KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di 31. März 2015

Köln ehrt Sigmar Polke – Museum Ludwig mit großer Retrospektive

Das Museum Ludwig zeigt noch bis zum 5. Juli 2015 eine Ausstellung in der rund 250 Werken aus den Sparten Malerei, Grafik, Zeich­nun­gen, Sk­izzen­büch­er, Ob­jekte, Skulp­turen, Fo­to­gra­fien, Filme, Di­ain­s­tal­la­tion und Fo­tokopierar­beit­en von Polke gezeigt werden. Viele Werke waren bisher noch nie in Deutsch­land zu sehen. Auf diese Weise wird deut­lich, wie Polke die Me­di­en mitei­nan­der verknüpfte und sich ge­gen­seitig durch­drin­gen ließ: In sei­nen Gemäl­den set­zte er fo­to­gra­fische Sub­s­tanzen ein; Raster aus Druck­ver­fahren ver­wan­delte er in Gemälde; Fo­to­gra­fien wur­den durch den ma­nip­ulierten En­twick­lungsprozess zu Unikat­en; seine filmischen Erkun­dun­gen in­spiri­erten sein Ge­samtw­erk. Der Ti­tel der Ausstel­lung spielt auf die­sen neuen Kün­stler­ty­pus an, der sich allen Er­war­tun­gen widerset­zt und entzie­ht.

Schönes Video von der Ausstellung in Köln

Zu­gleich lenkt der Ti­tel den Blick auf den ge­sellschaft­shis­torischen Kon­text sein­er Ar­beit­en. Denn wie kein an­der­er Kün­stler beobachtete Polke das Zeit­gesche­hen der al­ten Bun­des­re­pub­lik und re­flek­tierte ihre ver­drängte Geschichte des Na­tio­n­al­sozial­is­mus. Greifen seine Gemälde der 1960er Jahre die Kon­sum- und Waren­welt des bun­des­deutschen Wirtschaft­sauf­sch­wungs ironisch auf, so lassen sich in sei­nen von Massenkul­tur aufge­so­ge­nen, und in un­ter­schiedlich­sten Me­di­en umge­set­zten, kol­lab­o­ra­tiv­en Ar­beit­en der 1970er Jahre viele An­spielun­gen auf die neuen sozialen Be­we­gun­gen und ihre Sub­kul­turen fin­d­en. In sei­nen groß­for­mati­gen ab­s­trak­ten Gemäl­den sind es seit den 1980er Jahren die neuen Ma­te­rialien, wie pho­to­chemische, wärme- und feuchtigkeit­sempflindliche, aber auch giftige Sub­s­tanzen, die eine verun­sich­ernde und am­bi­va­lente Wirkung auf den Be­trachter haben. „Die Dinge se­hen, wie sie sind,“ lautet ein Ti­tel sein­er Werke. Bezeich­nen­der­weise er­scheint der Ti­tel im Bild spiegelverkehrt. Ein­deutigkeit des Sicht­baren umzukehren und in Frage zu stellen, trieb Sig­mar Polke zu im­mer neuen kün­st­lerischen Er­probun­gen von Ma­te­rialien und Tech­niken. Die aus­gestell­ten Werke wer­den am Ort ihres Ent­ste­hens – denn Köln war mehr als 30 Jahre Sig­mar Polkes Lebens­mit­telpunkt – eine be­son­dere Brisanz ent­fal­ten.

Dies gilt insbe­son­dere für Sig­mar Polkes Filme, die im Rah­men der Ret­ro­spek­tive in Köln um­fassend vorgestellt wer­den. Ab Mitte der 1960er Jahre bis zu seinem Tod war die Filmkam­era in­te­graler Be­s­tandteil sein­er kün­st­lerischen Praxis. Nur in vere­inzel­ten und aus­gewähl­ten Präsen­ta­tio­nen machte er seine Filme öf­fentlich. Im Rah­men ein­er Ta­gung, die das Mu­se­um Lud­wig ge­mein­sam mit der Uni­ver­sität Köln vom 12. bis 14. Ju­ni 2015 aus­richtet, wer­den Polkes Filme im Kon­text der lebendi­gen Film­szene des Rhein­lan­des in den 1960er und 70er Jahren un­ter­sucht.

Ein weit­er­er Bezug wird durch die Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig hergestellt. Denn das Mu­se­um Lud­wig wurde im­mer wied­er mit großzügi­gen Schenkun­gen von Polke-Werken be­dacht. Bere­its 1974 ge­langte das frühe Raster­bild Kopf von 1966 über eine Ju­biläumsspende in die Samm­lung. Außer­dem befin­d­en sich eine un­betitelte Ar­beit von 1986, Ruine von 1994 und aus dem gleichen Jahr das Trans­par­ent­bild Fen­ster­front in der Samm­lung des Mu­se­ums. 2009 er­hielt das Mu­se­um Lud­wig die na­hezu voll­ständig zusam­menge­tra­gene Samm­lung der Edi­tio­nen von Sig­mar Polke. Diese Schenkun­gen wer­den in die Präsen­ta­tion im Mu­se­um Lud­wig ein­be­zo­gen.

Die Ausstel­lung wird or­gan­isiert vom Mu­se­um of Mod­ern Art, New York, zusam­men mit der Tate Mod­ern, Lon­don. Sie wurde ini­tiiert und or­gan­isiert durch Kathy Hal­breich, stel­lvertre­tende Di­rek­torin des Mu­se­um of Mod­ern Art mit Mark God­frey, Ku­ra­tor für in­ter­na­tio­nale Kunst der Tate Mod­ern und Lan­ka Tat­ter­sall, ku­ra­torische As­sis­tentin der Abteilung für Gemälde und Skulp­turen des Mu­se­um of Mod­ern Art. Die Präsen­ta­tion am Mu­se­um Lud­wig wird von Bar­bara En­gel­bach, Ku­ra­torin, Samm­lung Zeit­genös­sische Kunst, Fo­to­gra­fie und Me­di­enkunst, Mu­se­um Lud­wig, or­gan­isiert.




Do 19. März 2015

Stuttgart mag Oskar Schlemmer

Die Ausstellung zu Oskar Schlemmer wird verlängert!
»Oskar Schlemmer – Visionen einer neuen Welt« ist bis Sonntag, den 19. April, zu sehen Weiterhin ist der Besucherandrang in die Große Landesausstellung ungebrochen hoch. Sie wird nun um zwei Wochen verlängert.

Oskar_Schlemmer Bildquelle: Staatsgalerie Stuttgart, Oskar Schlemmer

Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart, freut sich über den Erfolg: „Mit dieser Ausstellung feiert Oskar Schlemmer ein längst überfälliges Comeback. Die schon jetzt weit über 100.000 Besucher wie auch die internationale Anerkennung bestätigen es: Hier ist das Werk eines großen Bauhauskünstlers zu sehen! Unsere großzügigen Leihgeber und Partner ermöglichen eine Verlängerung der Ausstellung und unseren Besuchern die Chance, diese umfassende Werkschau zu Schlemmer noch zwei weitere Wochen zu sehen.“

Dr. Axel Nawrath, Vorsitzender des Vorstandes der L-Bank, kommentierte das große allgemeine Interesse an der Ausstellung: „Es gibt gewissermaßen einen Idealfall, den sich jeder Kultursponsor wünscht – nämlich ein Vorhaben zu unterstützen, das inhaltliche Qualität für viele Menschen zugänglich macht. Mit ihrer Schlemmer-Retrospektive hat die Staatsgalerie genau das erreicht, sowohl die Fachwelt als auch ein breites Publikum waren und sind begeistert.“

Oskar Schlemmer ist einer der vielseitigsten Künstler der Moderne: Maler, Bildhauer, Bühnenbildner und Schöpfer des »Triadischen Balletts«. Mit 270 Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Originalkostümen sowie bisher unveröffentlichten Dokumenten werden alle Facetten dieses Bauhauskünstlers in der umfassenden Werkschau erfahrbar. Ergänzend sind im Graphik-Kabinett rund 40 Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken von Künstlern wie Adolf Hölzel, Willi Baumeister, Otto Meyer-Amden und Johannes Itten sowie anderen zu sehen, die Schlemmer während seiner Zeit an der Stuttgarter Akademie zwischen 1906 und 1919 begleitet haben.

In der Staatsgalerie Stuttgart befinden sich sowohl der Nachlass im Archiv Oskar Schlemmer als auch der größte Museumsbestand seiner Werke.

Auch während der Verlängerung der Ausstellung werden zusätzliche Führungen angeboten.
Öffentliche Führungen für Erwachsene

dienstags bis freitags um 15 und 16 Uhr
donnerstags zusätzlich um 18.30 Uhr
samstags und sonntags um 12, 14, 15 und 16 Uhr




Do 19. März 2015

Bucerius Kunstforum geht “Über Wasser”

Über Wasser, ist nicht nur eine Straße oder ein Stadtviertel Münsters. Es ist auch vielfältiges Thema in der Malerei. Das Bucerius Kunstforum wird sich diesem Thema mit den Positionen Malerei und Photographie nähern. Es werden Arbeiten von William Turner bis Olafur Eliasson gezeigt.
Die Ausstelllung Über Wasser. Malerei und Photographie von William Turner bis Olafur Eliasson läuft vom 13. Juni bis 20. September 2015 in Hamburg.

Durch die Gegenüberstellung von Photographien und Gemälde über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrhunderten bis heute zeigt die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum, wie beide Medien um die adäquate Darstellung des Elements ringen und sich gegenseitig anregen. Die rund 160 Leihgaben kommen aus international renommierten Sammlungen wie dem Musée d’Orsay, der Tate, dem Victoria & Albert Museum oder dem Museum Ludwig. Unter dem Titel The Day Will Come When Water Matters ist die Ausstellung der Beitrag des Bucerius Kunst Forums zur Triennale der Photographie Hamburg 2015.

Wasser ist die Voraussetzung für jede Form von Leben. Alle Kulturen widmeten dem Element eine Fülle von Mythen, religiösen Riten oder symbolischen Bedeutungszuschreibungen. Von der griechisch-römischen Antike bis zur christlichen Schöpfungsgeschichte ist die abendländische Kultur geprägt von der Mythologie des Wassers. Heute machen Wasserknappheit, Umweltverschmutzung und Klimawandel Wasser zu einem zentralen Thema. Die Ausstellung Über Wasser. Malerei und Photographie von William Turner bis Olafur Eliasson spürt der Inspirationskraft des Elements für Maler und Photographen von 1800 bis heute nach. Sie zeigt erstmals, wie über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrhunderten beide Medien um die adäquate Darstellung ringen und sich gegenseitig anregen.

Die Naturwissenschaften entzauberten im 19. Jahrhundert die Natur. William Turner führt die Künstler der Moderne an, die sich der Ästhetik des Wassers jenseits der Mythologie verschrieben haben: Er machte Wasser zum Motiv. Wenig später kam mit der Photographie ein Medium hinzu, das neue Möglichkeiten eröffnete, den in Bewegung befindlichen Naturstoff ins Bild zu bannen. Maler und Photographen lösten das Element aus der Landschaftsmalerei und fokussierten sich auf das Wasser in seinen wechselnden Erscheinungsweisen ̶ vom Tropfen, der Schneeflocke und Eisscholle über das stürzende, geschüttete oder fließende Wasser bis zu den spiegelnden und bewegten Wasseroberflächen, deren machtvollste Form die heran brandende Welle ist.

Die Erscheinungsformen des Wassers als Regen, Schnee, Eis oder einzelne Tropfen zeigen Gemälde von Caspar David Friedrich und Yves Klein. Photographische Analysen von Wassertropfen nahmen Peter Keetman und Hermann Landshoff vor. Mit ihrer Nahsicht erlauben die mit der Kamera gewonnenen Abstraktionen einen Blick auf die Schönheiten einer Formenwelt, die der menschlichen Wahrnehmung nicht zugänglich ist. Diesen Abstraktionsprozess trieben Photographen des Neuen Sehens wie Albert Renger-Patzsch, Alfred Ehrhardt und Arvid Gutschow voran.

Das Phänomen der Spiegelungen auf Wasseroberflächen haben Maler wie William Turner oder Claude Monet in vibrierende Farbflächen übersetzt, während heute Photographen wie Andreas Gursky der Wirkung von Reflexionen in großformatigen Abzügen zwischen malerischer Anmutung und dem Spiegel des Realen nachspüren. Die Darstellung des Wassers in Form von Wellen und Strudeln gehörte im 19. Jahrhundert zu den zentralen bildnerischen Herausforderungen in Malerei und Photographie, etwa bei Gustave Courbet oder Gustave Le Gray. Das überwältigende Potential des Wassers wird in grenzenlosen Meereslandschaften und in Darstellungen von Naturkatastrophen realisiert. Bei Hiroshi Sugimoto und Andreas Müller-Pohle geht es um das Phänomen des Erhabenen, die Auswirkungen der Umweltzerstörung auf das Ökosystem Wasser dokumentieren Edward Burtynsky, Inge Rambow und Olafur Eliasson.

Die von Ulrich Pohlmann und Ortrud Westheider kuratierte Ausstellung versammelt rund 130 Photographien und etwa 30 Gemälde aus europäischen Museen und Privatsammlungen. Sie zeigt, wie die künstlerischen und gesellschaftlichen Fragestellungen an das Element Wasser seit 1800 immer brisanter werden.

Der Katalog zur Ausstellung mit Beiträgen von Michael Philipp, Ulrich Pohlmann, Christiane Stahl, Iris Wenderholm und Ortrud Westheider erscheint im Hirmer Verlag, München (ca. 240 Seiten mit farbigen Abbildungen aller ausgestellten Werke, 29 € in der Ausstellung).




Do 19. März 2015

Albert Weisgerber – Retrospektive im Saarlandmuseum

Am 10. Mai 2015 jährt sich zum 100. Mal der Todestag von Albert Weisgerber(1878-1915).
Aus diesem Anlass wird das Saarlandmuseum diesem wichtigen Künstler, der in St. Ingbert geboren wurde und in München und Paris arbeitete, eine Retrospektive widmen. Die Ausstellung, die mit ca. 100 Gemälden einen großen Teil des erhaltenen Gesamtwerkes umfasst, wird in enger Kooperation mit der Albert Weisgerber-Stiftung St. Ingbert realisiert.

Albert Weisgerber - Schlafende Bildquelle: Albert Weisgerber, Schlafende, 1907, Albert-Weisgerber-Stiftung St. Ingbert

Anhand von insgesamt 140 ausgewählten Gemälden, Studien und Zeichnungen gilt es, Albert Weisgerber als einen bedeutenden Künstler der Münchner Moderne wieder zu entdecken.
Mit seinem vielseitigen und oft nicht einfach zu erfassenden Werk erweist sich Weisgerber als Künstlerpersönlichkeit, die im Spannungsfeld der Avantgarden zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine kompromisslose und eigenständige Position behauptet hat. Obwohl er viele Vertreter der Münchner und der Pariser Avantgarde und deren künstlerische Positionen gut kennt, schließt er sich keiner der neu gegründeten Künstlergruppen wie dem „Blauen Reiter“ oder der „Brücke“ an, sondern bleibt ein Einzelgänger, der aber von seinen Künstlerkollegen hoch geschätzt wird. Dies belegt auch seine Wahl zum ersten Vorsitzenden der 1913 gegründeten „Neuen Münchner Secession“, in der verschiedene Kunstrichtungen vertreten waren und Künstler wie Paul Klee, August Macke, Erich Heckel, Max Pechstein, Max Beckmann und Hans Purrmann ausstellten.
Den oft sehr persönlich formulierten künstlerischen Bildfindungen nähert sich Weisgerber tastend, verschiedene Möglichkeiten erprobend, auf der Suche nach neuen und adäquaten Ausdrucksformen. Dabei entstehen oft mehrere Fassungen, die zu jeweils eigenen Variationen des Themas führen. Denn Weisgerber befindet sich nach eigener Aussage auf der Suche nach einem „Bild, das inneres und äußeres Leben hat“, wie er es einmal in einem Brief an seinen Freund und Künstlerkollegen Gino de Finetti ausdrückt. Die Entwicklung seiner Bildideen, das Ringen um ihre gültige Gestalt wird ein zentraler Aspekt in der Ausstellung sein.
Zu der Ausstellung wird, ebenfalls in Kooperation mit der Albert Weisgerber – Stiftung St. Ingbert, ein umfangreicher Katalog mit Textbeiträgen zu den bedeutendsten Themen Albert Weisgerbers und farbigen Abbildungen aller Exponate erscheinen.




Do 5. März 2015

Ausstellung von Ralph Fleck im Museum Küppersmühle Duisburg

Das Museum Küppersmühle präsentiert erstmals in Deutschland einen Retrospektive des 1951 geborenen Künstlers Ralph Fleck. Der Präsentationsüberblick stellt seine malerischen Auslotungen und Umformungen realer Strukturen und Architekturen wie Alpen- und Seelandschaften, Feldstücke, Stadtlandschaften oder Stillleben in den Fokus. Herrlich das Bücherregal “Surkamp” lässt grüssen. Und wohltuend nicht nach Farben geordnet. Herrlich.

Bildquelle: Ralph Fleck, MKM

Die Grenze zwischen Natur (den natürlichen Formen und Strukturen) und Architektur (den gebauten, ‚künstlichen‘ Formen und Strukturen) scheint in seinen Werken aufgelöst bzw. eine Gleichheit zu bilden; seine malerische Geste reicht vom expressiven Duktus bis zu kontrolliert und bewusst gesetzten Flächen.

Was zeichnet Ralph Flecks Bildsprache aus? Das konsequente Hinterfragen von (Bild-)Strukturen und Realitätsbegriff? Das Ausloten der Grenzen zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei? Das Fehlen einer echten Abbildfunktion durch die ausschnitthafte – und damit beispielhafte – malerische Konzentration auf strukturell gesetzte Formen und Farben, die zwar immer den Bezug zur Realität behalten – also erkennbar, lesbar sind – aber durch Überhöhung oder Fokussierung abstrakt erscheinen?

Alle Bilder haben ihren Ursprung im real Gesehenen: Aus unendlich vielen Fotografien, die Ralph Fleck selbst macht, wählt er im nächsten Schritt die Bildvorlage aus. Schon hier sind also der Blick des Künstlers und seine Auswahl – damit seine Handschrift – essentiell für den malerischen Akt, was er dann mit großer Leidenschaft umsetzt.

Im Laufe seines bisherigen Schaffens hat Ralph Fleck eine eigene Formensprache entwickelt, in der Reduktion, Addition und Wiederholung, das serielle Moment, eine große Rolle spielen. Die Ausstellung zeichnet den Weg des konsequenten Künstlers nach und zeigt, wie sich die künstlerische Geste und Handschrift als malerische Grenzüberschreitungen darstellen.

Ein schöner Katalog ist anlässlich der Ausstellung die noch bis zum 26. April 2015 läuft




Di 17. Februar 2015

Olafur Eliasson aus der Boros Collection in der Langen Foundation

Bei dem Titel kann dem Leser schon mal schwindelig werden. Daher ganz in Ruhed noch mal in Lang: Mit rund 40 Werken Olafur Eliassons besitzt die Sammlung Boros in Berlin eine der umfangreichsten Sammlungen von Arbeiten des dänisch-isländischen Künstlers weltweit. Die Langen Foundation freut sich, eine Auswahl von Rauminstallationen, Fotografien sowie Objekten zu zeigen, die zusätzlich mit der Architektur Tadao Andos korrespondieren. Die Ausstellung erlaubt den Blick auf Eliassons Arbeit aus der Perspektive des Sammlers und bietet mit Werken aus den Jahren 1994 – 2015 zugleich einen repräsentativen Überblick über das Œuvre des Künstlers seit seinen Anfängen.

Der umfangreiche Werkkomplex Olafur Eliassons in der Sammlung Boros basiert auf einer kontinuierlichen Beschäftigung des Sammlers mit dem Schaffen des Künstlers. Von frühen Werken, wie den noch zu Studienzeiten 1994 entstandenen Guckkästen bis zu ungezeigten Neuerwerbungen werden mehr als 25 Exponate in der Langen Foundation präsentiert.

Spätestens seit seiner spektakulären und viel beachteten Installation The Weather Project in der Londoner Tate Modern Gallery (2003) gilt Olafur Eliasson (geb. 1967 in Kopenhagen) als Meister der Inszenierung von naturwissenschaftlichen und physikalischen Phänomenen, die bereits in seinen frühen Arbeiten angelegt sind. Ein zentrales Anliegen dieser Ausstellung ist es, das Schaffen Eliassons von seinen wegweisenden Anfängen bis zur Gegenwart im Spiegel der Sammlung Boros aufzuzeigen und in einen spannungsvollen Dialog mit der minimalistischen Museumsarchitektur von Tadao Ando zu setzen. Laufzeit der Ausstellung vom 18. April bis zum 18. Oktober 2015 in Neuss.




Mo 16. Februar 2015

Kunsthalle Schirn beschäftigt sich mit Künstler und Propheten

In der groß angelegten Ausstellung „Künstler und Propheten. Eine geheime Geschichte der Moderne 1872–1972“ untersucht die Schirn Kunsthalle Frankfurt ab dem 6. März 2015 ein weitreichendes, aber in großen Teilen unbekanntes Kapitel der europäischen, insbesondere der deutschen Kunstgeschichte. Mit über 400 Exponaten – darunter Gemälde, Zeichnungen, Lithografien sowie umfangreiches und seltenes Dokumentationsmaterial – deckt sie verblüffende Kausalitäten zwischen Künstlern der Moderne und selbsternannten „Propheten“ auf. Dabei bettet die Ausstellung die Künstler und die Propheten in einen weitreichenden, 100 Jahre umfassenden sozialhistorischen Kontext ein. Mit einzigartigen und selten gezeigten Leihgaben unter anderem von František Kupka, Egon Schiele, Johannes Baader, Heinrich Vogeler, Friedrich Schröder-Sonnenstern, Friedensreich Hundertwasser, Joseph Beuys oder Jörg Immendorff aus der National Gallery in Prag, dem Leopold Museum, Wien, dem Pariser Centre Pompidou, der Hundertwasser Stiftung, Wien, sowie dem Kunsthaus Zürich, den Staatlichen Museen zu Berlin wie auch zahlreichen privaten Sammlungen und Stiftungen ist die Schirn-Präsentation ein Höhepunkt des Ausstellungsfrühjahrs 2015.

Schirn_Presse_GeheimeGeschichte_Diefenbach_Der_Prophet_1892Bildquelle: Karl Wilhelm Diefenbach
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So 15. Februar 2015

Kunsthalle Bielefeld erhält German Design Award

Die Kunsthalle Bielefeld erhält den German Design Award als Gewinner im Bereich Corporate Design. Am Freitag, den 13. Februar 2015 erfolgt die Preisübergabe an die Büros strobo M. Friederich J. von Klier und Thomas Mayfried Visual Communication, die das Corporate Design für die Kunsthalle Bielefeld entwickelt haben und weiter führen.

Corporate Design Kunsthalle Bielefeld

Bildquelle: Kunsthalle Bielefeld

Die Begründung der Jury lautet:
„Die visuelle Identität der Kunsthalle Bielefeld bricht bewusst mit den Erwartungen bezüglich Kommunikation von Bildender Kunst: Statt mit einer Bild-Repräsentanz zu werben, wird hier der Suggestion durch Worte vertraut. Dabei bezieht sich die typografische Konzeption auf den modernistischen Grundriss der von Philip Johnson erbauten Kunsthalle. Und doch lässt das System Ausnahmen zu. Ein anspruchsvolles Konzept mit hoher visueller Kraft und intellektueller Ausstrahlung, das auffällt, ohne laut zu sein. Wertig.“ Der German Design Award ist ein internationaler Premiumpreis, der von dem Rat für Formgebung (German Design Council) jährlich verliehen wird. Er zeichnet hochkarätige Produkte und Projekte aus dem Produkt- und
Kommunikationsdesign aus und prämiert Designpersönlichkeiten und Nachwuchsdesigner, die auf ihre Art wegweisend in der deutschen und internationalen Designlandschaft sind. Ziel des German Design Award ist es, einzigartige Gestaltungstrends zu entdecken, bekannt zu machen und diese in einer Ausstellung zu präsentieren. Aktuell hat die Fachjury des German Design Award 2015 aus 2.250 internationalen Einreichungen und insgesamt 20 Wettbewerbskategorien 20 Gold-Preisträger ausgewählt. Neben den Gold-Auszeichnungen vergab sie bis zu 10 Winner-Prämierungen pro Kategorie und ehrte weitere Arbeiten mit dem Prädikat Special Mention. Die Fachjury setzt sich aus 30 Designexperten aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Gestaltungsindustrie zusammen. Die Ausstellung der Kategorie Kommunikationsdesign wird am 13. Februar 2015 um 18 Uhr im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt eröffnet und ist dort bis zum 1. März 2015 zu sehen.

Kunst aus Leipzig w




Fr 13. Februar 2015

Pietro Donzelli (1915-1998). Luce. Fotografien in den Opelvillen

Vom 25. März bis 14. Juni 2015 zeigen die Opelvillen eine große monografische Ausstellung des italienischen Fotografen Pietro Donzelli. Anlässlich seines zum 100. Geburtstag am 15. April 2015 wird es im wahrsten Sinne des Wortes eine Bilderreise vom Norden in den Süden Italiens geben.

Zum 100. Geburtstag von Pietro Donzelli wird sein Werk umfangreich vorgestellt. Seine wichtigsten Arbeiten entstanden in den 1950er- und 1960er-Jahren, als der italienische Neorealismus neue Ausdrucksformen in Kunst, Film und Fotografie entwickelte. Donzellis Augenmerk galt immer jenen Momenten, in denen sich das Lebensgefühl der Menschen ausdrückt, und jenen Stimmungen, in denen das Wesen der italienischen Landschaft sichtbar wird. Sein Hauptverbündeter war dabei das Licht.
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Bildquelle: Pietro Donzelli, Bauernversammlung, 1951/1994, © Estate Pietro Donzelli, Frankfurt a.M.
Courtesy DZ BANK Kunstsammlung

Eintritt: 8 €, ermäßigt 6 €, Familienkarte: 12 €, freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Ort: Opelvillen, Ludwig-Dörfler-Allee 9, 65428 Rüsselsheim Öffnungszeiten: Montag und Dienstag geschlossen, Mittwoch 10–18 Uhr, Donnerstag 10–21 Uhr, Freitag bis Sonntag 10–18 Uhr Sonderöffnungszeiten: Gründonnerstag, 2. April 2015, Karsamstag, 4. April 2015, Ostersonntag und Ostermontag, 5. und 6. April 2015, Maifeiertag, Freitag, 1. Mai 2015, Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai 2015, Pfingstsonntag und Pfingstmontag, 24. und 25. Mai 2015, Fronleichnam, Donnerstag, 4. Juni 2015, 10-18 Uhr Geschlossen: Karfreitag, 3. April 2015




Fr 13. Februar 2015

Andrea Fraser erste Retrospektive in Österreich

Als erste österreichische Institution zeigt das Museum der Moderne Salzburg eine umfassende Werkschau der US-amerikanischen Künstlerin Andrea Fraser (geboren 1965 in Billings, Montana, lebt in Los Angeles, USA). Mit ihren mitunter Kontroversen auslösenden Werken zählt Fraser zu den einflussreichsten Künstlerinnen ihrer Generation. Basierend auf der kritischen und feministischen Theorie entwickelte sie in über dreißig Jahren einen großen und vielfältigen Komplex von Werken. Fraser ruft uns dazu auf, die Motivationen, die die unterschiedlichen Akteure des Kunstbetriebs antreiben, zu hinterfragen. Gleichzeitig unterstreicht sie die Bedeutung der Kunst und ihrer Institutionen als unentbehrliche Orte kritischer Reflexion über uns selbst und unsere Gesellschaft

Bildquelle: MDM Still Andrea Fraser

Ihre künstlerische Auseinandersetzung baut auf der kritischen und feministischen Theorie und dem Vermächtnis der ersten Generation von feministischen undinstitutionskritischen Künstler_innen auf. Ausgehend von den Theorien des französischen Soziologen Pierre Bourdieu (1930-2002) forscht Fraser seit Mitte der 1980er-Jahre intensiv zu den sozialen, institutionellen, ökonomischen undpsychologischen Strukturen und Strategien im zeitgenössischen Kunstfeld. Sie untersucht sowohl die Motivationen, die die unterschiedlichen Akteure und Akteurinnen des Kunstbetriebs antreiben, als auch der
wechselseitige Beziehungen. In ihrer künstlerischen Praxis stellt sie sich selbst als Protagonistin und als Projektionsfläche für ihre soziokulturellen Analysen zur Verfügung und schlüpft dabei in unterschiedliche Rollen. Ihre Inszenierungen sind dabei humorvoll und anspruchsvoll zugleich und vereinen dies mit theatralischem Geschick und kluger, kritischer Analyse. Fraser ruft dazu auf, den eigenen Anspruch an die Kunst und den durch sie hervorgebrachten Betrieb infrage zu stellen.
Anhand von etwa fünfzig Werken, die die Vielfalt ihrer Medien – Druckgrafik, Fotografie, Installation, Performance, Textarbeiten und Video – repräsentieren, zeigt die Ausstellung einen umfassenden Überblick über die letzten drei Dekaden im Werk Frasers. Sie reicht von Four Posters (1984) über berühmte Performances wie Museum Highlights (1989), Inaugural Speech(1997),Official Welcome(2001/2003)und die Audioinstallation für den österreichischen Pavillon zur 45. Biennale di
Venezia (1993) bis hin zu jüngsten Werken wie Men on the Line(2012). Ergänzt wirddie Werkschau durch die europäische Premiere der Performance Not just a few of  us (2014) auf Video. Die wegweisende Arbeit May I Help You? wird in allen realisierten Versionen von 1990, 2005 und 2011 gezeigt. Ein umfangreiches Archiv,das eine Auswahl an Videos, aber auch Dokumentationen zu wichtigen Werken wie Damaged Goods Gallery Talk Starts Here (1986), Preliminary Prospectuses(1993)
und Services (1994) enthält, bildet das Zentrum der Ausstellung.
Museum derModerne Salzburg Laufzeit der Ausstellung 21.3.2015 – 5.7.2015

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