KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Mo 15. September 2014

Fritz Winter Haus Ahlen zeigt Gerhard Fietz

Das Fritz-Winter Haus Ahlen würdigt in seiner neuen Ausstellung das Werk des Künstlers Gerhard Fietz. Die Ausstellung ist 27. September bis 21. Dezember 2014 in Ahlen zu sehen.
Bildquelle: Gerhard Fietz, Ohne Titel, 1988, Öl auf Leinwand, 100 x 160 cm, WK 3828

Gerhard Fietz (1910 – 1997) gehört, wie Fritz Winter, zu jenen Künstlern, die spätestens seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts die abstrakte Malerei auch in Deutschland in eine freie und ungebundene Richtung geführt und weiter entwickelt haben.

Das Fritz-Winter-Haus, das dem Oeuvre von Gerhard Fietz seit langem eng verbunden ist, zeigt erneut eine umfangreiche Ausstellung des Künstlers, deren Hauptaugenmerk sich auf die späteren Arbeiten von Gerhard Fietz richtet und insofern eine kleine Überraschung für alle Freunde seiner Malerei darstellen könnte.





Mo 15. September 2014

BARBARA KLEMM / STEFAN MOSES im MKM Duisburg

Das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg zeigt vom 24. Oktober 2014 bis zum 18. Januar 2015 eine Fotografieausstellung mit Arbeiten von Barbara Klemm und Stefan Moses.

MKMklemm Bildquelle: Plakat Museum

Barbara Klemm (*1939) war 40 Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung unterwegs, die sie mit ihren Fotografien entscheidend prägte. Stefan Moses (*1928) erreichte durch seine Reportagen für den Stern ein breites Publikum. Bei beiden steht der Mensch im Vordergrund. Die Ausstellung im MKM versammelt jeweils rund 200 ihrer Arbeiten.

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog mit Beiträgen von Peter Iden, Alexander Kluge, Stefan Koldehoff und Walter Smerling im Nimbus Verlag.
Das MKM freut sich über die Unterstützung von Sal. Oppenheim und Evonik Industries.






Mo 15. September 2014

facebook und streetview. Bielefelder Stadtporträts

Das Historisches Museum und Stadtarchiv Bielefeld zeigen eine gemeinsame Ausstellung die sich mit dem Phänomen Streetview aus historische Perspektive beschäftigt vom 14. 9. 2014 bis zum 25. 1. 2015 werden Fotografien des Bielefelders Ernst Lohöfener ausgestellt. Der Fotograf wurde am 23. April 1874 in Bielefeld-Brackwede geboren. Im Alter von 24 Jahren kaufte er das Fotoatelier Geisler in Gadderbaum und eröffnete an der Gütersloher Straße seine „Photographische Kunstanstalt“. Mit zwei Mitarbeitern widmete sich Lohöfener zunächst der Porträtfotografie. Er übernahm aber auch zunehmend Aufträge im Bereich der Architektur- und Industriefotografie.

Stadtarchiv Bielefeld Lohöfener 2-124Bildquelle: Abfahrt der Offiziere des 55er Regiments vom Bielefelder Hauptbahnhof, 1914, Stadtarchiv Bielefeld

Die Weiterentwicklung und Etablierung des Fotografenhandwerks war Ernst Lohöfener ein großes Anliegen. Er rief eine Fotografeninnung für den gesamten Regierungsbezirk Minden ins Leben und amtierte viele Jahre als Obermeister der Innung. Weiterlesen »




Mo 15. September 2014

Talents 30 . Arbeit am Mythos im C/O Berlin

Das C/O Berlin setzt vom 31. Oktober 2014 bis 18. Januar 2015 die Serie Talents unter dem Titel Arbeit am Mythos mit Werken von Luise Schröder und Texten von Hannah Petersohn fort. Talents präsentiert junge Fotografen und Kunstkritiker an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf. Die Eröffnung ist am Donnerstag, den 30. Oktober 2014, um 19 Uhr im Amerika Haus in der Hardenbergstraße 22-24 in Berlin-Charlottenburg.

Schwelbrand hat sich durch die Bilder gefressen, Wasserflecken sind sichtbar. Häuser, Fassaden, Straßen, Menschen und Landschaften überlagern und durchdringen sich, reissen ab und fügen sich neu zusammen. Es sind Fragmente fotografischer Dokumente der alten und neuen Stadt Dresden – ostentativ beschädigt, aus der Form gebracht und nur partiell entzifferbar. Weiterlesen »




Mo 15. September 2014

Triennale der Photographie Hamburg 2015

In den Deichtorhallen Hamburg findet vom 18. bis 28 Juni 2015 die Triennale der Photographie statt.
Dahinter steckt ein Format das in 10 Tagen das Fotografie – Ausstellungen in Museen, kulturellen Institutionen und im Containerdorf – Internationale Konferenzen – Ted Talks – Künstlergespräche – Workshops – Portfoliosichtungen – Parties – nächtliche Projektionen – unter dem Motto „THE DAY WILL COME“umfasst.
Bildschirmfoto 2014-09-09 um 14_05_00 Bildquelle: Henrik Spohler, Kakteenzucht, Borrego Springs, USA, 2011, aus der Serie The Third Day, © Henrik Spohler

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Di 9. September 2014

Teletext Art Prize 2014 geht an den Künstler Dan Farrimond

Im Rahmen des Internationalen Teletext Art Festivals werden noch bis zum 14. September 2014 Arbeiten 18 Künstlerinnen und Künstlern im Teletext gezeigt. Die Bandbreite der Arbeiten reicht von Wort-Text-Collagen und reduzierten Schwarz-Weiß-Grafiken bis hin zu Pixel-Comicerzählungen. Ausgestrahlt werden die Werke sowohl im ARD Text, als auch im ORF Teletext, im Schweizer Teletext, im arte Teletext und im 3sat-Text. Organisiert wurde das Festival von der finnischen Künstlerkooperative FixC aus Helsinki.
Der Teletext Art Prize 2014 geht an den britischen Künstler Dan Farrimond. Er wird für seine Serie TTX Punk: An Alternative History of Teletext ausgezeichnet. Das fünfteilige Werk verbindet historische Entwicklungen und Erfindungen des 20. Jahrhunderts mit einer fiktiven Geschichte des Teletextes.Nach Meinung der Jury hat die Serie sowohl durch ihre äußerst dichte, verspielte und gleichzeitig humorvolle Umsetzung als auch durch die gewählte Thematik überzeugt. Die Arbeit von Dan Farrimond zeigt, wie viel visuell herausfordernden Inhalt eine Teletextseite beinhalten kann, die sowohl kulturell anspruchsvoll als auch ansprechend ist. Zu sehen ist sie im ARD Text ab Seite 858.
Neben Dan Farrimond hat die Jury auch die Arbeiten von Raquel Meyers mit dem Special Teletext Art Achievement Award ausgezeichnet. Lobende Erwähnungen gingen an Amanda Siegel,Kim Asendorf und Francis Hunger. Bisher haben über 640.000 Zuschauerinnen und Zuschauer alleine in Deutschland die Ausstellung im Teletext besucht. Das Internationale Teletextfestival läuft noch bis Sonntag, 14. September 2014  im ARD Text ab Seite 850.




Sa 6. September 2014

China 8 an Rhein und Ruhr 2015

Acht Museen an Rhein und Ruhr präsentieren ab dem 15. Mai 2015 zeitgleich zeitgenössische Kunst aus China unter dem Motto China 8. Diese Zusammenschau ist weltweit einmalig.

CHINA 8 Ausstellung Plakat der Ausstellung

Die Kulturmetropole Ruhr und die Landeshauptstadt Düsseldorf werden mit ihrer einzigartigen Museumslandschaft damit zu einem Forum chinesischer Kunst in Europa. Zu sehen ist die Ausstellung im Museum Folkwang in Essen, im Osthaus Museum Hagen, im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, in der Kunsthalle Recklinghausen, im Kunstmuseum Gelsenkirchen, im Lehmbruck Museum und MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg sowie im NRW-Forum Düsseldorf. Der Ausstellungstitel CHINA 8 – zeitgenössische Kunst aus China an Rhein und Ruhr umfasst alle Spielorte. Veranstalter ist die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn.

Ein deutsch-chinesisches Kuratoren-Team wird das Konzept – eine Ausstellung in acht Häusern – gemeinsam mit den Museumsdirektoren bzw. künstlerischen Leitern der beteiligten Häuser umsetzen. Dabei gilt es die unterschiedlichen Kunstgattungen, Medien und Stile – Skulptur, Malerei, angewandte Kunst, Tuschemalerei, Kalligrafie, chinesischer Surrealismus, Expressionismus, abstrakte Kunst sowie Installation, Fotografie, Video und Film – zu berücksichtigen.

Walter Smerling, Sprecher des Kuratoriums Kunst und Kultur sagt: „CHINA 8 wird zeigen, wie die chinesischen Künstler ihre eigene Sprache entwickeln. Gleichzeitig möchten wir auf Konflikte und Situationen hinweisen, die die Künstler deutlicher und härter reflektieren als Außenstehende. CHINA 8 richtet sich ausdrücklich nicht nur an Experten, sondern an die breite interessierte Öffentlichkeit – insbesondere an junge Menschen. Wir möchten einen Diskussionsprozess anstoßen, der über die Ausstellung hinweg seine Wirkung entfaltet und freuen uns sehr, dass die Landeshauptstadt Düsseldorf sich mit dem NRW-Forum an diesem Prozess beteiligt.“

 

Ren-Rong-Galerie




Mi 3. September 2014

Lübeck zeigt Thomas Mann und die bildende Kunst

Vom 13. September 2014 bis 6. Januar 2015 wird in Lübeck die Kunstausstellung Augen auf! Thomas Mann und die bildende Kunst gezeigt.

Die Präsentation im Behnhaus widmet sich der bildenden Kunst, gesehen mit den Augen Thomas Manns. Der Ausstellungsteil im Buddenbrookhaus nimmt die Illustrationen zu Texten Thomas Manns zum Ausgangspunkt. Hier eröffnet der Blick der Bildkünstler auf die Literatur neue Interpretationsspielräume.

Bildquelle:artefakt:Max Slevogt, Bürgermeister o´Swald, Kunsthalle Hamburg

Um das Kaleidoskop des Mann’schen Kunstkosmos in all seiner Widersprüchlichkeit angemessen erfassen zu können, ist es sinnvoll, die Ausstellungsdramaturgie der Weltaneignung von Thomas Mann folgend in Gegensatzpaaren anzulegen. Die daraus resultierenden Pendelbewegungen schwingen zwischen Norden und Süden, Lübeck und München, Protestantismus und Katholizismus, Handel und Kunst, Gotikverehrung und Renaissancekult, Humanismus und Expressionismus hin und her. Nach dem Gang durch die beiden Lübecker Ausstellungen wird der Besucher sowohl den Schriftsteller Thomas Mann als auch die Kunst seiner Zeit mit anderen Augen sehen.

Beeindruckt haben Thomas Mann Werke verschiedener Künstler, darunter der Maler Hans Thoma, Ludwig von Hofmann, Arnold Böcklin, Max Liebermann, Max Oppenheimer, Oskar Kokoschka, Albrecht Dürer, des Holzschneiders Frans Masereel, des Fotografen Albert Renger-Patzsch oder Arbeiten der Bildhauer Fritz Behn, Hans Schwegerle und Ernst Barlach. Illustrationen seines literarischen Oeuvres etwa von Alfred Kubin, Wilhelm Schulz, Emil Preetorius, Thomas Theodor Heine oder Karl Walser provozierten ihrerseits die Stellungnahme des Schriftstellers.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Michael Imhof Verlag (29,95 EUR). Der Bildband versammelt erstmals Werke der bildenden Kunst, die mit Thomas Manns Leben, Denken und mit seinem literarischen Schaffen in Beziehung stehen. Zahlreiche Essays ergänzen das Thema aus literaturwissenschaftlicher und aus kunsthistorischer Sicht.

AUSSTELLUNG
Augen auf! Thomas Mann und die bildende Kunst
13.9.2014 – 6.1.2015

Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstraße 9-11, 23552 Lübeck
Di-So | 10-18 Uhr
www.museum-behnhaus-draegerhaus.de






Mo 1. September 2014

3. Biennale der Phantastischen Kunst in Viechtach

Das „Zentrum der Phantastischen Kunst“, die Bayerwaldstadt Viechtach lädt zur 3. Biennale der Phantastischen Kunst ein. Unter dem Motto Zodiak oder der unendliche Walzer der Monate, wird die internationale Künstlergruppe Libellule unter der bewährten Leitung von Lukáš Kándl die Kollektion „Zodiak“ zeigen.

Am Samstag, den 13. September 2014 wird um 18 Uhr im Alten Rathaus Viechtach die 3. Biennale der Phantastischen Kunst eröffnet.

Kandl Bildquelle: Lukás Kándl, „Hommage an den Stier“, 116 x 116 cm

Die internationale Künstlergruppe um ihren Gründer und Ideengeber Lukáš Kándl zählt seit 2008 zu den engsten Partnern der Stadt Viechtach, wenn es darum geht, hochkarätige Kunst aus aller Welt in der Bayerwaldstadt zu zeigen. Weiterlesen »




Mo 1. September 2014

Georg Baselitz – Damals, dazwischen und heute in München

Jetzt geht es bald los mit der aktuellen Ausstellung zum Werk von Georg Baselitz. Unter dem Titel – Damals, dazwischen und heute findet zwischen dem 19. September 2014 und dem 1. Februar 2015 die große Baselitzausstellung im Haus der Kunst München los.
Die Ausstellung steht in der Münchner Haustradition die seit 2008 monografische Überblicksausstellungen wichtiger zeitgenössischer Künstler organisiert und dabei jeweils spezifische Aspekte in deren Arbeit und Entwicklung hervorgehoben. (so z.B. Robert Rauschenberg, Gerhard Richter, Ellsworth Kelly)

Im Herbst 2014 wird das Haus der Kunst diese Reihe mit der Ausstellung Damals, dazwischen und heute fortgesetzt.
In den “Schwarzen Bildern” hat Baselitz seine Bildsprache weiter radikalisiert: Ziel ist die Eliminierung jedes sichtbaren Kontrasts. Dabei erlangt er eine nahezu schlafwandlerische Meisterschaft über sein Material. Sein fließender, kreisender Pinselstrich übt einen Magnetismus aus, in dessen Kraftfeld das Motiv völlig mit dem Hintergrund verschmilzt. Die eruptive Qualität seiner Malerei ist noch vorhanden, doch nun scheint sie auf magische Weise besänftigt, als sei sie von einer Membran bedeckt. Vehemenz wird zu Ruhe; doch verdrängt diese Ruhe keinesfalls die Erregung, sondern verfeinert sie. Die Arbeiten, die mit Ausnahme zweier querformatiger Bilder alle im identischen Hochformat ausgeführt sind, variieren das Adlermotiv auf subtile Weise, sodass seine Erkennungsmerkmale fast, aber nicht völlig verschleiert sind. Obwohl das Motiv in lichtschluckende Dunkelheit gehüllt ist, sind die Gemälde keinesfalls farblos. Das kopfstehende Bild eines fliegenden Adlers ist vielmehr in einer Klangfülle aus dunklen Farbtönen von Blau, Braun und Grau bis hin zu Schwarz ausgeführt.

Fotoquelle: LWL Kloster Dalheim

In den monumentalen, seit 2011 entstandenen Bronzeskulpturen zeigen sich formale und inhaltliche Rückbezüge, die neben figurativen Referenzen zugleich die bildnerische Funktion der bildlichen wie der fotografischen Umkehrung relativieren.

Die Ausstellung erkundet mithin die spezifischen Themen, die in den “Schwarzen Bildern” und Bronzeskulpturen bearbeitet wurden. Das Hauptgewicht liegt dabei auf der Frage, aufgrund welcher bildnerischer Überlegungen und Interessen – wie auch immer diese entstanden sind – Baselitz sich entschließt, einen Gegenstand wieder aufzugreifen, den er Jahre oder sogar Jahrzehnte früher schon einmal bearbeitet hat. Bei einer Wiederaufnahme werden die Motive von Baselitz auf der Grundlage seiner Werkentwicklung durchdekliniert. Das heißt, das Motiv wird nicht nur einer Neubetrachtung unterzogen, sondern aus vielfachen Perspektiven neu ergründet.

2005 begann Baselitz an seiner ‘Remix’-Serie zu arbeiten, welche diese Schlüsselmotive aufgreift. Die Bilder vollführen einen Zeitsprung zum Ende des letzten Jahrzehnts. Baselitz zitiert hier einerseits auf paradigmatische Weise aus den Helden-Arbeiten, andererseits ist die Entwicklung seiner bildnerischen Methode einer Beschleunigung formaler Ressourcen unterworfen, die einen völlig neuen Zugang zu früheren Themen erlaubt. “Vorwärts Wind” wird in einer relativ analogen Weise aufgegriffen. Wieder wird eine Person vor einem nackten Baumstumpf dargestellt, wobei die bildnerische Struktur aufgelöst und die bleiche Farbgebung durch die roten Epauletten und die fleischigen rosa Hände und Genitalien akzentuiert ist. Im Gegensatz dazu sind “Moderner Maler” und “Schwarz” in den Remix-Versionen mit Hakenkreuz-Motiven im Stil von Piet Mondrian kombiniert, wobei die ikonische Bedeutung dieses Motivs in der modernen Kunst in gewisser Weise seinen ideologischen Missbrauch durch die Nazis quasi ‘kompensiert’. Auch diese Kompositionen sind paradigmatisch für eine inhaltliche ‘Ausleerung’ des Gegenstands zugunsten eines abstrakten Formbegriffs als autonome Bildfunktion. Die Spontaneität und Entspanntheit dieser Arbeiten erlaubten Baselitz eine unprätentiöse Revision seines malerischen Vokabulars und seiner eigenen Geschichte.

In der Serie von Arbeiten, die als Negativ-Bilder bezeichnet werden, kehrt Baselitz nicht nur den Gegenstand um, sondern auch die Farbwerte. Diese Darstellung als fotografisches Negativ führt zu einer zusätzlichen Umkehrung des Bildes in Bezug auf die ‘natürliche’ Wahrnehmung seines Motivs. Die schwarzweißen Negativ-Bilder steigern den Grad der Abstraktion bereits in dreierlei Hinsicht. Damals hatte Baselitz das Potential der Entfremdung der äußeren Erscheinungsform des Gegenstands und die Möglichkeiten seiner bildnerischen Repräsentation fast schon ausgeschöpft. Das Selbstporträt “Zero” (2004) zeigt eine schlichte, unprätentiöse Ansicht, die in starken, ruhigen Pinselstrichen in einer Mischung differenzierter Grauwerte umgesetzt ist. Mit der formal analogen Arbeit “Negativ weiter links” (2004) hat sich Baselitz wieder “Elke I” zugewandt. Denselben fotografischen Prototypen variiert er in “Elke negativ blau” (2012), das die Charakteristika der schwarzweißen Version noch prägnanter zur Geltung bringt.

Georg Baselitz (Hans-Georg Kern) wurde 1938 in Deutschbaselitz bei Dresden geboren und wuchs in der DDR auf. Nachdem er wegen “gesellschaftlicher Unreife” von der Kunstakademie Ostberlin suspendiert wurde, bewarb er sich an der Westberliner Akademie. 1958 zog er nach Westberlin und schloss 1962 dort sein Studium ab. In dieser Zeit legte er sich nach seinem Geburtsort den Namen Baselitz zu.

In modifizierter Form reist die Ausstellung im Frühjahr 2015 zur Powerstation of Art in Shanghai.

Die Ausstellung wurde wesentlich unterstützt von der Gesellschaft der Freunde Haus der Kunst e.V., der Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg/Paris, White Cube, London, sowie der Gagosian Gallery, New York.

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