KUNSTFREUNDE das Blog über Kunst, Künstler und Ausstellungen

Do 11. August 2016

SEIN ANLITZ KÖRPER- TIERE SEHEN DICH AN Rusche Zionskirche Berlin

Die Berliner Zionskirche am Weinberg, die Berliner Kirche an der auch der evangelische, von den Nazis ermordete Märtyrer Dietrich Bonhoeffer wirkte, war als Ort christlichen Widerstands in DDR-Zeiten immer auch der Verteidigung der Ökologie und so der Schöpfung verpflichtet. So war der ‚Friedens- und Umweltkreis der Zionsgemeinde‘ wesentlicher Teil der Ökologie-Bewegung der DDR: Dort fand vor 30 Jahren die ‚Umweltbibliothek‘ ihren Platz, deren Wirken in diesem Jahr in der Zionskirche gewürdigt werden wird.

zionskirche_Einladung Bildquelle: Einladung zur Ausstellung

Daher ist eine Kunstausstellung mit dem Titel SEIN ANLITZ KÖRPER – TIERE SEHEN DICH AN hier sehr gut aufgehoben. Und dann noch eine besondere “Auskoppelung” aus der bekannten Kunstsammlung SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin ist bis zum 28. August 2016 dort zu sehen.

Es handelt sich um eine Dialogausstellung von Alten Niederländischen Meistern und zeitgenössischer Kunst die sich mit dem Motiv Tier im weitesten Sinne auseinandersetzt.
Tierbilder, die Idee der Schöpfung, die Frage nach der Seele in der Kreatur, alles das hat die christliche Religion beschäftigt. Und auch die Künstler, die die Fragen nach Leben und Tod hier sehr spezielle und zeitaktuell aufnehmen.

Künstlerliste: Birgit Brenner | BEZA | Martin Eder | Tom Ellis | Jana Gunstheimer | Katrin Heichel | Julius Hofmann | Kai Klahre | Karin Kneffel | Carina Linge | Justine Otto | Neo Rauch | Cornelia Schleime | Lothar Schliemann | Rigo Schmidt | Vroni Schwegler | Robert Seidel | Michael Triegel | Pieter Cornelisz Verbeeck | Miriam Vlaming | Carl Emmanuel Wolff | Peter Riek

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Mi 3. August 2016

Archiv der Skulptur Projekte Münster erhält Forschungsstelle

Ein Meilenstein für das Archiv der Skulptur Projekte erhält eine dreijährige Förderung der Volkswagenstiftung. Die VolkswagenStiftung unterstützt das Projekt innerhalb der Förderinitiative “Forschung in Museen”.

Caravan en Miniatur Skulptura07 Bildquelle: Skulpturenprojekt Münster 2007

Für drei Jahre fördert die VolkswagenStiftung einen Archivar sowie eine wissenschaftliche Kraft am LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster und eine Doktorandenstelle am Institut für Kunstgeschichte der WWU. Forschungsgegenstand ist das gesamte Archiv, das nicht nur mit Blick auf die Vergangenheit, sondern aufgrund des fortlaufenden Ausstellungsformats auch mit Blick auf die Zukunft erschlossen und reflektiert wird.

Die Förderung der VolkswagenStiftung ermöglicht eine enge Zusammenarbeit des LWL-Museums und des Instituts für Kunstgeschichte der WWU Münster. “Die Forschungsförderung schafft ideale Rahmenbedingungen für eine produktive Vernetzung zwischen der Museumspraxis und neuen Diskursfeldern der Kunstwissenschaft”, sagt Prof. Ursula Frohne, die Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Moderne an der WWU Münster lehrt. “Mit Erschließung des Archivs wird die Entwicklung einer wegweisenden kuratorischen Konzeption nachvollziehbar und für die Debatte um Kunst und Öffentlichkeit von den 1970er Jahren bis in die Gegenwart in einer exemplarischen Studie darstellbar.”

Hintergrund
Im Landesmuseum lagern Archivalien und Arbeitsunterlagen, die seit der ersten Ausgabe der Skulptur Projekte aufbewahrt werden. Klaus Bußmann initiierte 1977 als damaliger Direktor des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster die Ausstellung und lud Kasper König ein, eine Sektion im Außenraum zu kuratieren. Seither ist König als künstlerischer Leiter der Skulptur Projekte im Turnus von zehn Jahren mit wechselnden Kuratorenteams tätig. 2017 richtet er die international anerkannte Ausstellung zusammen mit den Kuratorinnen Britta Peters und Marianne Wagner aus. Zum fünften Mal werden Künstler nach Münster eingeladen, um die Beziehung von Kunst, öffentlichem Raum und urbanem Umfeld zu untersuchen und neue ortsspezifische Arbeiten zu entwickeln.

Mit den fortlaufenden Ausstellungen wuchs das Archiv der Skulptur Projekte stetig an. Heute umfasst es Modelle umgesetzter und nicht-realisierter Werke, sowie Entwürfe, die von Konzeptpapieren, Ideenskizzen und Zeichnungen über die Korrespondenz zwischen Kuratoren, Künstlern, beteiligten Technikern und Firmen bis hin zu Presseartikeln und Zuschriften der Münsteraner Bevölkerung reichen. Die unterschiedlichen Archivalien dokumentieren die Ausstellungsgeschichte, kuratorische Entscheidungen, aber auch die Entwicklung der einzelnen künstlerischen Projekte sowie die unterschiedliche Wahrnehmung der Betrachter.

Die wissenschaftliche Untersuchung des Archivs beginnt mit einem Dissertationsprojekt, das die künstlerische Nutzung neuer Medien und performativer Ausdrucksformen in den Ausstellungen untersucht. Diese und weitere Forschungsfragen tragen neben der inhaltlichen Aufarbeitung der Archivalien auch zur systematischen Ordnung des Archivs bei. Die ebenfalls durch die VolkswagenStiftung geförderte Stelle eines Archivars am LWL-Museum ermöglicht die Entwicklung einer Ordnungssystematik sowie die sachgerechte, dauerhafte Aufbewahrung der Archivalien. Darüber hinaus stärken sie den gemeinsamen Forschungsprozess und vertiefen den Austausch zwischen Museum und Universität.

Die Aufarbeitung des Archivs soll neue Perspektiven auf die Entwicklung des öffentlichen, privaten und institutionellen Raums sowie öffentliche Präsentationen des Materials ermöglichen. Darüber hinaus sind Kooperationen mit weiteren Institutionen sowie Veranstaltungen, beispielsweise eine Ringvorlesung an der Universität, geplant. Betreut wird das Forschungsprojekt von Prof. Ursula Frohne und Dr. Marianne Wagner.




Fr 29. Juli 2016

Münster zeigt Henry Moore Ausstellung

Bevor 2017 in Münster das nächste Skulpturenprojekt startet, wird das Landesmuseum Münster eine umfangreiche Werkschau zu Leben und Werk des Briten Henry Moore zeigen. Die Ausstellung “Henry Moore. Impuls für Europa” ist die umfangreichste Ausstellung in Deutschland seit fast 20 Jahren.
Start soll am 11. November 2016 sein und die Laufzeit ist bis zum 19. März 2017 geplant.
Die Ausstellungskuratorin Dr. Tanja Pirsig-Marshall gab zu dem Thema bereits ein Interview.

Tanja Pirsig-Marshall im Gespräch.

Bildquelle: Tanja Pirsig-Marshall ist Kuratorin der Ausstellung “Henry Moore. Impuls für Europa”.
Foto: LWL/Neander

Frage: Tanja Pirsig-Marshall, Sie arbeiten seit 2010 als Kuratorin der Moderne am LWL-Museum für Kunst und Kultur und haben zuvor an diversen Museen in Deutschland und Großbritannien gearbeitet. Wann haben Sie sich erstmals mit den Arbeiten von Henry Moore beschäftigt? Weiterlesen »




Do 28. Juli 2016

Bernard Larsson. Leaving is Entering. Fotografien 1961 – 1968

Das Museum für Fotografie Berlin am Bahnhof Zoo zeigt ab dem 19.8. die Ausstellung Bernard Larsson. Der 1939 in Hamburg geborene Fotograf, arbeitete um 1960 als Assistent von William Klein in Frankreich. Von dort aus bereiste er das faschistische Spanien und Marokko. Bewegt vom Bau der Mauer in Berlin im August 1961 verließ er Paris, um sich vor Ort ein eigenes Bild von der Situation zu machen. Larsson wurde einer der wichtigsten Fotografen des alltäglichen Lebens diesseits und jenseits der Mauer. Nachdem die Protestbewegung der Studenten 1966 Westberlin erreichte, gab es ab Juni an der Freien Universität Proteste gegen die autoritäre Verfassung der Universität und gegen das mangelnde Demokratieverständnis in der Stadt. In der Art eines fotografischen Tagebuchs hielt Larsson während eines ganzen Jahres die Demonstrationen fest. Seine fotografischen Aufzeichnungen endeten mit der Aufnahme der Erschießung von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967.

Mit „Leaving is Entering. Fotografien 1961 – 1968“ stellt Larsson seine Berlin-Fotografien mit einer Auswahl zeitgleich gemachter Aufnahmen in den internationalen Kontext jener Jahre. Sein Essay schließt mit Fotografien aus Warschau, Prag und Budapest und von einigen zeitgenössischen Pop-Ikonen. Die Ausstellung bietet mit 230 Arbeiten einen repräsentativen Überblick zu seinem Werk der 1960er-Jahre.

Bernard Larsson. Leaving is Entering. Fotografien 1961 – 1968, Laufzeit der Ausstellung: 19. August 2016 – 8. Januar 2017
Museum für Fotografie

Jebensstr. 2, 10623 Berlin

Di, Mi, Fr 10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr




Di 26. Juli 2016

Telgte zeigt Vom Allmächtigen zum Leibhaftigen – Sammlung SØR Rusche Oelde Berlin

Noch läuft im Telgter Museum Religio die sehenswerte Kunstausstellung “Vom Allmächtigen zum Leibhaftigen” mit über 100 Werke aus der renommierten Sammlung SØR Rusche Oelde Berlin. Die Ausstellung war vorher in Apolda zu sehen und wer sie dort verpasst hat, der sollte unbedingt noch ins Münsterland reisen. Noch bis zum 4. September 2016 kann mal anhand der ausgestellten Meisterwerke den Fragen Was ist Gott? Wie findet man ihn? Woran erkennt man ihn? nachgehen.

Telgte Bildquelle: Plakat der Ausstellung

Das sind die Fragen, denen sich Künstlerinnen und Künstler gestellt haben. Die Arbeiten spannen einen vielen hundert Jahren auseinanderliegenden Bogen. Seit den frühchristlichen Christusdarstellungen beschäftigt sich die europäische Kunst immer wieder mit dem Wesen Gottes und der Religion sowie den vielfältigen Mythen des Christentums. Und auch wenn die Kunst tiefen Wandlungen unterliegt und religiöse Inhalte scheinbar in den Hintergrund gerückt sind, fasziniert viele Künstler die Beschäftigung mit religiösen Themen und biblischer Motivik bis heute.
Ein besondere Gelegenheit den Besitzer dieser Kunstwerke in “seiner” Ausstellung zu erleben bietet der 109. SØR Kunstgang bei dem der Sammler Thomas Rusche durch die Ausstellung führen wird.

Vom Allmächtigen zum Leibhaftigen Religiöse Motive in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Am 04. August 2016 um 19:00 Uhr im RELíGIO – Westfälisches Museum für religiöse Kultur,
in Telgte

Künstlerliste:
Martin Assig | Zoltan Bela | BEZA | Irene Bisang | Marlene Dumas | Martin Eder |
Wolfgang Ellenrieder | Carsten Fock | Jana Gunstheimer | Paule Hammer | Jim Harris | Katrin Heichel | Kathrin Henschler | Pieter Hugo | Lisa Junghanß |M. Kardinal | Ruprecht von Kaufmann | Robert Klümpen | Pavel Ksiazek | Rosa Loy | Jonatha Meese | Jochen Plogsties | Paul Pretzer | Olaf Quantius | Nicola Samori | Martin Schepers | Cornelia Schleime | Uta Schotten | Claus Stabe | John Stark | Sofie von Stillfried | Annelies Strba | Christopher Thomas | Michael Triegel | Markus Uhr

Zur Ausstellungsreihe ist folgende Publikation erschienen:

Vom Allmächtigen zum Leibhaftigen. Religiöse Motive in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin*, Wienand Verlag




Di 26. Juli 2016

Lehmbruckmuseum zeigt Von Rodin bis De Bruyckere. Die Oberfläche

Die Ausstellung Von Rodin bis De Bruyckere im Lehmbruck Museum Duisburg zeigt, wie sich die Oberfläche und ihre Bedeutung in der Skulptur im Laufe der Zeit verändert hat. Sie präsentiert markante Beispiele des 19. und 20. Jahrhunderts mit Schlüsselwerken der Wegbereiter der Moderne, wie Medardo Rosso, Auguste Rodin, Wilhelm Lehmbruck, Constantin Brâncuși, Max Bill, Mary Vieira, um von hier das Thema für die heutige Zeit in den Fokus zu rücken: Wohin führt uns die Oberfläche eines Kunstwerks? Was erzählt sie uns vom Prozess des Entstehens, von der Hand der Künstlerin und ihrer Intention? Welche Ideen bringt die Außenhaut eines Kunstwerks hervor und was verbirgt sich unter der Oberfläche?
Lehmbruck-Oberflaeche Bildquelle: Plakat der Ausstellung Weiterlesen »




Fr 22. Juli 2016

3. Auflage des PROJECT SPACE FESTIVAL BERLIN startet im August

In diesem Sommer lädt das PROJECT SPACE FESTIVAL BERLIN zum dritten Mal dazu ein, Berlin über die experimentellen Praktiken seiner Projekträume kennenzulernen. Neben Projekträumen mit klassischem Raum, aber unterschiedlichsten Arbeitskonzepten, finden viele der Veranstaltungen auch an ungewöhnlichen Orten statt, wie z.B. in einem ehemaligen Wachturm, einem Verkehrsübungsplatz für Kinder oder einem verborgenen Berliner Ausgrabungsort.

Logo Projektspace Festival Berlin Bildquelle: Logo des Projekt Space Festival Berlin

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Fr 22. Juli 2016

INTERNATIONAL LIGHT ART AWARD 2017 – Ausschreibung bis 14. August 2016

Das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna und die RWE Stiftung für Energie und Gesellschaft verlängern die Ausschreibung für die zweite Edition des International Light Art Award um 14 Tage. Noch bis zum 14. August 2016 können Beiträge eingereicht werden. Die bisherige Resonanz ist groß, Entwürfe für Lichtkunstarbeiten aus aller Welt wurden eingereicht.

140106_logo-Web-knewscrop-200x0 Bildquelle: Logo des Lichtkunst Awards

Eine renommierte internationale Jury unter dem Vorsitz von Keith Sonnier (USA) zeichnet vielversprechende Künstler und Künstlerinnen aus, deren Werke für die Weiterentwicklung der Lichtkunst wegweisend sind. Die Preisverleihung findet am 21. April 2017 im Lichtkunstzentrum Unna statt und ist mit einer fünfmonatigen Ausstellung der erst- bis drittplatzierten Künstler verbunden. Produktionskosten bis 10.000 Euro für die Realisierung der prämierten Arbeiten werden vom Veranstalter übernommen. Der Gewinner erhält ein Preisgeld von 10.000 Euro.

Genaue Teilnahmebedingungen und weitere Infos unter www.ilaa.eu




Mi 20. Juli 2016

José de Ribera – die Druckgraphik in Berlin

Ist schon lustig, dass das ehrwürdige Kupferstichkabinett in der Gemäldegalerie parallel zu der großen Übersichtsausstellung „El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez“ die Grafische Schau José de Ribera – die Druckgraphik. mit dem Untertitel: Er war jung und brauchte das Geld versieht. Üblicher Weise wird dieser Satz für unglückliche Versuche von Schauspielern oder anderen Künstlern genutzt wenn “Jugendsünden” erklärt werden sollen. Hier geht es um einige wenige Meisterwerke, die kaum zu erklären sind. Aber das meinen die Ausstellungsmacher selber dazu:

José (Jusepe) de Ribera (1591-1652) gilt als der beste spanische Druckgraphiker vor Goya und als einer der virtuosesten Radierer des 17. Jahrhunderts überhaupt. Dies ist umso erstaunlicher, als wir eigentlich nur 18 Radierungen von seiner Hand kennen. Seine druckgraphische Karriere scheint zudem auf den relativ kurzen Zeitraum zwischen 1620 und 1630 beschränkt gewesen zu sein. Die Tatsache, dass er seine Radierungen innerhalb nur einer Dekade und eher zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn geschaffen hat, legt die Vermutung nahe, dass diese für ihn eine Möglichkeit waren, sich den Lebensunterhalt zu verdienen, während er als junger spanischer Künstler in Italien Fuß zu fassen versuchte. Mit Hilfe der Druckgraphik konnte er seine Kunst einem breiteren Publikum bekannt und potentielle Auftraggeber auf sich aufmerksam machen.

In Rom ist der junge Spanier wahrscheinlich erstmals intensiver mit der Kunst der Radierung in Berührung gekommen. Dort konnte er damals nicht nur ihre technischen Grundlagen und Finessen sowie ihre künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten kennen und anwenden lernen, sondern insbesondere auch ihren strategischen Einsatz bei der Vermarktung von Kunst beziehungsweise bei der Selbstvermarktung eines aufstrebenden Künstlers. Denn durch gezielten Vertrieb über einschlägige, gut vernetzte Verleger konnten druckgraphische Blätter an den Mann gebracht werden. Neben dem finanziellen Zugewinn hatte dies auch den Effekt, dass sich Bilderfindungen rasch verbreiten und den Bekanntheitsgrad des Schöpfers steigern konnten. Durch die inschriftliche Widmung einer Graphik konnte man gar die längerfristige Gunst von zahlungskräftigen Auftraggebern erlangen.

Solche Strategien und Möglichkeiten der Druckgraphikproduktion waren für einen Künstler, der noch am Anfang seiner Karriere stand, nicht uninteressant. (jung und brauchte das Geld) Ribera zog gegen Ende des Jahres 1616 von Rom nach Neapel – in dieser Zeit spanisches Territorium –, wo er sich niederließ. Erst dort versuchte er sich selbst als Radierer. Nach zwei eher zögerlichen Versuchen produzierte er eine Reihe spektakulärer Blätter. Allesamt beeindrucken sie durch besonders einfallsreiche Kompositionen, die souveräne Beherrschung der Technik und die Durchdringung der spezifisch graphischen Ausdrucksmöglichkeiten des Mediums. Zu Riberas virtuosesten Werken zählt das Blatt mit dem trunkenen Silen (1628). In einer großen Vielfalt von langgezogenen Linien und Schraffuren, von unterschiedlich geführten kurzen Strichlein und teils einzeln gesetzten, teils gehäufelten Pünktchen stellt der Künstler verschiedenste Texturen und Oberflächen dar. So gilt Ribera bis heute als der wichtigste spanische peintre-graveur, was er aber erst in Italien und in der dort besonders ausgeprägten Kultur der künstlerischen Druckgraphik werden konnte. Kurioserweise bilden die Blätter des Spaniers somit, wie Friedrich Lippmann, der ehemalige Direktor des Kupferstichkabinetts schreibt, „unstreitig den Glanzpunkt der italienischen Radierung“ des 17. Jahrhunderts.

„José de Ribera – die Druckgraphik. Er war jung und brauchte das Geld“ ist nach „Fiesta in Sevilla. Eine Illustrationsfolge des Goldenen Zeitalters in Spanien“ (26. April – 17. Juli 2016) die zweite Kabinettausstellung, die das Kupferstichkabinett in der Gemäldegalerie anlässlich der groß angelegten Übersichtsausstellung „El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez“ (1. Juli – 30. Oktober 2016 in der Gemäldegalerie) präsentiert. Sie ist zugleich Teil des Programms „Kabinett in der Galerie“, mit dem das Kupferstichkabinett seit 2009 in verschiedenen Häusern der Staatlichen Museen Ausschnitte seiner breit gefächerten, international herausragenden Sammlungen vorstellt




Di 19. Juli 2016

Bauhausdenkmal Bundesschule Bernau ist Sommerschul-Ort

Ab 7. August wird der Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau, die 1928-1930 nach Entwürfen des damaligen Direktors des Dessauer Bauhauses Hannes Meyer erbaut wurde, über zwei Wochen lang neues Leben eingehaucht. Ganz im Geiste des Bauhauses wird das architektonische Kleinod vor den Toren Berlins wieder zu einem internationalen Ort der Begegnung und des Austauschs. TeilnehmerInnen aus Afrika, Asien, Europa und Südamerika sind der Einladung gefolgt, Kurse von international renommierten KünstlerInnen und Kulturschaffenden zu belegen.

Parallel zum Kursprogramm der Sommerschule findet ein für alle offen stehendes Begleitprogramm mit Talks, Filmscreenings und Führungen statt. Eine hervorragende Möglichkeit, mit den Dozenten und Studierenden aus aller Welt in Kontakt zu kommen und das noch unbekannte Bauhaus-Denkmal in Bernau zu entdecken!

So laden an beiden Samstagen, dem 13. & 20. August, Franz Jaschke und Winfried Brenne um 14 Uhr zu einer Architekturführung durch die Bauhaus Denkmal Bundesschule ein. Die beiden Architekten haben die Renovierung der Bauhaus Denkmal Bundesschule geleitet, über dessen Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO im kommenden Jahr entschieden wird.

Filmvorführungen von beispielsweise Armen Avanessian und Christopher Roth, aktuell an der 9. Berlin Biennale mit dem Projekt DISCREET beteiligt, oder Fachvorträge von Stephanie Kloss über die Bauhaus Architektur in Haifa, Hiltrud Ebert zum Architekturdiskurs der 1950er Jahre in der DDR oder Margarete Vöhringer zur Architektur der Revolution bieten weitere Perspektiven auf das Bauhaus. Vorträge und Screenings der Dozierenden knüpfen an das Kursprogramm und diesjährige Thema der Sommerschule, „Universalismus“, an.

Vorträge finden von Montag bis Freitag jeweils um 20.30 Uhr statt, samstags um 16 Uhr. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei. Weitere Informationen zur Sommerschule sowie das ausführliche Begleitprogramm finden Sie online: www.summerschool-bernau.de

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Anreise erfolgt mit der S2 bis Bernau. Die S-Bahn verkehrt im 20-minuten-Takt. Nehmen Sie Ihr Fahrrad mit, vom Bahnhof Bernau erreichen Sie die Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau in 15 Minuten.

Veranstalter der Internationalen Sommerschule in der Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau ist die Handwerkskammer Berlin.
Internationale Sommerschule, Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau, 7. bis 21. August 2016

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