KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Di 29. Juli 2014

Landesmuseum Münster vor der Eröffnung – Bockhorster Kreuz hängt

Nach fünfjähriger Bauzeit wird das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster am 20. September mit dem Neubau von Staab Architekten Berlin eröffnet und damit wieder für alle Menschen zugänglich sein. In einer Serie stellt das Museum besondere Kunstwerke aus den 51 Ausstellungsräumen vor, lässt Menschen zu Wort kommen, die am Bau beteiligt waren und verrät Fakten aus dem Inneren des Hauses.

Der Raum erinnert an eine Kathedrale: hohe Wände, viel Hall beim Sprechen, am Boden ist es dämmerig, ganz oben dringt gedimmtes Licht durch ein Fenster. Der Christus aber, überlebensgroß am Bockhorster Triumphkreuz, ist hell angestrahlt. Das Kreuz hängt in zwei Metern Höhe mitten im Raum und zieht den Blick des Betrachters direkt beim Eintreten in seinen Bann. So eindrucksvoll beginnt der Rundgang durch die neue Dauerausstellung des LWL-Museums für Kunst und Kultur, das in sieben Wochen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

BockhorsterKreuz

Bildquelle: Das Bockhorster Triumphkreuz hängt im ersten Raum der Dauerausstellung des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster. Foto: LWL/Deiters-Keul

Das Kreuz aus Eichenholz schwebt fast schwerelos im Raum. Das monumentale Kruzifix stammt aus dem 12. Jahrhundert und gilt als Hauptwerk der romanischen Bildhauerkunst in Westfalen. Im Unterschied zum heutigen Erscheinungsbild war die Figur ursprünglich in verschiedenen Farben bemalt und wirkte so noch lebensnäher. Im Museum steht sie in einem von der Decke herabhängenden Stahlgerüst. Um das Exponat nicht zu beschädigen, fußt es scheinbar unbefestigt auf der Trägerkonstruktion. Nur an sechs Stellen wird es mit Klammern fixiert. Diese Form der Sicherung war die einzig mögliche, da das 800 Jahre alte Kunstwerk nicht genagelt, verschraubt oder geleimt werden durfte. Durch diese sehr dezente Befestigung verschwindet die Metallkonstruktion hinter dem Kreuz und lässt die Wirkung des Exponats voll zutage treten. Die Art der Präsentation ist angelehnt an die ursprüngliche Hängung in einem Gotteshaus, in denen Kreuze dieser Art an der Grenze zwischen Kirchenschiff und Chor hingen.

Um die genaue Höhe für die Aufhängung festzulegen, haben die Museumskuratoren mit einer dreieinhalb Meter großen Papp-Attrappe des Kreuzes eine Probehängung durchgeführt. Die originalgroße Kopie wurde von einem Haken an der Decke herabgelassen, um die Wirkung des Kreuzes in verschiedenen Höhen nicht nur im nachgebauten Modell, sondern direkt am Ausstellungsort nachvollziehen zu können. Schon bei dieser Probehängung wurde klar, dass der Raum allein mit dem Kreuz gut ausgefüllt ist. Das Museum hat deshalb auf weitere Ausstellungsstücke an diesem Ort verzichtet – so kann sich die Wirkung des beeindruckenden Triumphkreuzes voll entfalten.

 

Sommerausstellung 2014 Naturgewalten quer




Mo 28. Juli 2014

Kestnergesellschaft zeigt Wall, Gursky, Rauch

Man könnte sie die Glorreichen Drei nennen, wenn das nicht irgendwie schon besetzt wäre und das Sprengelmuseum auch in Hannover auch gerne drei Künstler in einer Ausstellung gemeinsam präsentiert. z.B. 2009 Macke, Marc, Delauney

Die Ausstellung andreas gursky | neo rauch | jeff wall
läuft in Hannover noch bis zum 26. oktober 2014

Wenn man drei der bedeutendsten Künstler der Gegenwart die nicht ganz zu einer Generation gehören in einer Ausstelllung zusammenbringt, muß schon etwas tiefgreifendes die Herren verbinden. Als Querverbindungen wurden von den Ausstellungsmachern, die vorhandenen Ansätze an der Tradition des figurativen Bildes anknüpfen und diese in der eigenen künstlerischen Art weiter zu entwickeln und zu aktualisieren.

Plakat der Ausstellung

Alle drei verknüpfte Mittel, Kategorien und Konventionen der Malerei und führen sie in anderen Medien fort. Zum Beispiel in Zeichnungen und Skulpturen wie bei Rauch oder in großformatigen Fotografien bei Gursky und Wall.

In der Ausstellung zum visuellen Experiment angeordnet, entwickeln diese eigenständigen Werke das Potential zu unerwarteten Entdeckungen, Kontrasten und Verweisen. Dabei eröffnet sich ein weites Spektrum bildlicher Darstellungsmöglichkeiten: Sie reichen vom dokumentarischen Abbild, der kinematografischen Inszenierung, über die fantastische Kombination und irreale Konstruktion bis hin zur formalen Abstraktion.

Ein interessantes Entdeckungsfeld.




Mo 28. Juli 2014

Deichtorhallen zeigt das Beste – VisualLeader

Wenn es um das Beste aus Zeitungen, Zeitschriften und dem Netz geht und eine Ausstellung davon in Hamburg eröffnet wird, ist natürlich das Who is who der Printmedien dabei. Die haben ja auch Heimspiel, das sie fast alle in Hamburg sitzen.
Das schöne ist für den fotografischen Kunstfreund und die Kunstfreundin, dass auch wirklich was gutes dabei sist.
Die just eröffnete Fotografieausstellung Visualleader 2014
Läuft noch bis zum 5. OKTOBER 2014 im Haus der Photografie in den Deichtorhallen DTH

Der Titel »VisualLeader« meint, dass innovative, beispielgebende Fotos, Magazinbeiträge, Websites und Werbekampagnen zusammengetragen wurden. Das Beste, was in den letzten 12 Monaten in deutschen Zeitschriften, Zeitungen und Online-Medien publiziert wurde.

Gezeigt werden Editorial-Fotografie, Grafikdesign und visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt auf Publizistik und Mediengestaltung, die besten Ideen und Kampagnen und neue, innovative Leistungen im Web.

mit 30.000 Besuchern ist die Ausstellung eine der Publikumsstärksten. Daher ist es auch folgerichtig, die Besucher nach ihrem Liebling zu Fragen. Auch in diesem Jahr wird deshalb wieder ein Publikumspreis vergeben.

Bis 5. Oktober 2014 in Hamburg, Deichtorhallen

headwig




Fr 25. Juli 2014

Fotografieausstellung Walker Evans im Martin-Gropius-Bau

Die Ausstellung Walker Evans (1903 – 1975) ein Lebenswerk im Berliner Martin Gropius Bau zeigt mit weit über 200 Originalabzügen aus den Jahren 1928 bis 1974 sowohl die Ikonen seines Werkschaffens als auch bisher selten veröffentlichte Fotografien. Evans gab der Wirtschaftskrise Gesicht und dem Westen seinen bizzaren Charme.

Der Betrachter folgt Evans’ Biographie ebenso wie dem sich wandelnden Zeitbild Amerikas, von der großen Wirtschaftskrise bis hin zu sich stabilisierenden Zeiten und geschäftigem Alltagsgeschehen: Frühe Eindrücke der 1920er-Jahre aus seiner Wohngegend in New York, Bildnisse seiner Freunde und Mitstreiter, die Rückschlüsse auf sein verzweigtes kulturelles Umfeld zulassen, Architekturen des 19. Jahrhunderts, die sich der gewachsenen Lebenskultur zuwenden, Bildreihen aus Tahiti und Kuba, afrikanische Skulpturen und Masken, entstanden im Auftrag des New Yorker Museum of Modern Art, zahlreiche Fotografien, aufgenommen in den 1930ern im ländlichen Süden der USA, die im Kontrast zum Lebensstil der Großstädter und Passanten etwa New Yorks stehen. Viele der Arbeiten stammen aus der Privatsammlung von Clark und Joan Worswick, sie werden begleitet von einigen Werkgruppen deutscher Sammlungsprovenienz.

Die Ausstellung zeigt einige der Ikonen der Fotografiegeschichte: Portraits von Farmerfamilien, verlassene Häuser, leerstehende Fabrikgebäude. Evans wird 1935 von der amerikanischen Farm Security Administration (FSA) beauftragt, das Leben der Landarbeiter zu dokumentieren, die von der Großen Depression betroffen waren. Entstanden sind Fotografien, die Not und Anmut gleichermaßen zeigen und Evans berühmt gemacht haben.

Neben Straßenansichten, amerikanischen Denkmälern, Schaufensterauslagen fern des ,Big Business’, sind Beispiele seiner wichtigen Subway-Fotografien zu sehen, aufgenommen mit verdeckter Kamera. Des Weiteren erzählen Interieurs mit ihren bescheidenen Arrangements über das Leben ihrer Bewohner, Bilder, die unwillkürlich an Evans’ Bemerkung „I do like to suggest people by absence“ erinnern. Aus Evans Vorliebe für Typographie, Werbung und Massenprodukte erwachsen magische-fesselnde Aufnahmen, die als eine Vorschau auf die sich bald entwickelnde Pop Art und ihre Assemblagen gesehen werden können.

Im letzten fotografischen Kapitel sind farbige Polaroids verdichteter Teilansichten, seien es Fahrbahnmarkierungen oder Hausbeschilderungen, konkret wie abstrakt zusehen. Sie waren richtungsweisend für eine Art von Farbfotografie, wie sie Evans bereits während seiner Tätigkeit für Fortune angewandt hat und die er zeitweilig kritisch sah. Die neue Form des Umgangs mit Farbe findet Fortsetzung in vielen Werken der nachfolgenden Generation; für sie wirkten Walker Evans’ Fotografien wie ein Befreiungsschlag.
Die Ausstellung läuft im Martin-Gropius Bau vom 25. Juli bis 9. November 2014

eventfotografie duesseldorf




Fr 25. Juli 2014

KGB Kunstwoche in während der Berliner Art Week

In Berlin findet während der Berliner Art Week eine Kunstwoche der Kommunalen Galerie Berlin statt.

Die Kommunalen Galerien in Berlin präsentieren zur Berlin Art Week vom 12. bis 21. September 2014 gemeinsam die KGB Kunstwoche mit Ausstellungen, Rundgängen, Vorträgen, Workshops und Konzerten von rund 150 Künstlerinnen und Künstlern in allen Berliner Stadtteilen. Weiterlesen »




So 20. Juli 2014

Kunstverein Duisburg zeigt neue Ausstellung

Der Kunstverein Duisburg eröffnet am 1. August 2014 um 19 Uhr im 1. OG. in den eigenen Räumen die neue Ausstellung ZwischenSein.
14 Künstlerinnen aus NRW präsentieren ihre Arbeiten zum Thema ZwischenSein, aus der Projektarbeit mit Prof. Qi Yang.
Die Künstlerinnen werden größtenteils anwesend sein.
Irmtraud Büttner, Gabriele Füting-Huyeng, Dorothee Impelmann,Annette Kaschner, Gudrun Kleffe, Karin Mahl, Petra Pauen, Renate Siefer, Marianne Stickelbruck, Monika Stolarczyk-Salehian, Monika Vos, Barbara Wylon, Ulrike Wamprecht, Justyna Weitz.

Zur Ausstellung wird eine Broschüre zum Preis von 5 Euro angeboten.Weitere Informationen.




Sa 19. Juli 2014

Revierkunst schreibt Minimesse aus

Revierkunst schreibt für Künstlerinnen und Künstler eine Minimesse in Bochum aus. Wer sich beteiligen möchte, hier ein paar fakten:

Am Wochenende vom 8. bis 9. November 2014 präsentiert die 3. Revierkunst ausgewählte und herausragende Künstler aus dem Ruhrgebiet.

Die Revierkunst findet in der Rotunde, dem historischen Katholikentagsbahnhof im Herzen von Bochum statt.
Im spannenden und stimmungsvollen Ambiente der Rotunde treffen Künstler, Sammler, Galeristen und kunstinteressiertes Publikum aufeinander.

Die Revierkunst versteht sich als Plattform für Künstler die im Ruhrgebiet leben oder arbeiten. Die Künstler vermarkten sich mit unserer Unterstützung auf der Ausstellung selbst. Die Revierkunst hat zum Ziel, viele Kunstszenen aus dem Ruhrgebiet unter einem Dach zu vereinen – sich kennenzulernen und ein breites Publikum zu erreichen.

Die Revierkunst nimmt fünf Gastkünstler auf. Durch dieses Konzept soll eine zusätzliche Vernetzung für die Künstler entstehen.

Alle Aussteller bewerben sich um den Revierkunstpreis, der als Publikumspreis konzipiert ist. Die Bewerbungsphase läuft bis 30. September 2014.
Die ausgewählten Künstler werden auf unserer Homepage bekanntgegeben und präsentiert.

Bildquelle: Logo der Veranstaltung
Die Revierkunst wird von der Stadt Bochum und den Stadtwerken Bochum unterstützt. Der Revierkunstpreis ist mit 1000 Euro dotiert und wird von den Stadtwerken Bochum gesponsert.

Die Bewerbungsmodalitäten können Sie der Homepage unter www.revierkunst.com entnehmen.

 




Sa 19. Juli 2014

Digital Art History – Züricher Erklärung zur digitalen Kunstgeschichte

Das sich Wissenschaften wie Geschichte und Kunstgeschichte auch mit den Aufgaben der neuen Zeit, der Archivierung und auch der Veränderung der Bildhoheit beschäftigen und nicht nur mit “klassischen Kunst – und Geschichtsfeldern” , ist unendlich wichtig für einen Wissenschaftsbegriff und ein Wissenschaftsethos, dass sich im christlichen Abendland entwickelt hat und heute in der globalisierten Medienwelt jenseits aller weltanschaulichen Grenzen niederschläg.  Wer macht was mit Bildern, Grenzen verschwimmen, in denen Weltanschauung und Machtfragen durch Religion verbrämt wird und der Kampf um die Köpfe durch Bilder geführt wird. Selbst Unterdrücker und Unterdrückte brauchen Bilder, werden Ikonen der Bildwelt manipuliert und eingesetzt.

Da kommt ein kluges und zeitgenössisches Statement, dass verbindende Grundlage werden soll gerade recht.  Zitat:

Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) hat gemeinsam mit dem Kunsthistorischen Institut der Universität Zürich und dem Institut gta der ETH Zürich eine internationale Tagung zum Thema „Digitale Kunstgeschichte: Herausforderungen und Perspektiven“ einberufen. Das Arbeitstreffen vom 26. und 27. Juni 2014 bezweckte, in acht Workshops fachspezifische Positionen und Forderungen zu drängenden Fragestellungen im Zeichen des digitalen Wandels zu erarbeiten. …”

Danke an den Kollegen Christian Gries der unermüdlich diese Themen aufgreift.

 




Sa 19. Juli 2014

Programm der Berlin Summer University of the Arts 2014

Auch in diesem Jahr bietet die Berliner UdK wieder die Berlin Summer University of the Arts an. Das hochkarätig besetzte Programm bietet in den Sommermonaten internationale Weiterbildungsseminare und Workshops für Designer und Künstler an.

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Das Kursprogramm, dass hier nur in Auszügen vorgestellt wird, erstreckt sich von künstlerisch-fachlichen Kursen bis hin zu Überfachlichem in den Bereichen Start Up, Arts Management, Creative Leadership, Fundraising, Career Planning, Self Marketing etc.

Ein Auszug:

“Starting and Leading your own Creative Business” (4.-8.8.2014)

Hier ein Video dazu:

Starting and Leading your own Successful Creative Business from Berlin Summer University on Vimeo.

“How to Design Matters of Concern” (25.-29.8.2014)

Und weil Bewegtbild einfach schön ist hier noch ein Video:

How to Design Matters of Concern from Berlin Summer University on Vimeo.

Weitere Infos unter:
Summer University of the Arts / International Summer School of Creative Entrepreneurship
Einsteinufer 43
Postfach 12 05 44 10595 Berlin
Tel. 030-31852087
Fax. 030-31852690
Web: www.udk-berlin.de/summer-courses
Facebook: http://www.facebook.com/UDKsummercourses




Sa 19. Juli 2014

Sommerinterview Galeriegeschäft heute

Die Lage des Kunsthandels muß rosig sein, irrwitzige Auktionserfolge, Kunst als Must Have der Life-Style Schickeria, Besucherrekorde auf den Kunstmessen und Berlin als die Kunstmetropole der Welt. Galeristin ein Traumberuf?

Hoffmann: Ja die Tätigkeit als Galeristin mit eigenen Räumen und eigener Verantwortung für die Kunst für die man selber brennt und für die Künstlerinnen und Künstler sich einzusetzen, an die man glaubt, die etwas zu sagen haben sich zu engagieren ist ein Traum. Aber es ist auch ein Geschäft, ohne Verkäufe keine Mittel zum Fördern, entdecken und Weiterentwicklen. Weiterlesen »