KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di 22. August 2017

Kunstverein Bielefeld zeigt Facetunes

Der Kunstverein Bielefeld meldet sich aus der Sommerpause zurück und lädt zu seiner nächsten Ausstellungseröffnung ein. Unter dem Titel FACETUNES wird ab dem

26. AUGUST  eine Gruppenausstellung mit Beiträgen von Paolo Cirio, Kate Cooper, Albrecht Fuchs, Thomas Hirschhorn, Annette Kelm, Oliver Laric, Birgit Megerle, Michaela Meise und Britta Thie gezeigt.

Das natürliche Gesicht ist bis heute ein Zeichen von Individualität, persönlichem Ausdruck und Wahrhaftigkeit. Die Gesichtserkennung hat sich als Standard biometrischer Verfahren und der visuellen Datenanalyse etabliert. Gleichzeitig löst sich dieses echte Abbild des menschlichen Antlitz im Zeitalter von digitaler Bildbearbeitung, 3D-Scans und Renderings endgültig auf. Das »Face« wird zur »Surface«, die individuellen Merkmale algorithmisch geglättet. Kein soziales Netzwerk und keine Nachrichten-App, die nicht nach einem Profilbild verlangen. Denn die Bedeutung des eigenen Gesichts entsteht erst im Gegenüber des Anderen.

Das Gesicht steht zugleich in enger Verbindung zu einer politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe. Gesichter bestimmen die Medien, sie beeinflussen Meinungen und Haltungen. Wir können unser Gesicht zeigen, aber auch verlieren. Dem Bekenntnis zum offen getragenen Gesicht, steht eine Kultur der Verschleierung und Verpixelung gegenüber.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich »FaceTunes« mit den aktuellen Bedingungen des Gesichts und seiner bildlichen Darstellung innerhalb der zeitgenössischen Kunst. Präsentiert werden unter anderem Videos, Fotografien, Malerei und Zeichnungen bis hin zu Installationen und Objekten. Die Ausstellung fragt nach der bedeutenden Rolle des Porträts in der heutigen Zeit ebenso wie nach der zunehmenden Akzeptanz künstlicher Gesichter. Sie entwickelt Betrachtungsmöglichkeiten auf das menschliche Gesicht, die über traditionelle Vorstellungen des Porträts, das Verhältnis von Gesicht und Maske oder einen Selfie-Boom hinausgehen. »FaceTunes« möchte unter Mitwirkung zeitgenössischer KünstlerInnen das Gesicht als vielstimmiges Medium im Spannungsfeld von Gesichtlichkeit und Gesichtslosigkeit untersuchen.

 

Zur Ausstellung erscheint eine 32-seitige Broschüre (Deutsch-Englisch) mit weiterführenden Texten von Judith Heßler und Thomas Thiel (ISBN 978-3-941735-40-8). Laufzeit der Ausstellung vom 26.08 bis zum 05. NOVEMBER 2017




Di 22. August 2017

Kunstmuseum Wolfsburg zeigt Loop

Kunst in der Endlosschleife könnte man sagen. Das Kunstmuseum Wolfsburg hat sich dem Loop gewidmet.

Der Loop ist allgegenwärtig – ob in der Musik, der Videokunst oder in Hotellobbys und Wohnzimmern, wo auf Monitoren Kaminfeuer endlos flackern oder Fische im Aquarium vorbeiflirren … Zugleich ist der geschlossene Kreislauf, die Endlosschleife, spätestens seit der Antike ein Topos der Kulturgeschichte, Alchemie und Philosophie. Mit „Never Ending Stories“ präsentiert das Kunstmuseum Wolfsburg erstmals eine formal und inhaltlich, räumlich sowie zeitlich breit angelegte, interdisziplinäre Recherche zum Phänomen der Endlosschleife in Kunst, Film, Architektur, Musik, Literatur und Kulturgeschichte. Das Kreisen in geschlossenen Systemen spannt sich vom alt-ägyptischen Ouroboros – der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt – bis zu zeitgenössischen Multimedia-Installationen und kennzeichnet, das macht seine besondere Bedeutung aus, in der menschlichen Psyche zugleich Traum und Trauma. Der eigens für die Ausstellung entwickelte Architekturparcours auf der Empore und in der großen Halle des Kunstmuseums Wolfsburg ermöglicht neben zahlreichen mentalen Rotationen auch räumlich-körperliche Erfahrungen des Loops.

Die Künstler
Adel Abdessemed, Abramovic/Ulay, Francis Alÿs, Rosa Barba, Robert Barta, Thomas Bayrle, Max Beckmann, Joseph Beuys, Michel Blazy, Etienne-Louis Boullée, Marcel Broodthaers, Philip Corner, Julio Cortázar, Attila Csörgö, Salvador Dalí, Wim Delvoye, Jan Dibbets, Marcel Duchamp, Thomas A. Edison, Maurits Cornelis Escher, Juan-Esteban Fassio, Omer Fast, Léon Ferrari, Sandra Filic, Robert Filiou, Fischli/Weiss, Robert Fludd, Frank B. Gilbreth, Douglas Gordon, Rodney Graham, Max Grau, Anton Henning, Seikô Hirata, James Joyce, William Kentridge, Athanasius Kircher, Ragnar Kjartansson, Kraftwerk, Yayoi Kusama, Stanley Kubrick, Claude-Nicolas Ledoux, Tim Lewis, Sarah Lucas, Michael Maier, Matthäus Merian d. Ä., Robert Müller, Juan Muñoz, Eadweard Muybridge, Bruce Nauman, OMA, Nam June Paik, Giambattista della Porta, Barbara Probst, Markus Raetz, Bridget Riley, Peter Roehr, Raymond Roussel, Erik Satie, Markus Schinwald, Gregor Schneider, Richard Serra, Schunsô Shôju, Nedko Solakov, Daniel Spoerri, Gertrude Stein, Donna Summer, Roland Topor, Salla Tykkä, Günther Uecker, Andy Warhol u. a. m.

 

Die Ausstellung NEVER ENDING STORIES – DER LOOP IN KUNST, FILM, ARCHITEKTUR, MUSIK, LITERATUR
UND KULTURGESCHICHTE läuft vom 29.10.17 – 18.2.18

Der Katalog
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Grundlagenwerk in deutscher und englischer Ausgabe, herausgegeben von Ralf Beil, das das vielseitige Thema ebenso grundsätzlich wie wissenschaftlich beleuchtet und darüber hinaus Werkkommentare zu den Exponaten der Schau versammelt. 13 eigens für das Katalogbuch erstellte Essays von Aleida Assmann, Jan Assmann, Ralf Beil, Norbert Bolz, Claudia Dillmann, Michael Glasmeier, Lars Jaeger, Joachim Kalka, Stefan Klein, Peter Kraut, Niklas Maak, Peter Sloterdijk und Franziska Stöhr treffen auf Werktexte von Stephanie Lovász und Michael Schultze sowie Quellentexte von Étienne-Louis Boullée, Julio Cortázar, Johann Wolfgang von Goethe, Kraftwerk, Friedrich Nietzsche, Platon und Simon Reynolds. Der Katalog, gestaltet von Eggers + Diaper, erscheint im Hatje Cantz Verlag. Die Hardcover-Publikation umfasst 360 Seiten mit rund 650 Abbildungen und kostet im Museumshop 45 €




Di 22. August 2017

MIRÓ – Welt der Monster im Max Ernst Museum Brühl

Joan Miró (1893-1983) gehört zu den bedeutendsten und populärsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein Werk bietet ein faszinierendes Spektrum bildnerischer Mittel, die durch ihre Vielfalt und Erfindungskraft beeindrucken.

Unter dem Titel „MIRÓ – Welt der Monster“ stellt die Ausstellung im Max Ernst Museum Brühl des LVR vom 3. September 2017 bis zum 28. Januar 2018 das weniger bekannte plastische Schaffen des weltberühmten in Barcelona geborenen Malers, Grafikers und Bildhauers in den 1960er- und 70er-Jahren heraus. In dieser Zeit entstanden zahlreiche, aus Fundstücken und ausgedienten Gegenständen kombinierte Figuren, die anschließend in Bronze gegossen wurden. Einige von ihnen sind farbig bemalt und wirken wie seinen sprühend-bunten Gemälden entsprungen. Für Miró bevölkern sie eine „wahrhaft traumhafte Welt lebender Monster“. Rund 40 bis zu drei Meter hohe Bronzeplastiken bilden das Herzstück der Ausstellung, die insgesamt 67 Werke umfasst. Sie stehen in unmittelbarem Dialog mit ausgewählten Gemälden, Arbeiten auf Papier und einer Tapisserie und erlauben verblüffende Einblicke in das auf alle Gattungen übergreifende Schaffen des Künstlers.

Die Ausstellung „MIRÓ – Welt der Monster“ entsteht exklusiv in Zusammenarbeit mit der Fondation Marguerite et Aimé Maeght im südfranzösischen Saint-Paul-de-Vence, die über eine der größten Sammlungen der bildhauerischen Arbeiten Joan Mirós verfügt. Laufzeit vom 3.9.-21.1.2018

Bild: Max Ernst Museum Brühl

Miró 2.0

Joan Miró ging es um eine „Kunst für alle“ mit einer direkten und offenen Bildsprache. Die Ausstellung greift diesen Gedanken auf und überführt ihn in unser digitales Zeitalter. Eigens dafür entwickelte das Max Ernst Museum in Zusammenarbeit mit dem Cologne Game Lab (CGL) der Technischen Hochschule Köln die Puzzle-App „Mirós Monster“. Ähnlich wie Miró für seine Plastiken Alltagsgegenstände gesammelt und zusammengestellt hat, können Besucher mit der Augmented-Reality-App per Smartphone Aufkleber scannen, damit 3D-Objekte sammeln, zu einem virtuellen Monster ergänzen, farblich bearbeiten und ein Selfie machen.

Begleitend zur Ausstellung erscheint außerdem ein Katalog mit einer weiteren interaktiven App. Damit ist erstmals auch die vollständige räumliche Betrachtung einiger darin abgebildeter Kunstwerke möglich. Elf ausgewählte Plastiken können mit der App „Miró 360°“ virtuell umrundet und in ihrer Materialität erkundet werden.




Fr 28. Juli 2017

Lechner Museum Ingolstadt öffnet seine Tore

In der ersten Ausstellung nach dem Tod des Künstlers im Februar 2017, ANFANG UND KEIN ENDE (18. Mai bis 17. September 2017) im Lechner Museum Ingolstadt
geben zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle, darunter Landschaften, Interieurs bis hin zu großen abstrakten Kompositionen, Einblick in Sichtweisen und Wirklichkeitserfahrungen des Künstlers. Zum ersten Mal im Lechner Museum zu sehen sind Zeichnungen vom Anfang seiner künstlerischen Laufbahn, die seine späteren monumentalen Skulpturen kaum vermuten lassen. Frühe kleinformatige Zeichnungen aus den Jahren 1945/46 werden dem zeichnerischen und skulpturalen Spätwerk des Künstlers (2000-2012) gegenübergestellt. Dies zeigt auf spannende Art und Weise, wie Lechner es vermochte innere Emotion nicht nur in stimmungsvollen Landschaftszeichnungen festzuhalten, sondern auch die gleiche emotionale Intensität in den fast ein halbes Jahrhundert später entstandenen abstrakten Zeichnungen und Skulpturen zu transportieren. Komplettiert wird die Heraushebung vom frühen Anfang und Ende im Grafischen Werk Lechners durch die letzte realisierte Skulpturengruppe Würfelschnitte 2014. Lechner hat bis zu seinem Tod dieses Jahr an weiteren Modellen zu Skulpturen der Werksgruppe der
Würfelschnitte gearbeitet. Die Werkschau wird kuratiert von Alf Lechners Sohn, Daniel McLaughlin. Daniel McLaughlin widmet sich nach seiner Galeristentätigkeit in New York und
seinen Jahren im Managementteam der Kunstmesse Art Basel jetzt der Aufarbeitung des Nachlasses von Alf Lechner und unterstützt den Arbeitsauftrag der Alf Lechner Stiftung. Weiterlesen »




Di 25. Juli 2017

Martin Gropius Bau zeigt Regina Schmeken Blutiger Boden

Regina Schmeken begann im Frühjahr 2013 die Tatorte des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) zu fotografieren, eine Verbrechensserie rechtsradikaler Terrorist*innen inmitten deutscher Städte. In der Serie geht es ihr um das Gedenken an die Ermordeten sowie um die Auseinandersetzung mit Orten, die auf den ersten Blick keinerlei Spuren einer Gewalttat aufweisen. Zwischen 2013 und 2016 besuchte die Fotografin mehrmals die zwölf Tatorte in Deutschland. Es entstand ein Zyklus großformatiger Schwarz-weiß-Fotografien, die eindrücklich wirken und die Geschehnisse gleichsam mit bildnerischen Mitteln aufarbeiten. Fast alle Opfer waren türkischer Herkunft, sie wurden auf dem Boden liegend in ihrem Blut gefunden, brutal hingerichtet von rechtsradikalen Terrorist*innen.

Regina Schmeken – Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU
29. Juli bis 29. Oktober 2017, Martin Gropius Bau, Berlin




Di 25. Juli 2017

Sommerfest im Museum der Westküste

Am kommenden Donnerstag, 27. Juli 2017, feiert das Museum Kunst der Westküste seinen 8. Geburtstag. Zu jeder der drei aktuell laufenden Ausstellungen wird über den Tag verteilt zu „Kunst-Gedankengängen“ eingeladen, die besondere künstlerische, meditative, forschungsrelevante oder kuratorische Aspekte in den Blick nehmen. Bei den Kunst-Gedankengängen wird etwa das von Regine Ramseier in der Ausstellung Pure Nature Art aus Pusteblumen geschaffene Werk „Windstille“ unter Einbettung von in der Soziologie und Psychologie geläufigen Begriffen wie „Resonanz“, „Bewußtheit“ und „Innehalten“ befragt. An anderer Stelle in der Schau wird der Blick auf das Werk des britischen Künstlers David Nash gelegt, indem Dr. Sabine Schlenker, Kuratorin des MKdW, aus ihrer Zeit als Assistentin des Bildhauers erzählt. Die Kuratorin der Ausstellung Pure Nature Art selbst, Dr. Katrin Hippel, gibt wiederum am Vormittag ihre persönlichen Erlebnisse während der Vorbereitungszeit und des Aufbaus der Schau preis und unterhält sich am Nachmittag mit Ihnen über Alkersumer Pferdehaar als Material für das Kunstwerk von Christiane Löhr. Auch vor den Gemälden und Grafiken des Niederländers Jopie Huisman wird Halt gemacht: In einem Gespräch zwischen Direktorin Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen und der aus der Nähe von Huismans Heimatort Workum stammenden, nun auf Föhr lebenden Niederländerin AnneClaire Loogman vom Hoftel, wird der Frage nachgegangen, warum der Künstler eigentlich in dem Nachbarland so bekannt ist. Und wir sind mit Rosen bewappnet und laden die erwachsenen Besucher ein, ihrem Glück auf die Spur zu kommen… und am Ende am besten noch einen von fünf tollen Preisen zu gewinnen. Die Kinder begeben sich in einer Rallye als Kunstdetektive auf den Weg durch die Ausstellung Pure Nature Art. Auch auf sie warten in einer Preisverlosung Überraschungsgeschenke. Herzliche Einladung zu diesem besonderen Tag in der Geschichte des noch jungen Museum Kunst der Westküste, von der übrigens Katrin Petersen, die seit der Eröffnung des Hauses im Jahr 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin im MKdW ist, in ihrem Kunst-Gedankengang besonders viel zu erzählen weiß.

Bild Plakat des Sommerfestes

▪ sommerfest: 8. geburtstag Museum kunst der westküste

Donnerstag, 27. Juli, 10.00 bis 17.00 Uhr

▪ Vorschau: „reload! Tracht – kunst – Mode“ / 17. September 2017 bis 7. Januar 2018

Donnerstag, 14. September 2017, 12.00 Uhr: Presserundgang

Samstag, 16. September 2017, 17.30 bis 20.00 Uhr: eröffnung

sonntag, 17. September, 10.00 bis 17.00 Uhr / 13.30 Uhr: erster ausstellungstag + Artist Talk




Sa 15. Juli 2017

LUTHER UND DIE AVANTGARDE im Alten Gefängnis Wittenberg

Einen Tag im Gefängnis verbringen, mit Kunst von Ai Weiwei, Olafur Eliasson, Jonathan Meese oder Erwin Wurm – das geht aktuell in der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ in Wittenberg. Das alte Gefängnis der Lutherstadt wurde eigens für die umfassende Ausstellung internationaler Gegenwartskunst in Stand gesetzt und ist erstmals öffentlich zugänglich. Und angenehm kühl an heißen Sommertagen…

66 Künstler aus aller Welt haben das historische Gebäude in ein Kunstmuseum auf Zeit verwandelt. Die Gemälde, Skulpturen, Installationen und Videos transportieren wegweisende Ideen Luthers in die Aktualität. Hier wird der perfekte Jesus gecastet, ein Industrieroboter übernimmt die Rolle des schreibenden Mönchs und der gläserne Mensch erhält ein gläsernes Gefängnis mit Stäben voller Bonbons.

Das alte Gefängnis liegt nur einen Sprung von der Schlosskirche entfernt, an die Luther vor 500 Jahren seine Thesen angeschlagen haben soll. So lädt die malerische Altstadt von Wittenberg mit Stadtkirche und Lutherhaus im Anschluss zu einem Spaziergang zu den Schauplätzen der Reformation ein.

Den ganzen Sommer über bis zum 17. September ist die Ausstellung täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Für das leibliche Wohl sorgt das Café „Offener Vollzug“ im Gefängnishof.
LUTHER UND DIE AVANTGARDE
Altes Gefängnis Wittenberg
Ehemalige Haftanstalt, Berliner Str./Ecke Dessauer Straße
06886 Lutherstadt Wittenberg




Sa 15. Juli 2017

Wechselblicke. Zwischen China und Europa 1669–1907 in Berlin

Die Sonderausstellung der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin präsentiert anhand von rund 100 Kupferstichen, Fotografien, Porzellanen, Gemälden und kunsthandwerklichen Objekten die bisher wenig beachtete Wechselseitigkeit des kulturellen Austausches zwischen China und Europa vom Ende des 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Rezeption chinesischer Kulturgüter in Europa wird seit langem als „Chinoiserie“ bezeichnet; weit weniger bekannt ist die gleichzeitige Übernahme und Interpretation kultureller Merkmale aus Europa – der sogenannten „Europerie“ – während der Qing-Dynastie (1644–1911) in China. Die Ausstellung veranschaulicht die Prozesse und Wechselwirkungen, die nicht nur Chinoiserien hervorbrachten und das China-Verständnis vieler Europäer prägten, sondern auch Europerien erzeugten – also Architekturen und Artefakte, die das Europa-Bild Chinas widerspiegeln.

Weiterlesen »




Do 13. Juli 2017

Bucerius Kunstforum beleuchtet die Entstehung des Kunstmarktes

Das Bucerius Kunst Forum Hamburg präsentiert vom 23. September 2017 bis zum 7. Januar 2018 die erste umfassende Themenausstellung zur Geburt des Kunstmarktes im Goldenen Zeitalter der Niederlande. Auf den Spuren von Künstlern wie Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und vielen anderen erforscht die Ausstellung, wie gesellschaftliche Veränderungen in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts einen neuen Kunstmarkt und eine ganz eigene Kunst hervorgebracht haben. Sie illustriert, wie sich Künstler, Kunsthändler und ihre Werkstätten auf die neue Marktsituation einstellten und warum die Preise auf dem Kunstmarkt von wenigen Gulden bis hin zu Höchstsummen reichten. Die Ausstellung Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters ist die erste Schau von Prof. Dr. Franz Wilhelm Kaiser in seiner Funktion als Direktor und künstlerischer Leiter des Bucerius Kunst Forums.
Im 17. Jahrhundert verlor der Adel an Bedeutung und die calvinistisch reformierte Kirche der Niederlande forderte schmucklose Kirchenbauten. Während die traditionellen Hauptauftraggeber also weitestgehend wegfielen, konnte sich ein erstarkendes Bürgertum erstmals Ölbilder leisten. Ein außerordentlich hohes und breit verteiltes Bildungs- und Wohlstandsniveau bot den Nährboden für einen Kunstmarkt, dessen Kommerzialisierung einen größeren Einfluss auf Techniken, Darstellungsformen und Themen der Gemälde haben sollte als die ursprünglichen adeligen und klerikalen Auftraggeber. Die Künstler begannen sich neu zu orientieren und ihre Bilder für einen anonymen Markt zu malen, ohne vorab ihre Käufer und deren Wünsche zu kennen. Weiterlesen »




Do 6. Juli 2017

Ausstellung Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit

In Belgien ist die Beschäftigung mit der eigenen kolonialen Vergangenheit schon weiter. Aber auch in Deutschland findet langsam nicht nur wissenschaftlich, die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte statt. Als erstes deutsches Kunstmuseum startet Bremen das Projekt seine Geschichte auf die Spuren der Kolonialzeit und die Verflechtungen von Handelsgeschichte, Mäzenatentum und Sammlungsgeschichte zu befragen.
Die Kunsthalle Bremen präsentiert mit der Ausstellung „Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit“ ab dem 5. August 2017 die Ergebnisse eines durch die
Kulturstiftung des Bundes gefördertes Forschungsprojekts.

Bild: Bernd Steiner, Plakat des Norddeutschen Lloyd, Schifffahrtsmuseum

Die Ausstellung soll eine kritische Schule des Sehens sein und einen Diskussionsraum eröffnen, in dem die Besucher Fragen nach dem Umgang mit dem Fremden vor dem Hintergrund der globalen Handelsgeschichte der Hansestadt Bremen und seinem kolonialem Erbe reflektieren können. Unter anderem mit Arbeiten von Fritz Behn, Paul Gauguin, Paula Modersohn-Becker
und Amrita Sher-Gil sowie von japanischen Holzschnittkünstlern und von unbekannten afrikanischen Künstlern. Weiterlesen »