihen und Stars. Die Präsentation zeigt auf beeindruckende Weise das Wirken des Saarländischen Rundfunks als Veranstalter, Kooperationspartner und Medienpartner außerhalb seines journalistischen Auftrags und seiner Kommunikationswege Radio, Fernsehen und Online. Zugleich bietet die Präsentation auch einen Einblick in das Schaffen saarländischer Grafiker sowie Werbe- und Grafikagenturen. Den Besucher erwartet eine bunte Zeitreise durch 60 Jahre Kulturgeschichte des Saarlandes und des Saarländischen Rundfunks – ergänzt durch entsprechende Exponate aus der Sammlung des Deutschen Zeitungsmuseums wie Musikzeitschriften oder Schallplattenhüllen.

Bildquelle: Spitzenprogramme © Saarländischer Rundfunk

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei!

Öffnungszeiten: Di-So 10-16 Uhr

Kontakt: Deutsches Zeitungsmuseum Am Abteihof 1 66787 Wadgassen Tel: +49 (0)6834.9423-0 info@deutsches-zeitungsmuseum.de www.deutsches-zeitungsmuseum.de
13. Mai bis 30. Juni 2017 Deutsches Zeitungsmuseum Wadgassen

Vernissage: 12. Mai 2017, 18 Uhr




Mi 26. April 2017

Deichtorhallen zeigen Andreas Mühe – Pathos als Distanz

Mit Andreas Mühe (*1979 in Karl-Marx-Stadt) stellt das Haus der Photographie der Deichtorhallen vom 19. Mai bis 20. August 2017 erstmals das junge, vielversprechende Œuvre des deutschen Fotografen vor, dessen ästhetische Wahrnehmung von der Welt des Theaters, der Inszenierung und der Verwandlung geprägt ist.

Die in enger Zusammenarbeit zwischen Andreas Mühe und Ingo Taubhorn, Kurator des Hauses der Photographie, inszenierte Ausstellung »Pathos als Distanz« unternimmt den Versuch eines Deutschlandbildes aus den Augen des Künstlers. Arbeiten aus allen Werkkomplexen Andreas Mühes finden im vom »Großen Festsaal« des Hamburger Rathauses inspirierten Hauptraum der Ausstellung im Zentrum des Hauses der Photographie in einer einzigartigen Inszenierung zusammen. Wie selbstverständlich werden Bezüge unter den Bildern aus bekannten Werkzyklen wie »Neue Romantik«, »Obersalzberg« oder »A.M.« aber auch bisher unveröffentlichte Arbeiten aus »Wald« oder »Jagd« sichtbar. Drei gesonderte Kabinette stellen in intimeren Rahmen Arbeiten aus drei Werkkomplexen vor, die als geschlossene Serien gezeigt werden, darunter »Haltung«. Weiterlesen »




Mi 26. April 2017

Mentales Gelb. Sonnenhöchststand – Kunstausstellung im Lenbachhaus

Das ist doch mal ein ambitionierter Titel: Mentales Gelb. Sonnenhöchststand – Die Sammlung KiCo im Lenbachhaus-
Dahinter verbirgt sich eine Kooperation des Münchner Museums mit dem Kunstmuseum Bon. Die so bezeichnete Ausstellung »Mentales Gelb. Sonnenhöchststand« ist eine Präsentation der Sammlung KiCo von Doris und Hans-Gerd Riemer aus Bonn. Die Sammlung ist seit Mitte der 1990er Jahre an beiden Museen in Bonn und München beheimatet. Der Schwerpunkt der Sammlung lag in ihren Anfängen auf monochromer Farbmalerei, hat sich jedoch im Lauf von zwei Jahrzehnten auf ein weites Spektrum von Gegenwartskunst bis hin zu raumgreifenden Installationen ausgedehnt.

Ankäufe erfolgen unter der Prämisse, vollständige Werkgruppen oder ganze Raumkonzepte in die Sammlung zu integrieren. Die erworbenen Werke sollen den öffentlichen Museen dauerhaft zur Verfügung stehen. In enger Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den Sammlern und den beiden Museen wird die Sammlung kontinuierlich erweitert und ermöglicht so die sinnvolle Ergänzung auch der Museumsbestände. Die Sammlung KiCo unterstützt das Lenbachhaus ebenso wie das Kunstmuseum Bonn ganz maßgeblich dabei, ihre jeweils eigene Sammlungspolitik auch in den kommenden Jahren entsprechend fortzusetzen.

6. Mai–8. Oktober 2017 im Atrium des Lenbachhauses, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Luisenstraße 33, 80333 München

Künstlerinnen und Künstler in der Münchner Ausstellung:
Franz Ackermann, Thomas Bechinger, Karla Black, Monica Bonvicini, Martin Boyce, Angela Bulloch, Heinz Butz, Antonio Calderara, Thomas Demand, Inge Dick, Thea Djordjadze, Ólafur Eliasson, Ceal Floyer, Isa Genzken, Katharina Grosse, Wade Guyton, Marcia Hafif, Charline von Heyl, Daniel Knorr, Maria Lassnig, Erik van Lieshout, Sarah Morris, Arnulf Rainer, Gerhard Richter, Rolf Rose, Karin Sander, Tomas Saraceno, Thomas Scheibitz, Adrian Schiess, Wolfgang Tillmans, Corinne Wasmuht




Do 20. April 2017

Kunstverein Bielefeld mit internationaler Kunst aus Indien und mit was auf die Ohren

Kunstverein Bielefeld startet mit 2 neuen Ausstellungen in den Mai. Beide Ausstellungen starten am 29. April und laufen bis zum 16.7.2017. Zum einem kommt die bekannteste Indische Künstlerin
SHILPA GUPTA mit der Ausstellung »DRAWING IN THE DARK« in den Kunstsverein nach Bielefeld und zum anderen kommen das Künstlertrio WYHIWYG (THOMAS KÖNER, JAMES WEBB, JACOB KIRKEGAARD) ebenfalls in den Kunstverein dazu. Bei den drei Herren ist es aber ein „nacheinander“ und kein „gleichzeitig“ s.u. bei dem Teil gibts mehr auf die Ohren. Aber der Reihe nach:

Shilpa Gupta zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen KünstlerInnen Indiens, deren Werke international präsentiert werden. Sie arbeitet in jeweils wechselnden Medien, darunter Video, Fotografie, Skulptur, Performance und Sound. Gupta untersucht, wie Personen und deren Erfahrungen durch Orte, Gegenstände, aber auch von Prozessen der Klassifikation, Beschränkung, Zensur und Sicherheit geformt werden. Über diesen komplexen Ansatz eröffnet ihr Werk einen emotionalen Zugang und intensiven Dialog mit dem Publikum.
Für »Drawing in the Dark«, ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland hat die Künstlerin neue Werke entwickelt. Der Titel bezieht sich auf die heimlichen Bewegungen und Geschäfte in der Grenzregion zwischen Indien und Bangladesch. Außerdem verweist er auf die Metapher der Linie, die mehrere der gezeigten Arbeiten miteinander verknüpft. Ende 2016 recherchierte Gupta erneut in den Gebieten entlang des 4000 km langen Grenzzauns, ein Bauvorhaben Indiens, das seinen Nachbarn Bangladesch umgibt. Die Ausstellung ist Teil eines fortlaufenden Interesses der Künstlerin für die Wechselbeziehungen von Strukturen, speziell zwischen Staat und Individuum, sowie den Veränderungen, denen diese an Grenze und Peripherie unterliegen.

Shilpa Gupta, geboren 1976 in Mumbai (IND), lebt und arbeitet ebenfalls dort. In den vergangenen Jahren waren unter anderem Einzelpräsentationen im Rahmen der 56. Venedig Biennale (2015, zusammen mit Rashid Rana), im Kunstnemes Hus in Oslo (NO, beide 2014), in der Galerie TaxiPalais in Innsbruck (AT, 2013) sowie im Arnofilini in Bristol (UK, 2012) zu sehen. Die Künstlerin war zudem in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten, unter anderem auf der Kathmandu Triennale (2017), der 12. Havana Biennial (CU), auf der Göteborg International Biennial for Contemporary Art in Gothenburg (SE), bei SALT in Istanbul (TR) oder im Queens Museum in New York (USA, alle 2015).

WYHIWYG
THOMAS KÖNER, JAMES WEBB, JACOB KIRKEGAARD
29. APRIL – 16. JULI 2017

Die Ausstellungsreihe WYHIWYG widmet sich den Möglichkeiten der Produktion und Rezeption von Sound. Gemäß dem Akronym und Motto »What You Hear Is What You Get« (»Was du hörst, ist was du bekommst«) präsentiert WYHIWYG klangliche Ausdrucksformen in Studioqualität. Der Ausstellungsraum wird zum Resonanzraum für aktuelle Kompositionen elektronischer Musik, dokumentarische Klangaufnahmen und akustische Analysen internationaler Künstler. Die Basis dafür bildet ein auf die Architektur angepasstes, modulares Soundsystem. Künstlergespräche vertiefen die in vierwöchigem Rhythmus wechselnden Beiträge.

Thomas Köner

29. April – 21. Mai 2017
1965 in Bochum geboren,
lebt und arbeitet in Frankreich
James Webb

24. Mai – 18. Juni 2017
1975 in Kimberley (ZAF) geboren,
lebt und arbeitet in Südafrika
Jacob Kirkegaard

22. Juni – 16. Juli 2017
1975 in Esbjerg (DK) geboren,
lebt und arbeitet in Dänemark

Zu der Ausstellung erscheint eine 24-seitige Broschüre (Deutsch-Englisch) mit weiterführenden Texten von Judith Hessler und Thomas Thiel (ISBN 978-3-941735-39-2).




Do 20. April 2017

Ausstellungsbesuch in Gent im Caermerskloster – Ur oder die Wurzeln Flanderns

Das Gent meist mit Brügge und Antwerpen genannt wird, kommt nicht von ungefähr. Allerdings unterscheiden sich die drei Städte nicht so sehr durch ihr historisches Erbe, mehr in der Touristenwahrnehmung. Und da hat Gent von allen Dreien noch am meisten von Normalität. Eine junge Universitätsstadt, in der auch noch gelebt wird und nicht nur Touristen oder im Tourismus beschäftigte Menschen auf den Straßen unterwegs sind.

Bildquelle: Genter Kastell
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Mi 19. April 2017

Muzee zeigt Frans Masereel – Widerstand in Bildern

Im Rahmen der Belgienreise der Presse und Bloggerkollegen, wurde auch das  @MUZEE in Ostende besucht. Dieses Museum, dass als Kaufhaus gebaut wurde und das mit seinem Direktor Phillip Van den Bossche schon öfter mit wichtigen Ausstellung von sich Reden gemacht hat, war Ziel der Gruppe. Einmal um die Sonderausstellung zu „Frans Masereel – Widerstand in Bildern“ vor der Eröffnung zu besuchen und um den im letzten Jahr eingeweihten Trakt zu Ehren von James Ensor und Willam Spilliaert zu sehen.


Bildquelle: Plakat der Ausstellung Muzee „Frans Masereel – Widerstand in Bildern“ Weiterlesen »




Mi 19. April 2017

Brüssel zeigt Yves Klein – THEATRE OF THE VOID

Im Bozar in Brüssel wird noch bis zum 20.8 eine Ausstellung über den legendären Yves Klein gezeigt. Die Ausstellung kommt aus der Tate Liverpool und der Titel Theater of the Void, wörtlich übersetzt „Theater der Leere“. Yves Klein, der mit seinem legendären Blau Kunstgeschichte geschrieben hat, fasziniert bis heute. Seine Monochromen, die für unterschiedliche spirituelle Zustände und Bedeutungen stehen haben eine inhaltliche und künstlerische Entwicklung, der die Ausstellung nachgeht.

 

Bildquelle: Yves Klein Theater of the Void, Führung durch die Ausstellung

Seine Ideen die darüber hinaus beeinflusst sind von mystischen Ritualen und einer ganz großen Spielfreude, sind bis heute auch auf dem Gebiet der Performance bahnbrechend gewesen. Klein brüskierte die prüde Nachkriegszeit mit Performances in denen nackte Frauen als „lebendige Pinsel“ mit ihren in Farbe getauchten bzw. bemalten Körpern sich über weiße Leinwände wälzten. Nach Anweisung des Künstlers, aber eben nicht durch den Künstler. Dadurch hatte Klein zwar den skandalösen Effekt, weil das immer vor Publikum passierte, aber der „Kontrollfreak“ Klein, musste auch ein Stück weit die Bewegungen „geschehen lassen“, anders als er es im Detail immer vorherbestimmen und planen konnte. Body Art eben.

Die Videos, die im BOZAR gezeigt werden, zeigen diese Ambivalenz sehr schön.

Bildquelle: Der Kurator Darren Pih erläutert seine Ausstellung

Die sehenswerte Schau, die der Liverpooler Kurator Darren Pih zusammengestellt hat, zeigt einmal sehr gut nachvollziehbar, die künstlerische Entwicklung Kleins, von den verschiedenfarbigen Monochromen zum Klein-Blau. Und auch viele der bisher nicht gezeigten Body Art Ergebnisse und jede Menge Filme, die ebenfalls sehr anschaulich Kleins Kosmos ausleuchten.

Wer Freude an dieser im 20. Jahrhundert sehr wichtigen Kunst hat, der ist mit der Schau im BOZAR die noch bis zum 20.8.2017 zu sehen ist genau an der richtigen Adresse.

 

Laufzeit der Ausstellung 29.3. bis 20.08.2017, BOZAR/Centre for Fine Arts, Mit einer Combikarte für die anderen sehenswerten Ausstellungen zu Rik Wouters, Pol Bury in unmittelbarer Nähe ein günstiges Kulturvergnügen in Brüssel.

Der Besuch der Ausstellung Yves Klein – Theater of the void, war Teil einer Presse und Bloggerreise. Eingeladen war die Gruppe von Benedeluxe, Thalys und den besuchten Häusern, BOZAR, , @KMSKB die Ausstellungen „Rik Wouters“ @MUZEE Ostende und Ausstellung „Ur, die Wurzeln Flanderns“ im ehemaligen Karmeliterkloster.




Sa 8. April 2017

BOZAR Brüssel präsentiert Pol Bury – Time in Motion

Noch bis zum 04. Juni 2017 zeigt das Museum BOZAR in Brüssel eine Ausstellung zu dem belgischen Künstler Pol Bury (1922-2005). Unter dem Titel „Time in Motion“ wird eine umfassende Retrospektive des kinetischen Künstlers Pol Bury gezeigt. Bury, der als Maler genug hatte von den 2dimensionalen Bildern an der Wand, wollte Bewegung in seine Arbeiten bringen. Immer weiter trieb Bury seine scheinbar widersinnig sich sehr langsam bewegenden Bilder und später Objekte voran.

Kugeln die sich nach oben bewegen, Muster die sich immer neu zusammen setzen und Fäden die sich in den Raum hineinstrecken und ganz langsam eine nicht vorhersehbare Bewegung vollführen. Dem Geheimnis wie Bury die Objekte konstruiert hat, kommt man kaum nahe. Zu unsichtbar ist seine Kunst, die auch in vielen Deutschen Kunstsammlungen langsam ihre Kreise dreht. U.a. in der Sammlung des Mindener Museums zur belgischen Grafik der Gegenwart.

Bildquelle: Führung der Pressegruppe in der Pol Bury Ausstellung BOZAR

Bury, der als Künstler seinen Durchbruch über Ausstellungen in den USA hatte und durch seine Galeristen dort Fuss fassen konnte, ist ein Pionier der Kinetischen Kunst. Das Fordernde an Bury Arbeiten ist die Langsamkeit. Bis zu 15 Minuten dauert ein Intervall der Bewegung und was dann passiert, ist minimal, oft durch die Größe der Arbeit kaum zu erkennen. Wer falsch geschaut hat, sieht die Bewegung dann trotz Konzentration kaum.
Die Arbeiten sind sehr langsam, handwerklich ein Geheimnis und hoch ästhetisch, was den Reiz des Ganzen ausmacht. Sogar große Brunnenanlagen z.B. vor dem Guggenheim-Museum sind von Pol Bury gestaltet worden. Das Wasser, das verwendete Metall und die Kipp und Fliessbewegungen sind die Essenz von Burys Arbeiten, die im BOZAR sogar zu der Installation eines solchen wirklich großen Brunnens für die Ausstellung geführt haben:

Bildquelle: Brunnen im bozar

Und hier wie so ein Brunnen läuft:

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Die Ausstellung im BOZAR ist für Freunde der kinetischen Kunst ein Muss, zeigt sie doch Meisterwerke dieser Gattung in einer perfekten Qualität und Erhaltung, was nicht selbstverstandlich ist. Die Arbeiten von Bury sind anders als die von den Kollegen nicht laut und grell, hier ist kompakte und leise Kunst wirklich überraschend bis poetisch am Werk.

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