KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Mi 4. April 2018

Nicole Zepter: Kunst hassen – eine enttäusche Liebe

Wenn man das kleine Buch von Nicole Zepter: Kunst hassen – eine enttäuschte Liebe zur Hand nimmt, hat man vielleicht genau so eine Erfahrung schon gemacht. Oder man oder frau ist neugierig, wie „Kunst heute“ funktioniert. Oder man hat Langeweile und das herrlich kleine Format passt gut zu einem Nachmittag mit Tee oder Kaffee in der Sonne.
Egal wie es zu der Begegnung Leser-Buch kommt, das Buch ist ehrlich, klug beobachtet, es wurden kluge Fragen an kluge Menschen gerichtet und am Ende ist man klüger, was die Frage des Kunstmarktes heute betrifft.
Und das ist viel, wenn man zu Grunde legt, das auch in diesem Buisness viel, sehr viel Geld verdient wird und Klarheit da oft nicht erwünscht ist.
Aber von Anfang an. Kunst heute zu hassen ist erstmal ein Statement, da Kunst in so viele Winkel des Lebens vorgedrungen ist. Nie war so viel Kunst wie heute, bzw. haben talentierte oder untalentierte Menschen kreativ-gestalterisch gearbeitet. Kreativ zu sein ist herrlich, heilsam und es kann Lebenszweck für viele Menschen sein. Aber das bedeutet nicht, dass sie alle Kunst oder auch noch gute Kunst machen. Da diese Form der Kunst so inflationär überall ist, auch in jedem Bankfoyer und jedem Friseurladen, spricht auch jeder Geschäftsstellenleiter und jeder Maestro über „Kunst“ die meist keine ist. (In der Musik würde auch niemand ein Konzert geben, wenn er oder sie das Instrument nicht beherrscht).
Und daher ist Kunst überall. Jeder kann darüber etwas meinen und das findet sich in den gesellschaftspolitischen Strömungen unserer Zeit wieder. Auch in den kleinsten Kommunen und Parlamenten wurde in den 90er Jahre über die Effektivität und Kostenreduktion gestritten und genau diese eingeführt. Eine der ersten Bereiche die Zusammengestrichen wurden war die Kultur, die Kunstankaufetats und die Kunstförderung. Auch weil die Kreativen, kreativ und verständnisvoll ihren Beitrag auch leisteten.

Cover des Buches Nicole Zepter: Kunst hassen – eine enttäuschte Liebe Weiterlesen »




Mi 7. März 2018

Kunsthalle Bremen holt Niederländern – Weite See und Blumenpracht

Die Kunsthalle Bremen ist ein bürgerschaftliches Engagement in Reinkultur. Immer wieder werden tolle Sammlung dorthin vererbt und so auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das muss man erstmal stemmen. Chapeau.
Das Frühjahr in der Kunsthalle Bremen steht ganz im Zeichen der niederländischen Kunst. Den Auftakt bildet die Ausstellung „Kühles Licht und weite See“ mit holländischen und flämischen Zeichnungen des 16. bis 18. Jahrhunderts aus eigenem Besitz. Nach der mehrjährigen, durch die Hermann Reemtsma Stiftung geförderten Restaurierung kann dieser weitgehend unbekannte Bestand von über 900 Werken nun erstmals in einer Auswahl präsentiert werden.

Neben weiten Landschaften, imposanten Windmühlen und brausenden Seestücken werden zauberhafte Figurenstudien, derbe Wirtshausszenen und detailreich erzählende Historien zu sehen sein. Die Bandbreite der gezeigten Künstler – von Jacob Jordaens und Anton van Dyck über Willem van de Velde und Jan van Goyen bis zu Jacob van Ruisdael und Künstlern aus dem Umkreis Rembrandts – bildet die beeindruckende Vielfalt der niederländischen Zeichenkunst ab. Zudem thematisiert die Ausstellung Aspekte der Restaurierungspraxis und Materialfragen, etwa nach dem beliebten blauen Papier, nach Feder, Pinsel, Tinte und Kreide. Außerdem werden verschiedene Gebrauchsmöglichkeiten von Zeichnungen vorgestellt: Neben quadrierten und durchgepausten Vorzeichnungen für Stiche werden Detailstudien für Gemälde ebenso zu sehen sein wie allererste Ideenskizzen und vollständig ausgeführte, für den Verkauf bestimmte Blätter. Ein besonderes Highlight werden Zeichnungen sein, die den Besuchern erstmals auch ihre spannenden Rückseiten offenbaren. Laufzeit der Ausstellung: 07.03. – 01.07.2018

Und dann kommen die Tulpen aus Amsterdam, eher aus Bremen
Mit der Ausstellung Tulpen, Tabak, Heringsfang – Niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters geht es ab dem 7.4.2018 weiter

Jahrzehntelang blieb die Privatsammlung im Verborgenen: Nun schenkte der Bremer Kaufmann Carl Schünemann seine sensationelle Sammlung niederländischer Gemälde der Kunsthalle Bremen. Es ist die bedeutendste Gruppe von Altmeistergemälden, die der Kunstverein in Bremen seit seiner Gründung vor fast 200 Jahren erhalten hat. Im Frühjahr 2018 werden die 32 Ölgemälde erstmals ausgestellt: Stillleben, Landschaften, Seestücke und Genrebilder geben einen umfassenden Einblick in die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts.

Die Werke spiegeln die holländische Lebenswelt des Goldenen Zeitalters. Landschaften mit Kühen und Windmühlen, Dünen, Schiffen und der aufgewühlten Nordsee illustrieren die Welt der Fischer und Bauern sowie die der feinen Kaufmannschaft. Reich geworden durch weltweiten Seehandel und ernährt vom regionalen Heringsfang, konnte man sich kostbare exotische Genüsse leisten. Davon zeugen die Blumenstillleben mit ihren damals äußerst seltenen Tulpen oder das Raucherstillleben mit Tabakpäckchen, aber auch das knisternde Seidenkleid einer jungen Frau, die dem Lautenspiel eines Verehrers lauscht.
Die Sammlung umfasst unter anderem Werke berühmter Maler wie Jan van Goyen, Salomon van Ruysdael, Aert van der Neer, Adriaen van Ostade und der Künstlerin Rachel Ruysch. Sie ergänzt die Sammlung niederländischer Malerei der Kunsthalle Bremen und schließt Lücken, insbesondere auf dem Gebiet der Blumenstillleben und der Genremalerei. Laufzeit in der Bremer Kunsthalle: 07.04. – 26.08.2018




Mi 7. März 2018

EINIGUNG: MAX BECKMANNS GEMÄLDE EISGANG BLEIBT IM STÄDEL MUSEUM

STÄDELSCHER MUSEUMS-VEREIN EINIGT SICH MIT DEN ERBEN DER IM NATIONALSOZIALISMUS ERMORDETEN ERSTEIGENTÜMER IN ANWENDUNG DER WASHINGTONER PRINZIPIEN UND DER GEMEINSAMEN ERKLÄRUNG ZUR NS-RAUBKUNST

Im Zuge seiner systematischen Provenienzforschung erhielt das Frankfurter Städel Museum von dritter Seite Hinweise auf die belastete Provenienz des Werkes Eisgang (1923) von Max Beckmann (1884–1950). Das im Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes gelistete Ölgemälde zeigt das charakteristische Mainpanorama Frankfurts mit Blick auf den Eisernen Steg und wurde 1994 vom Städelschen Museums-Verein erworben. Es stellte sich heraus, dass der erste Besitzer des Werkes Fritz Neuberger war, ein jüdischer Textilfabrikant aus Frankfurt, der das Gemälde direkt von Max Beckmann gekauft hatte. Neuberger und seine Frau Hedwig wurden von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und in Ostpolen ermordet. Was mit dem Bild im Einzelnen geschah, ist über weite Strecken nicht ermittelbar. Alles spricht dafür, dass Eisgang dem Ehepaar Neuberger verfolgungsbedingt abhandenkam. Nach langjährigen Forschungsarbeiten des Städel Museums und intensiven Gesprächen zwischen dem Vorstand des Städelschen Museums-Vereins und den Erben einigten sich beide Parteien nun auf eine einvernehmliche „Goodwill – Vereinbarung“ im Sinne der Washingtoner Prinzipien zur NS-Raubkunst, welche eine faire und gerechte Lösung des Falles darstellt und die den dauerhaften Verbleib des Gemäldes in Frankfurt ermöglicht. Zudem wird mit einer Tafel am Gemälde an das tragische Schicksal des Voreigentümers Fritz Neuberger und seiner Frau erinnert werden.

Großzügige finanzielle Unterstützung für die vereinbarte Einigung erhielt der Städelsche Museums-Verein von der Bundesrepublik Deutschland. Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte: „Das Gemälde Eisgang, das während der Frankfurter Jahre Beckmanns entstand, ist nicht nur ein zentrales Werk im Oeuvre dieses großen deutschen Expressionisten. Durch die Darstellung des Eisernen Stegs, eines Wahrzeichens der Stadt, ist dieses Bild für alle Menschen in der Main-Metropole und darüber hinaus ein wichtiges, beliebtes und identitätsstiftendes Zeugnis. Anliegen des Bundes ist es, durch die Förderung solcher Ankäufe zu fairen und gerechten Lösungen und Einigungen im Sinne der Washingtoner Prinzipien beizutragen. Dass der Eisgang nun endgültig seinen Platz im Städel Museum gefunden hat, ist ein Gewinn nicht nur für Frankfurt, sondern für die deutsche Museumslandschaft überhaupt.“

„Wir freuen uns sehr, dass wir eine einvernehmliche und faire Lösung erzielen konnten, die Beckmanns Eisgang für die Sammlung des Städel Museums erhält und das Bild damit weiterhin am Ort seiner Entstehung der Öffentlichkeit zugänglich macht. Mit der nun gefundenen Einigung wollen wir als Städel Museum und Städelscher Museums-Verein abermals ein deutliches Zeichen setzen, dass auch wir als nichtöffentliche Institutionen die Prinzipien der Washingtoner Erklärung anerkennen und uns der Verantwortung gegenüber historischem Unrecht stellen“, kommentiert Städel Direktor Philipp Demandt.

„Max Beckmanns Eisgang ist eines jener Gemälde, die beim Frankfurter Publikum besonders beliebt sind und die Identität der Städelschen Sammlung maßgeblich prägen. Umso glücklicher bin ich, dass es uns gelungen ist, den Verbleib des Gemäldes in Frankfurt zu erreichen, dessen Erwerb schon 1994 nur durch den Städelschen Museums-Verein ermöglicht werden konnte“, so Sylvia von Metzler, die Vorsitzende des Städelschen Museums-Vereins.




Sa 24. Februar 2018

„Brücke“ – Expressionistische Arbeiten auf Papier im Saarlandmuseum

Die Moderne Galerie des Saarlandmuseums eröffnet das Ausstellungsjahr 2018 mit einer Präsentation von grafischen Arbeiten der Künstlergruppe „Brücke“ aus der eigenen Sammlung.
Eine Auswahl an hochrangigen und facettenreichen Grafiken bietet eine tour d’horizon durch den Motiv-und Lebenskosmos der Künstler des deutschen Expressionismus.
Die Ausstellung zeigt 68 Zeichnungen, Aquarelle, Radierungen, Lithografien und Holzschnitte der vier „Stammmitglieder“ Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Max
Pechstein. Zusätzlich werden 15 japanische Holzschnitte aus dem 18. und frühen 19. Jh., Leihgaben des Fachbereichs Kunstgeschichte der Universität Trier, präsentiert. Sie galten für die Künstler der „Brücke“ als große Inspirationsquelle: Neue Bildkompositionen wie steile Aufsichten, fehlende Räumlichkeit, hochgezogene Horizontlinien sowie Druckverfahren über ungewohnte Bildformate spiegeln sich in den Werken der „Brücke“ wieder.
Mit der Ausstellung „Brücke“ –Expressionistische Arbeiten auf Papier wird nicht nur das diesjährige Ausstellungsprogramm eröffnet, sondern auch das Jubiläumsjahr der Modernen
Galerie eingeleitet, die 2018 ihr 50-jähriges Bestehen feiert.

„Brücke“ – Expressionistische Arbeiten auf Papier 3. März bis 21. Mai 2018
Saarlandmuseum, Moderne Galerie




Sa 24. Februar 2018

Power to the People. Politische Kunst jetzt

Vom 21. März bis 27. Mai 2018 präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine große Ausstellung zur politischen Kunst der Gegenwart. Anhand unterschiedlichster Medien wie Installation, Fotografie, Zeichnung, Malerei und Film unternimmt „Power to the People. Politische Kunst jetzt“ eine Bestandsaufnahme zeitgenössischer Positionen, die sich als Seismografen des politischen Handelns lesen lassen.

Die Zeit erlebt die Gesellschaft den Weg der Kunst zurück ins Politische – ein Repolitisierung ist spürbar. Bilder von Demonstrationen in den Medien – wehende Fahnen, Banner und Transparente auf den Straßen und Plätzen wie etwa beim Women’s March, den Anti-Brexit-Kampagnen oder den Occupy-Aktionen prägen die öffentliche Wahrnehmung der letzten Jahre. Es sind neue Protestwellen, die ganz unterschiedliche Kontexte, Länder und politische Systeme betreffen. Das bewegt auch die Künstlerinnen und Künstler. Sie schaffen Werke, die sie als Instrumente der Kritik verstehen und die ausdrücklich politisch motiviert sind.

Die Demokratie scheint in der Krise, die Ära der Post-Democracy bereits angebrochen. Die Symptome dafür sind vielfältig: populistische Führer, Fake News, Rückfall in autokratische Strukturen, totalitäre Propaganda, Neoliberalismus. Dennoch erlebt die Gesellschaft seit einiger Zeit den Weg der Kunst zurück ins Politische – ein Repolitisierung ist spürbar. Bilder von Demonstrationen in den Medien – wehende Fahnen, Banner und Transparente auf den Straßen und Plätzen wie etwa beim Women’s March, den Anti-Brexit-Kampagnen oder den Occupy-Aktionen prägen die öffentliche Wahrnehmung der letzten Jahre. Es sind neue Protestwellen, die ganz unterschiedliche Kontexte, Länder und politische Systeme betreffen. Das bewegt auch die Künstlerinnen und Künstler. Sie schaffen Werke, die sie als Instrumente der Kritik verstehen und die ausdrücklich politisch motiviert sind. Der Fokus der Ausstellung „Power to the People“ liegt auf grundsätzlichen Fragen und Auseinandersetzungen mit Phänomenen und Möglichkeiten politischer Teilhabe. Dabei werden Haltungen infrage gestellt, Formen des Protests abgebildet, und neue Stufen der Entdemokratisierung ins Visier genommen. Auf diese Weise werden jenseits konkreter Anliegen auch die Mechanismen und die Logik politischer Beteiligung zum Thema. Indem die Ausstellung künstlerische Positionen aus unterschiedlichen Ländern, von Deutschland über England oder Belgien bis zu den USA, der Türkei, Israel oder Libyen vereint, regt sie zur Reflexion darüber an, wie politische Beteiligung aussehen kann und welche Konsequenzen sie jeweils nach sich zieht.

Die Schirn vereint 43 Werke von Halil Altindere, Phyllida Barlow, Guillaume Bijl, Julius von Bismarck, Andrea Bowers, Osman Bozkurt, Tobias Donat, Sam Durant, Omer Fast, Mark Flood, Forensic Architecture, Dani Gal, Katie Holten, Adelita Husni-Bey, Hiwa K, Edgar Leciejewski, Jonathan Monk, Ahmet ÖÄüt, Ricarda Roggan, Marinella Senatore, Rirkrit Tiravanija, Nasan Tur und Jens Ullrich.

POWER TO THE PEOPLE
POLITISCHE KUNST JETZT

21. MÄRZ – 27. MAI 2018




Sa 24. Februar 2018

Alf Bachmann – Alf Lechner. Himmel Wasser Stahl

Als Alf Lechner (1925 – 2017) vor einem Jahr im Alter von 91 Jahren in Obereichstätt verstarb, war ihm sein Platz unter den großen Stahlplastikern wie etwa Richard Serra und Eduardo Chillida längst sicher. Mit seinen monumentalen Stahlstehlen, mit mathematisch exakt geteilten Kuben und ineinander verkeilten Würfelskeletten, aber vor allem mit tonnenschweren, scheinbar schwebenden Stahlplatten zählt er seit den 1970er/80er Jahren zu den bedeutenden Erneuerern der Plastik des 20. Jahrhunderts.

Am Sonntag, den 25. Februar kann man im Lechner Museum in Ingolstadt mit der Eröffnung der neuen Ausstellung HIMMEL WASSER STAHL anlässlich des ersten Todestages Alf Lechners das malerische Frühwerk des Künstlers und seines Lehrers Alf Bachmann (1863 -1956) entdecken. Nahezu alle der rund 55 Ölgemälde und Pastelle der beiden Künstler sind zum ersten Mal öffentlich zu sehen. Knapp dreißig Werke Bachmanns kommen aus dem Nachlass des Künstlers als Leihgaben aus dem Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum, Schloss Gottorf. Alf Bachmann – Alf Lechner. Himmel Wasser Stahl (25. Februar – 09. September 2018) im Lechner Museum

Die offizielle Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, den 25. Februar 2018 statt.




Sa 24. Februar 2018

C/O Berlin präsentiert Irving Penn (1917–2009)

Irving Penn (1917–2009) gilt als der einflussreichste Fotograf des 20. Jahrhunderts. In seiner Schaffenszeit von rund siebzig Jahren hat er einen höchst vielseitigen und unverwechselbaren Bildkosmos geschaffen. Als einzigartiger Meister der verschiedenen Gattungen gelang es ihm, zeitgenössische Fotografie und Kunst miteinander zu verweben. Ob Menschen oder unbelebte Dinge – Irving Penn wusste sie alle mit einem ganz anderen Blick neu zu sehen und zu etwas Besonderem zu machen. Seine innovativen Fotografien leben von Klarheit, Eleganz, Perfektion und makelloser Schönheit. Mit seiner einmaligen Handschrift und streng reduzierten Ästhetik ist er bis heute stilprägend und hat unzählige Nachfolger inspiriert. Anlässlich seines 100. Geburtstages feiert C/O Berlin Irving Penn mit einer großen Retrospektive. Die Ausstellung mit rund 240 Exponaten wurde vom Metropolitan Museum of Art in Zusammenarbeit mit der Irving Penn Foundation kuratiert. Die zugesagte Schenkung von mehr als 180 Arbeiten der Irving Penn Foundation an das Metropolitan Museum of Art bildet den Kern der Ausstellung, darunter auch die weltbekannten Studien von Lisa Fonssagrives-Penn, das gefragteste Fotomodell jener Zeit, Ehefrau und Muse von Irving Penn.

Pablo Picasso, Marlene Dietrich und Alfred Hitchcock, Porträts von Ureinwohnern Neuguineas, abstrakte weibliche Akte, exquisite Stillleben, glamouröse Modeaufnahmen für die Vogue. Ausstellung im C/O Berlin vom 24.03. bis zum 01.07.2018, Irving Penn Centennial – Der Jahrhundertfotograf

Die Ausstellung wird von einer umfassenden Monografie, erschienen im Schirmer/Mosel Verlag, München, begleitet.




Mi 21. Februar 2018

Berlinische Galerie zeigt „Eduardo Paolozzi. Lots of Pictures – Lots of Fun“

Die Ausstellung „Eduardo Paolozzi. Lots of Pictures – Lots of Fun“ (09.02. – 28.05.2018) hält was der Titel verspricht. Lot of Fun. Der in Edinburgh geborene Bildhauer und Grafiker Eduardo Paolozzi (1924‒2005) ist einer der innovativsten und respektlosesten Künstler der britischen Nachkriegsmoderne. Er war Mitbegründer der einflussreichen Londoner „Independent Group“, einer Vereinigung britischer Künstler*innen unterschiedlicher Sparten, die sich nach dem Krieg zusammenfanden und mit den Konventionen ästhetischer und akademischer Praxis brachen. 1974 bis 1975 verbrachte Paolozzi auf Einladung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ein produktives Jahr in West-Berlin.

Die Ausstellung basiert auf der Eduardo Paolozzi-Retrospektive der Whitechapel Gallery in London 2017, die das Gesamtwerk des Künstlers zeigte. Die Berlinische Galerie konzentriert
sich im Gegensatz zur Londoner Schau auf sein eigenwilliges, experimentelles Werk der 1940er bis 1970er Jahre, mit dem der Künstler große internationale Aufmerksamkeit auf sich zog. Die
Ausstellung versammelt seine wichtigsten Arbeiten aus internationalen privaten und öffentlichen Sammlungen, ergänzt durch eine Vielzahl an Werken aus dem Bestand der Berlinischen Galerie.
Das erste Ausstellungskapitel konzentriert sich auf Paolozzis Frühwerk. Seine Zeichnungen und Skulpturen der frühen 1950er Jahre sind durch den Surrealismus beeinflusst. Paolozzis
Begeisterung gilt der Kunst von Pablo Picasso oder Alberto Giacometti. Zugleich interessierte er sich früh für die Populärkultur und verarbeitete amerikanische Magazine und Comics zu ersten
Pop-Collagen.

BERLINISCHE GALERIE
LANDESMUSEUM FÜR MODERNE
KUNST, FOTOGRAFIE UND ARCHITEKTUR
STIFTUNG ÖFFENTLICHEN RECHTS
ALTE JAKOBSTRASSE 124-128
10969 BERLIN
POSTFACH 610355 – 10926 BERLIN
FON +49 (0) 30 –789 02–600
FAX +49 (0) 30 –789 02–700
BG@BERLINISCHEGALERIE.DE




Mi 21. Februar 2018

Kunsthalle Hamburg präsentiert Thomas Gainsborough. Die moderne Landschaft

Thomas Gainsborough. Die moderne Landschaft heißt die Ausstellung, die ab dem 2. März in der Kunsthalle Hamburg zu sehen sein wird. Alleine für das aus London kommende Bild „Mrs. und Mr. Andrews“ lohnt sich das kommen. Wie herrlich blasiert, abgehoben und im klassischen Kanon der Zeit aber im Freien angesiedelt.
Der Aufbau präsentiert Gainsboroughs Werk als Landschaftsmaler in drei Themenkapiteln:
Unter dem Thema Der Zugriff auf die Realität vergleicht die Ausstellung frühe Werke Gainsboroughs wie Holywells Park mit Landschaften niederländischer Künstler aus der Sammlung der Hamburger Kunsthalle. Hier wird deutlich, wie der Künstler Prinzipien der Komposition, der Perspektive, der atmosphärischen Darstellung adaptierte und die Bedeutung der Landschaft als
Stimmmungsträger zu einem wichtigen Aspekt seiner Gemälde entwickelte.
Das Kapitel Die soziale Landschaft zeigt, wie Gainsboroughs Landschaftskunst die großen sozialen Umbrüche der Zeit spiegelte und ihnen Ausdruck verlieh. Die Ausstellung veranschaulicht
unter dem Thema Der kreative Prozess, wie auch die englische Malerei von diesem Ideal der Innovation angetrieben wird.

Die Landschaftsmalerei nutzte Gainsborough in dieser Situation als ein Laboratorium, in dem er seine Eindrücke zu Innovationen verarbeitete: Er experimentierte mit Farben und unterschiedlichsten Techniken, malte Bilder auf Glas und kombinierte Naturmaterialien zu Landschaftsmodellen. Gainsborough etablierte England so als Zentrum der europäischen Landschaftsmalerei – und schuf dabei gleichzeitig Bilder von zeitloser Kraft und malerischer Raffinesse. Erstmals in Deutschland widmet die Kunsthalle dem englischen Künstler eine große Ausstellung. Mit rund 80 Werken – darunter englische Ikonen wie ›Mr. and Mrs. Andrews‹ – verspricht sie eine große Entdeckung dieses herausragenden Malers für das deutsche Publikum.

Die Ausstellung knüpft an eine lange Tradition der Hamburger Kunsthalle an, die seit dem legendären Zyklus Kunst um 1800 des ehemaligen Direktors Werner Hofmann immer wieder die Zeit des Umbruchs
um 1800 als Beginn der Moderne in den Fokus rückt.

Thomas Gainsborough
Die moderne Landschaft
2. März bis 27. Mai 2018




Di 13. Februar 2018

Marta Herford zeigt „Ausbruch aus der Fläche – Das Origami-Prinzip in der Kunst“

Die Welt steckt voller komplexer Faltungen, Biegungen und Knautschungen. Während Falttechniken bereits eine lange Kulturgeschichte besitzen, entdecken Wissenschaft und Technik diese gerade neu. In Raumexperimenten, als Spiel mit den Sinnen oder mit künstlerischen Versuchsanordnungen entfaltet diese Ausstellung einen sehenswerten Kosmos zeitgenössischer Reflexionen zum dynamischen Verhältnis von Fläche, Raum und Materialität. Die dreidimensionalen Objekte, ob gefaltet, gekrümmt, gewölbt, gezeichnet oder auf der Leinwand, erobern spielerisch die Gehry-Galerien. Es entstehen filigrane Werke, Raumbesetzungen oder Denkräume zwischen sinnlicher Erfahrbarkeit und überraschenden Perspektiven, zwischen aufbäumender Haltung und kollabierender Form.

Laufzeit der Ausstellung im Marta: 24. Februar – 3. Juni 2018

Künstler*innen Liste:

Mona Ardeleanu, Rana Begum, Julia Bünnagel, Philippe Decrauzat, Iyo Hasegawa, Jürgen Heckmanns, Hans Hemmert, Vanessa Henn, Erika Hock, Meuser, Sarah Morris, Navid Nuur, Michail Pirgelis, Royden Rabinowitch, Thomas & Renée Rapedius, Alke Reeh, Michael Sailstorfer, Albrecht Schäfer, Gabi Schillig, Owen Schuh, Shirana Shahbazi, Carsten Sievers, Kaari Upson, Franz Erhard Walther, Sinta Werner, Claudia Wieser